www.yaez.com

Karriere und Umweltschutz: Warum nicht beides?




Nachhaltigkeit YAEZ[pullquote]Einmal Naturschutz, bitte![/pullquote]Thea, 24, Jugendbildungsreferentin bei der Hamburger Naturschutzjugend (NAJU)Im Biologiestudium habe ich schnell festgestellt, dass ich lieber im Umweltschutz als in der Forschung arbeiten will. An Umweltpädagogik dachte ich dabei anfangs überhaupt nicht. Durch mein ehrenamtliches Engagement bei der Naturschutzjugend bekam ich dann die Möglichkeit, einen verkürzten Freiwilligendienst in der Umweltbildung des NABU zu machen. Eine ideale Möglichkeit, um die Wartezeit zwischen Bachelor- und Masterstudium sinnvoll zu nutzen. Ich habe zum Beispiel an Projekten für Grundschüler mitgearbeitet, bei denen sie die Natur der Großstadt entdecken können. In Hamburg leben viele verschiedene Tierarten: Wildschweine, Rehe und seltene Vögel. Am Ende des BFD wurde mir dann eine Elternzeitvertretung bei der Jugendorganisation angeboten. Heute kümmere ich mich vor allem um die Organisation. Ich suche neue Pädagogen für unsere Seminare, organisiere Ferienfreizeiten für Kinder und helfe dabei, neue Projekte ins Leben zu rufen. Zum Beispiel planen wir gerade eine große Müllsammelaktion an der Elbe und haben ein Urban-Gardening-Projekt gegründet, bei dem Kinder und Jugendliche selbst Gemüse anbauen und zu Insektenschützern werden können. Die meisten Ehrenamtlichen sind selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene und trotzdem sehr engagiert. Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, im Bereich Umweltbildung zu bleiben. Wenn mein Vertrag bei der NAJU ausläuft, würde ich gern meinen Master machen. Danach könnte ich mir gut vorstellen, in Schwellenländern zu arbeiten und dort über Umweltschutz aufzuklären.Nachhaltigkeit YAEZ[pullquote]Für mich Elektrotechnik[/pullquote]Mathias, 25, Bachelorstudent Umwelttechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in HamburgIch wollte einen Beruf mit Sinn. Nach dem Abitur hatte ich einige passende Ideen – Lehrer, Sozialarbeiter oder Entwicklungshelfer. Ein Freund erzählte mir dann vom Studiengang Umwelttechnik. Alles was ich darüber las, klang sehr spannend. Deshalb folgte ich meinem Bauchgefühl und schrieb mich ein. An der HAW gibt es zwei Schwerpunkte: Umweltbewertung, vor allem zu Gewässern und Luft, und erneuerbare Energien. Damit hatte ich eine klare Perspektive. Ursprünglich wollte ich mich später um die Wasserversorgung in Schwellenländern kümmern. Inzwischen haben sich meine Interessen verschoben. An der Hochschule stellte ich fest, dass ich Elektrotechnik sehr spannend finde und unheimlich gern mit Technik „bastele“. Deshalb entschied ich mich doch für den Studienschwerpunkt „erneuerbare Energien“. Im Moment schreibe ich meine Bachelorarbeit und beschäftige mich mit intelligenter Ladetechnik für E-Autos. Meine Idee: Die Elektrofahrzeuge der Hochschule sollen geladen werden, wenn besonders viel sauberer und lokaler Strom aus Sonne und Wind vorhanden ist. Dafür entwickle ich gerade die passende Software. Nach meiner Abschlussarbeit würde ich am liebsten noch meinen Master in Hamburg machen und mich noch weiter auf erneuerbare Energien spezialisieren. Vor allem zwei Dinge interessieren mich: Solarenergie und die Elektromobilität in der Stadt. Besonders E-Lastenräder finde ich sehr spannend. Sie sind umweltfreundlich, brauchen keinen Parkplatz und bieten viel Stauraum. Mit ihnen kann man locker einen ganzen Wocheneinkauf transportieren und die Anzahl der Pkws auf den Straßen reduzieren.[pullquote]Ich mach in Mobilität[/pullquote]Corinna, 28, Expert Engineering Exterieur beim Elektromobilitäts-Start-up e.GO MobileZu Elektroautos hatte ich zu Beginn meines Studiums keinen großen Bezug. Ich habe in Krefeld dual Maschinenbau studiert und meine Ausbildung zur technischen Zeichnerin gemacht. Für den Master kam ich zurück nach Aachen und habe mich dort auf die Produktentwicklung spezialisiert. Während dieser Zeit stieß ich auf e.GO. Das Start-up sitzt auf dem Campus der RWTH Aachen und möchte bezahlbare Stadtautos mit Elektromotor auf die Straße bringen. Die spannende Aufgabe, die Autos von morgen zu entwickeln, hat mich sofort gepackt. Auch ich konnte schnell meinen Teil dazu beitragen. Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich den Türrahmen für den Kleinwagen mit allen nötigen Komponenten wie Türschloss oder Fensterheber entwickelt. Bei einem normalen Autohersteller wäre so viel Verantwortung für eine Studentin kaum denkbar. Nach dem Abschluss wurde ich sofort übernommen. Heute arbeite ich als Projektmanagerin im Bereich Exterieur – also dem kompletten Äußeren des Autos. Meine Aufgabe sind die reibungslosen Abläufe zwischen den Abteilungen. Ich arbeite dabei eng mit der Konstruktion, dem Einkauf, der Logistik und der Produktion zusammen und stehe außerdem im ständigen Austausch mit den Lieferanten. Inzwischen bin ich auch selbst ein großer Elektroautofan geworden. Das leise und dynamische Fahren macht unheimlich Spaß. Außerdem sorgt „umweltfreundlicheres“ Autofahren auch für ein besseres Gewissen. Mein besonderes Highlight: Bei der Werkseröffnung durfte ich das erste Mal mit dem Prototyp des e.GO Life fahren. Dabei zu wissen, dass in diesem Auto auch meine Ideen verbaut sind, war schon ein tolles Gefühl.

