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Mehr als ein Hobby: Social Media als Beruf(ung)?




[pullquote]Social Media ist für mich Inspiration und Berieselung, aber auch ein Zeitfresser.[/pullquote]Jessi, 22, studiert Werbung und Marktkommunikation und sammelt aktuell erste Berufserfahrung im Social Media Marketing. Du studierst Werbung und Marktkommunikation in Stuttgart an der Hochschule der Medien. Welche Erwartungen hattest du an den Studiengang und wie sieht die Realität aus? Ich hatte immer die Vorstellung, später mal ganz klassisch als Art Director in einer Werbeagentur zu arbeiten. Daher erschien mir der Studiengang passend und entspricht zum Großteil auch meinen Erwartungen. Wir erstellen zum Beispiel Werbekonzepte und arbeiten mit kreativen Tools, wie Photoshop. Auch Statistik und technische Grundlagen sind Teile des Studiums – das macht mir ehrlich gesagt weniger Spaß, aber gehört nunmal dazu. Ist Social Media auch Teil deines Studiums? Ja, mein Studium berücksichtigt alle Formen der Werbung: vom Radiospot bis zur Social Media Kampagne. Wenn wir eine solche Kampagne im Studium konzipieren, müssen wir das so echt wie möglich umsetzen. Das heißt, wir erstellen einen Instagram-Kanal, einen Content-Plan und arbeiten wie in einer richtigen Social Media Abteilung. Du hast gerade ein sechsmonatiges Praktikum in einer Agentur im Bereich Social Media Redaktion gemacht. Was waren deine Aufgaben und was hat dir besonders gefallen?Im Fokus meiner Aufgaben stand die Erstellung von Inhalten für die Social Media Kanäle verschiedener Kunden. Da ging es nicht nur darum, Inhalte zu recherchieren, sondern auch darum, sich Format-Reihen zu überlegen und die Postings auf Instagram, Facebook und Blogs umzusetzen. Am coolsten war, dass ich kreativ sein konnte und mich immer wieder in neue Zielgruppen und Themen reindenken musste. Beeinflusst dich die Arbeit mit Social Media auch in deinem privaten Konsum? Ja, auf jeden Fall. Ich bin viel aufmerksamer auf Instagram unterwegs und betrachte Werbe-Kooperationen mit Influencern kritischer. Und was vielleicht ein bisschen krass ist: Ich war zeitweise auf neun Instagram-Kanälen angemeldet – von Uni-Projekten, der Arbeit und privat. Da kommt man schonmal durcheinander und muss darauf achten, nicht aus Versehen Privates auf einem Firmenaccount zu veröffentlichen. Beschreibe Social Media mit drei Begriffen. Social Media ist für mich Inspiration und Berieselung – sowohl privat als auch beruflich. Und es ist ein Zeitfresser. Ich merke schon ab und zu, wie lange ich auch außerhalb meines Studiums und der Arbeit auf Social Media hänge und manchmal den Zwang verspüre, etwas posten zu müssen. Über dieses Thema habe ich sogar schon eine Hausarbeit geschrieben.[pullquote]Social Media ist im Grunde ein Hobby oder Beruf wie jeder andere. Die eine geht reiten, der andere singt und ich mache Social Media.[/pullquote]Niklas, 14, ist seit 2019 auf Instagram aktiv und erreicht mit seinem Account @okniklas über 10.000 Follower. Seine Themenschwerpunkte sind Lifestyle und Unterhaltung. Später möchte er gerne Regisseur werden. Welches Ziel verfolgst du mit deinem Account auf Instagram? Mein Ziel ist es, Leute mit meinen Inhalten zu unterhalten und sie zum Lachen zu bringen. Mich motivieren persönliche Nachrichten von Followern, die meine Inhalte gut finden. Ich möchte aber auch Werte vermitteln und setze mich zum Beispiel mit dem Hashtag #loveislove für die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen ein oder teile meine Meinung zum Thema Mobbing. Dein Traum ist es, später Regisseur zu werden. Denkst du, dass dir die Auseinandersetzung mit Social Media dabei behilflich sein wird? Ja, ich denke Social Media wird im Filmbereich eine immer größere Rolle spielen. Gerade TikTok ist ein gutes Beispiel für die kreative Auseinandersetzung mit filmischen Elementen wie Tanz, Schauspiel und dem Handwerkszeug. Vor allem das Schneiden von Videos macht mir viel Spaß! Wie findet dein Umfeld deine Aktivität auf Social Media? Der Großteil meiner Freunde und Familie findet cool, was ich mache. Die, die es weniger cool finden, akzeptieren es dennoch. Social Media ist im Grunde ein Hobby oder ein Beruf wie jeder andere. Die eine geht Reiten, der andere singt und ich mache halt Social Media. Trotzdem versuche ich, nicht so viel am Handy zu hängen, wenn ich was mit meinen Freunden unternehme. Und in der Schule ist das Handy sowieso tabu. Wie werden Social Media und Berufe in diesem Bereich in deiner Schule behandelt? In den Fächern Gemeinschaftskunde und Wirtschaft hatten wir das Thema Social Media allgemein und haben auch über die Beliebtheit von Social-Media-Berufen gesprochen. Aber praktisch mit Social Media gearbeitet haben wie nie. Was willst du Jugendlichen mit auf den Weg geben, die aktiv auf Social Media werden möchten? Bleibt ihr selbst! Und lasst euch nicht einschüchtern von negativen Kommentaren und Nachrichten. Geschmäcker sind verschieden und man kann es eh nicht allen recht machen. Irgendwo da draußen ist die Zielgruppe, die eure Inhalte gut findet. [yaez-box]Social Media BerufeDie Welt von Social Media hat sich rasant zu einer für fast alle selbstverständlichen Kommunikationsplattform entwickelt. Gleichzeitig hat sie völlig neue Berufe hervorgebracht. Ob kreativer Kopf, Organisationstalent oder Grammatikass: Im Social-Media-Business ist für jeden was dabei.Social Media Berater/in
  • Für: alle, die flexibel sind und immer eine Lösung parat haben 
  • Arbeitsalltag: Du kennst die Tools und Trends der Social Media Kanäle vor allen anderen und kannst Kunden in allen Belangen rund um Social Media mit kreativen Konzepten und Strategien beraten.
  • Ausbildung: Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre oder Kommunikations- und Medienmanagement 
Social Media Projekt Manager/in
  • Für: alle, die ToDo-Listen und strukturierte Terminkalender lieben 
  • Arbeitsalltag: Du koordinierst Projekte im Social Media Bereich und hast immer den Überblick über Meilensteine und offene Aufgaben einer Social Media Kampagne. 
  • Ausbildung: Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre oder Kommunikations- und Medienmanagement 
Social Media Designer/in
  • Für: alle, die in Photoshop und Lightroom zuhause sind 
  • Arbeitsalltag: Du erstellst Designs für Instagram-Auftritte, setzt Animations-Videos und Foto-Bearbeitungen um. 
  • Ausbildung: Studiengänge wie Kommunikationsdesign oder Ausbildungen wie Grafikdesign
Social Media Redakteur/in
  • Für: alle, die aus Buchstaben Geschichten erschaffen 
  • Arbeitsalltag: Postingtexte, Blogartikel und Newsletter – als Social Media Redakteur/in kümmerst du dich um die Planung und Umsetzung von Inhalten für verschiedene Social Media Kanäle. 
  • Ausbildung: Studiengänge wie Kommunikationswissenschaften, Germanistik oder Public Relations 
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