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Mehr als Kaffee kochen und kopieren: Dein Praktikums-Guide




[pullquote]Nachfragen und aus sich herauskommen – so lernt ihr am meisten.[/pullquote]Linda, 19, hat ein freiwilliges Praktikum beim Radiosender BigFM gemacht.Für viele Studiengänge wird mittlerweile ein Praktikum vorausgesetzt. Auch bei Lindas Wunschstudiengang ist das der Fall. Deshalb entschied sie sich nach dem Abitur für ein freiwilliges dreimonatiges Praktikum beim Radiosender BigFM. Wie lief der Bewerbungsprozess ab? Überraschend unkompliziert: Nachdem BigFM meine Bewerbungsunterlagen hatte, wurde ich gemeinsam mit fünf anderen Bewerbern zu einem Gespräch ins Studio eingeladen. Ein paar Tage später erreichte mich die Zusage per Telefon. Was hast du dir von deinem Praktikum erhofft? Nach dem Vorstellungsgespräch und der Zusage waren meine Erwartungen an das Praktikum sehr hoch. Ich hoffte, alles über Radio-Shows und die Arbeit hinter den Kulissen zu erfahren. Gleichzeitig wollte ich herausfinden, ob ein Job beim Radio zu mir passt und ich mir vorstellen könnte, dort nach meinem Studium zu arbeiten.Was waren deine Aufgaben während des Praktikums? Während meiner Zeit bei BigFM war ich für die Vorbereitung der Shows zuständig. Ich recherchierte News, sammelte Infos zu verschiedenen Interpreten und Künstlern und unterstütze bei der Senderbetreuung. Hast du dich durch das Praktikum weiterentwickelt? Das Praktikum hat mir definitiv geholfen, selbstständiger und selbstbewusster zu werden. Und ich habe gelernt, besser mit Kritik umzugehen. Durch Corona gab es Tage, an denen ich allein im Studio war. Da mussten bestimmte Dinge einfach funktionieren. Welchen Tipp gibst du angehenden Praktikanten? Mein Tipp ist, immer sofort nachzufragen, wenn etwas unklar ist. Seid nicht zu schüchtern, geht auf die Leute zu, die euch helfen können. So lernt ihr am meisten. Was für mich auch super war: Notizen machen. Jede/r Moderator/in hatte bestimmte Vorstellungen und Wünsche. Um da den Überblick zu behalten, fertigte ich mir eine Liste mit den wichtigsten Punkten an. [pullquote]Wo sonst will man praktische Einblicke erhalten, wenn nicht direkt am Arbeitsplatz?[/pullquote]Moritz, 17, absolviert ein Schülerpraktikum im Amtsgericht Singen.Die Welt der Gesetze und Paragraphen war Moritz schon vor seinem Praktikum nicht ganz fremd: Viele seiner Verwandten haben Jura studiert. Als in der 10. Klasse das einwöchige Schülerpraktikum anstand, wusste er sofort, dass er das im Amtsgericht machen möchte – um sich so sein eigenes Bild zu machen.Was Juristen so machen, wusstest du ja bereits von deiner Familie. Welche Erwartungen hattest du an dein Praktikum? Auch wenn es nur ein einwöchiges Praktikum war, hatte ich das Ziel, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln und mir mein eigenes Bild zu machen. Denn: Nur weil viele meiner Familienmitglieder in diesem Bereich tätig sind, heißt das ja nicht automatisch, dass ich mir meine berufliche Zukunft auch dort vorstellen kann.Was war das Highlight deines Praktikums? Es gab viele spannende Momente. Das Highlight war allerdings eine ziemlich lange Verhandlung mehrerer Angeklagter. Die Verurteilung war so, wie man sie sonst nur aus Filmen kennt. Das live erlebt zu haben, war definitiv eine Erfahrung. Was rätst du Jugendlichen, die gerne ein Praktikum machen möchten? Bewerbt euch frühzeitig und geht motiviert an die Sache ran. Nur wenn ihr selbst gut mitmacht, könnt ihr auch etwas lernen. Und: Hinterlasst einen guten Eindruck. „Die Kontakte, die ihr während eines Praktikums knüpft, können später hilfreich werden und den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.