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Plätze fürs Medizinstudium schon alle vergeben: Diese Alternativen gibt es




Muss ich ein 1,0-Abi haben, um einen Studienplatz in Medizin zu erhalten?

Zwar werden die staatlichen Hochschulen künftig mehr Studienplätze als bisher nach Abinoten vergeben (30 statt 20 Prozent), dennoch sollen auch vom Abischnitt unabhängige Kriterien eine wichtige Rolle bei der Vergabe spielen beziehungsweise in ihrer Bedeutung noch steigen. 10 Prozent der Plätze sollen in Zukunft an Bewerber gehen, die ihre Eignung unabhängig von Schulnoten nachweisen können, zum Beispiel über berufliche Vorerfahrung. Bei 60 Prozent der Plätze greifen wie bisher die „Auswahlverfahren der Hochschulen“ (AdH), allerdings werden dabei neben dem Abischnitt auch medizinische Berufsabschlüsse und die Ergebnisse fachspezifischer Studieneignungstests berücksichtigt.

Welche Alternativen habe ich, wenn ich bei der Vergabe leer ausgehe?

Neben einem Medizinstudium im Ausland oder medizinnahen Studiengänge, wie Humanbiologie oder Medizintechnik, gibt es auch die Möglichkeit, an einer privaten Hochschule zu studieren. Allerdings fallen hier hohe Studiengebühren im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich an. Das Einklagen eines Studienplatzes birgt das Risiko, auf hohen Anwalts- und Gerichtskosten sitzenzubleiben und garantiert keineswegs eine Zusage. Eine Alternative kann ein Medizinstudium bei der Bundeswehr im Sanitätsdienst sein. Dabei verpflichtet man sich jedoch für 17 Jahre – Auslandseinsätze inklusive.

Was muss ich beachten, wenn ich Medizin im Ausland studieren will?

Aufgrund der Sprache sind Österreich und die Schweiz naheliegend, allerdings sind in Österreich lediglich 20 Prozent der Studienplätze EU-Ausländern vorbehalten, während in der Schweiz nur Schweizer Medizin studieren können. Beliebt sind die Niederlande, da die Sprache für Deutsche leicht zu erlernen ist. Allerdings müssen für ein Studium dort alle drei Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik bis zum Abi belegt worden sein. Die Anerkennung eines Medizinstudiums im EU-Ausland ist in Deutschland mittlerweile kein Problem mehr. Vor allem in den osteuropäischen Ländern haben deshalb die Studienangebote zugenommen. In Ungarn besteht sogar die Möglichkeit – zumindest anfangs – auf Deutsch zu studieren. Wichtig zu wissen: Studieren im Ausland kann mit erheblichen Kosten verbunden sein, man sollte sich also vorher gut informieren. [yaez-box]

Facts and Figures:

  • Die Bewerbung an staatlichen Universitäten läuft zentral über die Internetplattform https://www.hochschulstart.de/.
  • Angebot und Nachfrage nach Studienplätzen in Medizin liegen nach wie vor weit auseinander: Auf 9.232 Studienplätze kamen im Wintersemester 2018/2019 43.631 Bewerber (Quelle: Hochschulstart).
  • Zum Sommersemester 2020 wird das Verfahren der Studienplatzvergabe gravierend verändert (siehe Interview).
  • Für ein Medizinstudium im Ausland muss man sich meist deutlich früher bewerben, außerdem weichen die Auswahlverfahren dort häufig von denen in Deutschland ab.
[/yaez-box]Du willst real talk, was ein Medizinstudium wirklich alles mit sich bringt? Drei angehende Ärzte haben den Klischee-Check gemacht: https://www.yaez.de/zukunft/klischee-check-medizinstudium-angehende-aerzte-klaeren-auf/ 
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