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Für mich bitte doppelt: Das duale Studium




„Ich bin Schnittstelle zwischen Informatik und Ingenieurwissenschaft“

- Maren, 20, studiert Embedded Automation Design bei dem Technologieunternehmen Continental.

Ich wollte immer in einem technischen Beruf arbeiten. Schon in der zehnten Klasse machte ich ein Praktikum im Bereich Elektronik. In der Oberstufe waren Mathe und Chemie meine Leistungskurse. Weil ich mir bei meiner Studienwahl noch unsicher war, absolvierte ich ein sechsmonatiges Praktikumsprogramm für junge Frauen, die sich für technische Berufe interessieren. Man schnuppert in verschiedene Betriebe hinein und besucht erste Vorlesungen an der Hochschule. In dieser Zeit stieß ich auch auf den damals ganz neuen Studiengang Embedded Automation Design. Die Verknüpfung aus Informatik, Wirtschaft und Ingenieurwesen klang sehr spannend. Auch Continental als Arbeitgeber kannte ich durch meinen Vater gut. Natürlich waren die Aussicht auf eine Festanstellung nach dem Bachelor und das Ausbildungsgehalt durchaus nette Nebeneffekte. Inzwischen bin ich im zweiten Studienjahr und immer noch sehr zufrieden mit meiner Wahl. Praxis und Theorie wechseln im Drei-Monats-Rhythmus. An der Hochschule habe ich Kurse zu Projektmanagement, Programmiersprachen wie C und C++ oder Elektrotechnik. [pullquote]Dieses Wissen kann ich in der Praxis direkt anwenden.[/pullquote] Besonders spannend war der Einstieg mit einem Einsatz in der Produktion. So lernt man das Unternehmen und die unterschiedlichen Arbeitsfelder von der Pike auf kennen und erfährt wie die Produkte von Continental gefertigt werden. Ausgebildet werden wir für die Arbeit als Schnittstelle zwischen Informatik und Ingenieurwissenschaften. Diese Kombination ist für die Zukunft sehr wichtig. Immerhin wird die Produktion dank künstlicher Intelligenz und Robotern immer vernetzter und immer autonomer. Mir macht der ingenieurwissenschaftliche Teil der Ausbildung am meisten Spaß, genau wie die Arbeit direkt am Produkt. Ein absolutes Highlight steht in den nächsten Wochen an – mein nächster Praxiseinsatz führt mich zehn Wochen nach Malaysia.

„Wir treffen alle Entscheidungen im Team“

- Eileen, 25, hat Soziale Arbeit dual studiert und arbeitet nun im Jugendamt des Landkreises Osterholz.

Nach dem Abitur stand für mich fest, dass ich mit Menschen arbeiten und sie in schwierigen Lebenssituationen unterstützen möchte. Ein Studium an der Uni kam für mich nicht in Frage. Das war mir einfach zu breit und unspezifisch. Auf der Suche nach einer Alternative stieß ich auf das duale Studium Soziale Arbeit. Beim Landkreis Osterholz arbeitet man dabei im Jugendamt und studiert gleichzeitig Soziale Arbeit an der Hochschule Heidenheim. Praxis und Theorie wechseln alle drei Monate. Während der Bewerbungsphase machte ich eine dreitägige Hospitation und war sofort begeistert von der Arbeit im Jugendamt. Meine Abteilung nennt sich „Allgemeiner Sozialer Dienst“. Wir sind die erste Anlaufstelle für Familien, die Unterstützung brauchen. Die Themen reichen von Trennung über finanzielle Sorgen bis zu Erziehungsproblemen oder Gewalt gegenüber Kindern. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, das Gespräch mit den Menschen zu suchen. Wir besuchen dafür die Familien, verschaffen uns einen Überblick über ihre Lebenssituation und suchen dann gemeinsam nach Lösungen für ihre Schwierigkeiten. Während der Ausbildung habe ich meine Ausbilderin zu ihren täglichen Einsätzen und Gesprächen begleitet. So konnte ich gut in die verantwortungsvolle Aufgabe hineinwachsen. [pullquote]Gerade am Anfang war die Umstellung von der behüteten Schulzeit zum Ernst des Lebens groß. [/pullquote]Für meine tägliche Arbeit ist es wichtig, eine offene und respektvolle Haltung gegenüber den Menschen zu entwickeln. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass jeder Mensch seinen Rucksack zu tragen hat und Respekt verdient – egal in welcher Situation er ist. Außerdem lassen sich die meisten Probleme am besten gemeinsam lösen. Gleiches gilt auch für unsere Arbeit als Sozialarbeiterinnen. Wir treffen alle Entscheidungen in Team, gerade wenn es zum Beispiel darum geht, ein Kind in einer Pflegefamilie unterzubringen. Dieser Austausch mit den Kollegen hilft mir auch, nach einem langen Tag den Kopf freizukriegen und nicht zu viele Probleme mit nach Hause zu nehmen.

„Ich habe gelernt, wissenschaftlich zu arbeiten“

- David, 26, ist Physiotherapeut, bald auch mit Bachelorabschluss.

Schon nach dem Abitur wollte ich Physiotherapeut zu werden. Der Berufswunsch scheiterte aber an den hohen Schulgebühren. Bis zu 15.000 Euro Schulgeld kostete eine Ausbildung bis vor einiger Zeit. Zu viel für mich, zu viel für meine Eltern. Deshalb studiere ich erst einmal Biologie. Richtig glücklich wurde ich mit dieser Entscheidung nicht. Irgendwann zog ich die Reißleine und entschloss mich, aller Kosten zum Trotz, doch Physiotherapeut zu werden und zwar mit dualem Studium. An der Fachhochschule Kiel kann man die schulische Ausbildung mit einem Studium kombinieren. Die praktischen Fächer wie Anatomie, Trainingslehre oder Massage hatte ich an der Fachschule. Zusätzlich besuchte ich einmal pro Woche Kurse an der Hochschule – zum Beispiel zu wissenschaftlichem Arbeiten. Bereut habe ich die Entscheidung nie: Die Ausbildung und das Studium sind zwar ziemlich anspruchsvoll, gerade in Anatomie und Physiologie muss man sehr viel lernen. Der Kontakt mit den Menschen, die Möglichkeit Schmerzen zu lindern und Lebensqualität zurückzugeben, empfinde ich aber als erfüllend. Im letzten Jahr habe ich mein Examen bestanden. Heute arbeite ich 2,5 Tage pro Woche in einer Physiotherapie-Praxis. Dort kümmere ich mich zum Beispiel um Patienten mit neuen Knie- oder Hüftgelenken oder starken Rückenschmerzen. Die restliche Zeit verbringe ich an der Uni und bereite mich gerade auf meine Bachelorarbeit vor. Nach meinem Abschluss würde ich mich am liebsten auf manuelle Therapie spezialisieren und mit Sportlern und Mannschaften arbeiten. In meiner Freizeit betreue ich schon länger eine Handballmannschaft. Auch über eine eigene Praxis habe ich schon nachgedacht. [pullquote]Mein duales Studium empfinde ich für meine Zukunft als großen Gewinn.[/pullquote] Ich habe gelernt, wissenschaftlich zu arbeiten und mein Handeln zu reflektieren. Auch das Stellen von Diagnosen haben wir im Studium gelernt. Das erleichtert die Arbeit auf Augenhöhe mit den Medizinern. Nur die Bezahlung ist noch ausbaufähig. Zum Glück würdigt mein Arbeitgeber mein Studium als Fortbildung und zahlt etwas besser. Das können leider nicht alle studierten Physiotherapeuten von sich behaupten.
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