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Wie du deinen Traumberuf findest: Vier Experten klären auf




[pullquote]Such dir etwas, das dich wirklich interessiert[/pullquote]Sabrina Kerling, 34, tüftelt als Managerin am ersten vollständig recycelbaren Laufschuh von adidas, der 2021 auf den Markt kommt.Sabrina Kerling hat ihren Traumberuf als Managerin bei Adidas gefunden.Meine Definition von Erfolg:Dass ich jeden Tag gerne zur Arbeit gehe. Dafür müssen bei mir mehrere Punkte zusammenkommen: ein nettes Team natürlich, aber auch die Möglichkeit, mein Können einzubringen, um neue Produkte zu entwickeln. Dass sich bei meinem Arbeitgeber alles um den Sport dreht, ist für mich als Läuferin der besondere Bonus.Diesen Rat würde ich meinem 17-jährigen Ich geben:Probiere dich aus, mache viele Praktika und lerne das Berufsleben kennen. So kannst du herausfinden, was mehr zu dir passt und was weniger. In der Schule oder Universität allein geht das nicht.Das hätte ich gerne schon früher gewusst:Auch wenn du dich für einen Berufsweg entschieden hast, stehen dir mehr Möglichkeiten offen, als du denkst. Beispielsweise hätte ich nach der Schule nicht gedacht, dass ich mit meinem Chemiestudium mal bei adidas arbeiten kann. Ich wusste nämlich gar nicht, wie groß der Bereich Forschung und Entwicklung hier ist. Entscheide dich deshalb für eine Ausbildung oder ein Studium, das dir Spaß macht und dich wirklich interessiert.[pullquote]Denkt nicht über Berufsbezeichnungen nach[/pullquote]Adelina Gerteis, 29, ist Produktstrategin für den Bereich Daten und Künstliche Intelligenz (KI) bei Microsoft Deutschland.Adelina Gerteis hat ihren Traumberuf als Produktstrategin für den Bereich Daten und Künstliche Intelligenz (KI) bei Microsoft Deutschland gefunden.Erfolg ist für mich:Das Gefühl, erfolgreich zu sein habe ich, wenn ich meinen Werten treu bleibe und mit Leidenschaft bei der Arbeit bin. Nur dann kann ich andere Menschen auf ihrem Weg inspirieren und sie dazu anstacheln, ebenfalls mit Willenskraft ans Werk zu gehen. Das erfordert auch, meine Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Denn nur wenn ich mir an einer Aufgabe auch mal den Kopf zerbrechen muss und Neues wage, kann ich Fehler machen und daraus lernen.So wird man gut in dem, was man tut:Von heute auf morgen wird niemand erfolgreich. Klingt abgedroschen, aber: Selbst Picasso musste unzählige Bilder malen, bis er sein erstes Meisterwerk schuf. Entscheidend ist, nicht aufzugeben und hartnäckig zu bleiben. Erfolg ist nun mal in erster Linie das Ergebnis harter Arbeit. Wer viel arbeitet, sollte aber unbedingt darauf achten, genügend Pausen zu machen. Zum einen, um frische Ideen zu sammeln, zum anderen auch, um den Kurs immer mal wieder anzupassen. Dafür braucht man einen langen Atem und eine Portion Selbstbewusstsein. Außerdem gilt: Gehe niemals allein, im Team kannst du so viel mehr erreichen.Das hätte ich gern schon früher gewusst:Denke nicht über die Berufe und Berufsbezeichnungen nach, die es da draußen gibt. Es ist viel wichtiger herauszufinden, was dir wichtig ist und was deine Stärken sind. Sei es, in einem internationalen Umfeld oder in der Natur zu arbeiten. Eher zu organisieren oder kreativ zu sein. Schaue erst dann, in welchem Arbeitsumfeld oder konkreten Beruf du deine Stärken gut einsetzen kannst. Je früher du dir darüber im Klaren bist, desto besser kannst du dich von anderen abheben. Und: Mache Dinge auch mal auf eine unkonventionelle Weise, so kannst du am Ende deine eigene Geschichte schreiben.[pullquote]Es ist völlig okay, wenn sich Ziele ändern[/pullquote]Die Psychologin Maxi Vogel, 32, entwickelt Bedienkonzepte für Automobile beim Autohersteller Daimler im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen.Die Psychologin Maxi Vogel hat ihren Traumberuf bei Daimler gefunden. Dort entwickelt sie Bedienkonzepte für Automobile.Erfolg heißt für mich:Einen Job zu haben, der mir Spaß macht und in dem ich eine verantwortungsvolle Rolle übernehmen kann. Im Moment gestalte ich die Fahrzeuge der Zukunft mit und habe tolle Kollegen, die mich wertschätzen. Erfolgreich zu sein bedeutet für mich aber auch, dass mir meine Arbeit Raum lässt, mich privat zu verwirklichen und Zeit für Familie und Freunde zu haben.Das war ein wichtiger Meilenstein meiner bisherigen Karriere:Es gab da nicht den einen großen Moment, sondern viele kleine, die mich geprägt haben: Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, habe dann in Berlin studiert und im Ausland gearbeitet – das hat mich sehr flexibel gemacht. Auch war es ein wichtiger Schritt, als ich in das Team meines Bereichsleiters gewechselt bin: Ich arbeite eng mit Führungskräften zusammen – das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben.Diese Dinge würde ich meinem 17-jährigen Ich raten:Hör auf dich selbst und gehe nicht danach, was andere von dir erwarten. Wenn man nicht glücklich ist, führt das nicht zu Erfolg. Zweitens: Pläne zu haben ist wichtig, aber es geht auch nicht die Welt unter, wenn man mal sein Ziel ändert. Das Wichtige ist, dass man sich selbst keine Grenzen setzt, die einen einschränken.[pullquote]Erfolg geht auch ohne Bürojob[/pullquote]Danny Alexander Lettkemann, 34, arbeitet als Architekt im Architekturbüro „raumwerk“ in Frankfurt am Main und ist auf Wohnungsbau spezialisiert. Danny Alexander Lettkemann hat seinen Traumberuf als Architekt gefunden.Das ist für mich Erfolg:Wenn ich die Ziele erreiche, die ich mir gesteckt habe – privat und im Job. Erfolgreich im Beruf zu sein heißt für mich, dass meine Leistung anerkannt wird und mir die Arbeit Freude bereitet. Und dass ich mein Wissen mit anderen, häufig jüngeren Kollegen, teilen kann. Wenn daraus tolle Projekte entstehen, bin ich nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich.Diesen Rat würde ich meinem 17-jährigen Ich geben:Ich würde ihm sagen, dass der eigene Weg nicht immer gerade sein muss. Auch Umwege können zum Erfolg führen, ohne dass man sich schämen muss. So habe ich nicht direkt mein Abitur gemacht und Architektur studiert, sondern erst eine Lehre zum Dachdecker absolviert und anschließend mein Fachabitur nachgeholt. Heute bin ich erfolgreicher Architekt.Das hätte ich gerne schon früher gewusst:Ich hätte mich gefreut, wäre mir direkt nach meinem Schulabschluss bewusst gewesen, dass ein Handwerk ein ehrbarer Beruf ist und eine ideale Voraussetzung für ein Studium sein kann, sofern man daran Interesse hat. Als Jugendlicher habe ich stattdessen nur zu hören bekommen: „Wenn aus dir was werden soll, brauchst du Abitur und einen Platz am Schreibtisch“. „So ein Quatsch“, würde ich heute entgegnen.
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