[yaez-box]

Nachhaltigkeit mal fünf

Natürlich gibt es gibt nicht nur unzählige nachhaltige Studiengänge, sondern auch „grüne“ Ausbildungsberufe.Pflanzentechnologe/-technologinPflanzentechnologen kümmern sich um alle Arten von Pflanzen. Sie züchten und entwickeln zum Beispiel neue Getreidesorten. Typische Arbeitgeber sind Saatguthersteller und Forschungseinrichtungen.Faktencheck: Die Ausbildung dauert drei Jahre, Voraussetzung ist eine Mittlere Reife. Die Vergütung liegt bei 837 Euro im ersten und 941 Euro im dritten Lehrjahr.Forstwirt/-inForstwirte kümmern sich um unsere Wälder. Sie fällen Bäume, pflanzen neue Setzlinge und kümmern sich um Waldwege und Futterstellen für das Wild. Viele Forstwirte arbeiten im öffentlichen Dienst – zum Beispiel in Forstämtern und Forstbetrieben.Faktencheck: Die Ausbildung dauert drei Jahre, die meisten Betriebe erwarten eine Mittlere Reife. Die Vergütung liegt im öffentlichen Dienst zwischen 937 Euro im ersten und 1.041 Euro im dritten Lehrjahr.Elektroniker/-in für Energie- und GebäudetechnikElektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik kümmern sich um sämtliche elektronische Anlagen in Gebäuden – vom einfachen Lichtschalter bis zur Solaranlage auf dem Dach. Der Ausbildungsberuf bietet eine gute Möglichkeit, sich auf erneuerbare Energie und intelligente Stromversorgung zu spezialisieren.Faktencheck: Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, die meisten Betriebe erwarten eine Mittlere Reife. Die Vergütung liegt bei 550–750 Euro im ersten und 750–1000 Euro im vierten Lehrjahr.Biologielaborant/-inBiologielaborant(inn)en untersuchen Tiere, Pflanzen oder Mikroorganismen im Labor. Umweltschutz spielt dabei eine große Rolle, jedenfalls wenn man in einer Forschungseinrichtung oder bei einer Umweltschutzorganisation arbeitet.Faktencheck: Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, die meisten Betriebe erwarten ein gutes Abitur. Die Vergütung liegt bei 890–940 Euro im ersten und 1070–1100 Euro im vierten Lehrjahr.Landwirt/-inLandwirte stehen nicht nur im Stall oder fahren Trecker. Sie kümmern sich auch um den Verkauf ihrer Produkte oder arbeiten mit digitaler Technik wie Melkrobotern oder Drohnen. Die Ausbildung ist deshalb körperlich und geistig anspruchsvoll.Faktencheck: Die Ausbildung dauert drei Jahre, die meisten Betriebe erwarten eine Mittlere Reife. Die Vergütung liegt bei 520–630 Euro im ersten und 630–800 Euro im dritten Lehrjahr.[/yaez-box] 
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
URL: