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Doppelt hält besser: Und welche duale Variante studierst du?




Die soziale Variante

 NiklasNiklas, 22, studiert den Dualen Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der FH BielefeldIch wusste schon zu Schulzeiten, dass ich nach dem Abitur mit Menschen arbeiten und dabei möglichst viel Abwechslung haben möchte. Mein Vater ist Notfallsanitäter, und so kam ich bereits als Kind in Kontakt mit dem Thema Gesundheit und Versorgung. Das hat mich geprägt und den Wunsch in mir geweckt, in eine ähnliche Richtung zu gehen. Mein Studium bringt mir mit dem steten Wechsel zwischen Theorie und Praxis die Vielfalt, von der ich geträumt habe: An der Hochschule beschäftigen meine Kommilitonen und ich uns zum Beispiel mit der Frage, wie man die Qualität der Patientenversorgung verbessern könnte und erhalten an der Berufsschule das nötige Wissen, unter anderem zur Anatomie des menschlichen Körpers. Später können wir die Ergebnisse unserer Überlegungen und das Gelernte dann in der Praxis überprüfen. Dann arbeiten wir für jeweils rund sechs Wochen in einem Bereich der Pflege – zum Beispiel in der Psychiatrie oder der Chirurgie. Insgesamt gibt es zehn dieser praktischen Einheiten, sodass man ein gutes Gefühl dafür bekommt, welcher Schwerpunkt einem am meisten liegt. Auch mein Wunsch, mit möglichst vielen verschiedenen Menschen zusammenzukommen, hat sich erfüllt. [pullquote]Ich treffe Ärzte, Physiotherapeuten und Pfleger – Kollegen mit Erfahrung, von denen ich viel lernen kann. Und natürlich ist der Kontakt zu den Patienten ein besonderer.[/pullquote] Viele erzählen mir nicht nur ihre Krankengeschichte, sondern auch, was sie sonst belastet. Dann höre ich ihnen zu und bin einfach für sie da. Das Studium ist sehr zeitintensiv. Anders als meine Freunde, die kein duales Studium machen und lange Semesterferien genießen können, haben meine Kommilitonen und ich darum auch nur 30 Urlaubstage im Jahr. Dafür verdiene ich im Monat aber auch rund 700 Euro; Geld, das ich ansparen kann, da ich noch zu Hause wohne. Vielleicht verwende ich es für mein Masterstudium, das ich gern noch nach meinem Bachelorabschluss dranhängen möchte.

Die klassische Variante

 SvenjaSvenja, 23, absolviert ein duales BWL-Studium bei BoschWie soll es nach dem Abitur weitergehen? Mit dieser Frage habe ich mich in den Monaten vor und nach meinem Schulabschluss intensiv beschäftigt. Das Fach, Betriebswirtschaftslehre, stand relativ schnell fest, aber das Wie und Wo bereitete mir Kopfzerbrechen. Ich schaute mir einige große Hochschulen an und war abgeschreckt von den vollen Hörsälen, in denen oftmals mehrere Hundert Leute saßen – wenn sie denn einen Platz ergattern konnten. Würde ich unter diesen Umständen gut und begeistert lernen können? Daran hatte ich Zweifel. Ein duales Studium schien mir für mich besser geeignet. [pullquote]Die Möglichkeit, während des Studiums direkt Berufserfahrung sammeln zu können, gefiel mir, ebenso wie die Tatsache, dass das theoretische Wissen in kleinen Klassenverbänden vermittelt wird.[/pullquote] Heute absolviere ich ein duales Studium bei Bosch und erlebe so die für mich ideale Mischung aus Praxis und Theorie. Drei Monate lang arbeite ich im Unternehmen, immer in einer anderen Abteilung, und kann so in die unterschiedlichsten Bereiche von Einkauf und Logistik über Controlling und Personal bis hin zu Marketing und Vertrieb hineinschnuppern. Die darauffolgenden drei Monate wiederum studiere ich an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart, um dort die theoretischen Grundlagen zu lernen. Der Unterricht ist sehr persönlich, da wir nur 30 Leute sind. Die Dozenten, die oft aus der Praxis kommen, binden uns Studenten stark ein, man kann sich nicht verstecken, der Lerneffekt ist dadurch größer, da man dazu animiert wird mitzumachen. Ein Highlight meiner Ausbildung war der dreimonatige Auslandsaufenthalt in Shanghai, wo ich in der Bosch-Niederlassung mit den Kollegen vor Ort arbeiten durfte.

Die digitale Variante

 AntoniaAntonia, 18, studiert Digitale Medien bei der Deutschen BahnStudium? Ja, bitte, aber mit der Möglichkeit, alles Theoretische sofort in der Praxis ausprobieren zu können! Also kam für mich nach der Schule eigentlich nur ein duales Studium infrage. Ich bin ein kreativer Mensch und habe schon immer gern am Computer gearbeitet, in der zwölften Klasse habe ich an der Gestaltung der Abizeitung mitgewirkt und gemerkt, dass mir das liegt. Bei der Internetrecherche nach dem passenden Studiengang stieß ich auf das Fach Digitale Medien, das darauf vorbereitet, später als Mediengestalter oder Medienmanager zu arbeiten. Ein Volltreffer! Es vereint die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gestaltung, also genau das, worin ich gut bin und was mir Spaß bereitet. Es folgten: eine schriftliche Bewerbung, ein Onlinetest, die Teilnahme an einem Assessment-Center, ein Vorstellungsgespräch, und dann endlich hatte ich die Zusage. Mittlerweile habe ich die erste dreimonatige Theoriephase an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim absolviert und jede Menge über Statistik, Printtechnik, Typografie und Webpublishing erfahren. [pullquote]Gerade probiere ich das Gelernte in der Praxis aus. In der Abteilung, in der ich die kommenden zwölf Wochen eingesetzt bin, erstellen wir Flyer und arbeiten an einem firmeninternen Video.[/pullquote] Zusammen mit den Kollegen überlege ich, welche Grafiken und Icons gut aussehen und die Betrachter am meisten ansprechen könnten. Ein Sinn für Ästhetik und Gestaltung ist da natürlich wichtig, ebenso wie ein gewisses technisches und mathematisches Verständnis und Interesse am Programmieren. Und man sollte sich um ein gutes Zeitmanagement bemühen. Die Kombination aus Theorie und Praxis ist spannend und abwechslungsreich, führt aber auch dazu, dass man den ganzen Tag beschäftigt ist – längere Semesterferien haben wir nicht. Ich versuche darum, in den Theoriephasen immer alles sofort nachzubereiten, sodass sich nicht zu viel an Lernmaterial ansammelt. Bisher hat das immer gut geklappt, sodass ich nie auf mein Wochenende verzichten musste und sogar noch Zeit habe, regelmäßig meine Eltern in Sachsen zu besuchen.
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