“Was hast du aus dem Praktikum mitgenommen? Ich habe gesehen, was für einen guten und interessanten Job man bekommen kann, wenn man sich in der Schule und im Studium bemüht. Während den Verhandlungen habe ich allerdings auch die andere Seite gesehen: was passieren kann, wenn man sich eben nicht so reinhängt. Das hat mich motiviert, noch mehr Gas zu geben. Wirst du nach der Schule nochmal ein Praktikum machen? Ja, definitiv. Ich finde ein Praktikum eine richtig gute Möglichkeit, um herauszufinden, was zu einem passt. Wo sonst will man praktische Einblicke erhalten, wenn nicht direkt am Arbeitsplatz?[pullquote]Zeigt Eigeninitiative.[/pullquote]Annika, 21, hat sich für ihr Praxissemester in einer Influencer Marketing Agentur in München beworben.Annika studiert Werbung und Marktkommunikation in Stuttgart. Für ihr praktisches Studiensemester zog sie nach München. Dort verbrachte sie sechs Monate in einer Influencer Marketing Agentur. Du hast jetzt sechs Monate Erfahrung als Praktikantin. Was sind deine Tipps an andere? Sucht euch etwas, das euch wirklich interessiert und achtet nicht zu sehr auf das Gehalt. In jedem Praktikum gibt es auch mal langweilige Aufgaben – dann arbeitet ihr wenigstens in einem interessanten Bereich. Versucht unvoreingenommen an die Sache heranzugehen: Ich finde es wichtig, sich sein eigenes Bild zu machen und alles selbst zu erleben.„Ich finde es wichtig, sich sein eigenes Bild zu machen und alles selbst zu erleben.“Bewerbt euch auch mal initiativ! Oftmals möchten Agenturen oder Unternehmen einfach gefragt werden. Auch in meinem Fall war das so. Was würdest du beim nächsten Praktikum anders machen? Besser kommunizieren. Vor allem dann, wenn die Aufgaben zu viel werden. Außerdem würde ich mir beim nächsten Mal von Beginn an aufschreiben, was meinem Chef oder meiner Chefin wichtig ist und dies während des Praktikums gezielter umsetzen. Was war die wichtigste Erkenntnis aus deinem Praxissemesters? Es gibt immer Menschen, die nicht mit dir auf einer Wellenlänge sind. Im Privaten kann man den Kontakt abbrechen wenn man möchte – auf der Arbeit ist das schwierig. Deshalb: Einfach professionell und respektvoll bleiben. So wird dein Praktikum ein voller ErfolgDurch ein Praktikum kannst du in ein Berufsfeld hineinschnuppern und erste Erfahrungen sammeln. Fasziniert dich dein Traumberuf auch in der Praxis? Kannst du dir dort deine berufliche Zukunft vorstellen?
  • Zielsetzung bestimmen: Überlege dir, was das Ziel deines Praktikums ist. Um einen ersten Einblick in einen Bereich zu bekommen, reichen schon 1-2 Wochen Praktikum. Für das praktische Studiensemester und tiefere Einblicke in ein Unternehmen lohnt sich ein längeres, bezahltes Praktikum.
  • Ausreichend Informieren: Informiere dich frühzeitig über Bewerbungsfristen und die Anforderungen an deine Bewerbungsunterlagen. Je nach Unternehmensgröße und -art können die Vorgaben stark voneinander abweichen.
  • Am Arbeitsplatz: Ob freiwillig oder verpflichtend: Nutze dein Praktikum sinnvoll. Sei offen, Neues zu lernen und übernehme deine Aufgaben verantwortungsbewusst. Du stehst nur am Kopierer? Sprich mit deinem Vorgesetzten und frage nach anderen Aufgaben. Schlage zum Beispiel vor, einen Kollegen auf einen Termin zu begleiten oder an einer Sitzung teilzunehmen.
Unser Tipp: Kläre bereits beim Bewerbungsgespräch, für welche Aufgaben du während deines Praktikums zuständig bist. So lässt sich eine Enttäuschung vermeiden. 
  • Nach dem Praktikum ist vor dem Praktikum: Hast du dein Praktikum beendet, gilt es zu reflektieren: Kannst du dir deine Zukunft in diesem Bereich vorstellen?
Auch wenn du durch dein Praktikum herausfindest, dass das Berufsfeld nicht das Richtige für dich ist, ist das bereits eine wichtige Erkenntnis. Plane dein nächstes Praktikum in einem anderen Bereich, um zu erfahren, was besser zu dir passt.  
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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