www.yaez.com

Das zahlt sich aus: Berufe in der Finanzwelt




[pullquote]Trocken war’s bis jetzt noch nie[/pullquote]Felix, 21, ist im ersten Jahr seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Hypovereinsbank in Berlin.„Ich bin ein offener und kontaktfreudiger Mensch, der gerne auf andere zugeht. Außerdem liegen mir der Umgang mit Zahlen und logisches Denken. Wer Spaß an täglichem Kundenkontakt hat, ist in diesem Beruf richtig. Mal darf ich bei der Beratung einer Familie zur Baufinanzierung dabei sein, mal organisiere ich für einen Kunden neue Zugangsdaten, wenn er nicht mehr ins Onlinebanking kommt. Oder ich beantrage eine neue EC-Karte, wenn ein Kunde seine verloren hat. Wir Azubis helfen auch häufig im Selbstbedienungsbereich der Filiale und erklären den Kunden, wie unsere Überweisungsterminals funktionieren oder zeigen ihnen, wie sie die Mobile App der Bank nutzen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Kunden nach der Beratung zufrieden nach Hause gehen. Zusätzlich habe ich die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft im Blick. Jeden Tag informiere ich mich z. B. über Börsenkurse. Das ist eine wichtige Grundlage für das Gespräch mit Kunden. Bei Fragen kann ich mich jederzeit an meinen Lerncoach wenden. Auch wenn viele denken, die Arbeit in einer Bank wäre trocken, habe ich noch keinen Tag so empfunden. Die Ausbildung ist auf jeden Fall anspruchsvoll, aber wenn man wirklich dahinter steht und sich anstrengt, darf man mit der Zeit immer mehr Verantwortung übernehmen und die Berater bei der Anlageberatung unterstützen, selbst Kunden anrufen und zum Gespräch einladen, Veranstaltungen organisieren oder beim Auswahlverfahren für neue Azubis helfen.“[pullquote]IT-Skills sind total gefragt[/pullquote]Lara, 25, wird im Rahmen eines Traineeprogramms bei der GLS Bank in Bochum zur Risikocontrollerin ausgebildet.„Klar, ein Gesprächsaufhänger ist mein Job nicht. Im Gegensatz zu Berufen wie Ärztin, Lehrerin oder Feuerwehrfrau können sich viele einfach nichts darunter vorstellen. Wenn ich mich aber länger mit jemandem über meine Arbeit unterhalte, merke ich, dass es meist viele Fragen zur Finanzwelt gibt. Als Risikocontrollerin ist es meine Aufgabe, den Geschäftserfolg und die Risiken meiner Bank zu messen und dem Vorstand darüber zu berichten. Der Einblick, den man dabei erhält, ist super spannend, da man dadurch immer genau weiß, wie es um das Unternehmen steht. Die GLS Bank investiert das Geld ihrer Kunden in ökologische oder soziale Projekte, das finde ich super. Deshalb habe ich hier schon eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und während meines Wirtschaftsstudiums in verschiedenen Abteilungen wie dem Kundenservice und der Beratung mitgearbeitet. Jetzt, innerhalb meines 18-monatigen Traineeprogramms lerne ich die Arbeit in unterschiedlichen Fachabteilungen kennen. Dabei heißt es manchmal Geduld haben: Eine Bank ist eher ein träger Apparat, da sie an viele gesetzliche Vorgaben gebunden ist, und kann deshalb nicht immer so agieren wie ein junges Start-up. Durch die Digitalisierung fallen konventionelle Aufgaben weg und die Finanzbranche verknüpft sich immer mehr mit dem IT-Bereich. Wer sich also für die Finanzwelt interessiert, muss nicht unbedingt ein Matheass sein. Auch Leute, die kreativ sind und ITler sind sehr gefragt. Wer Spaß daran hat, Prozesse neu zu denken und digitale Strukturen aufzubauen, findet seinen Platz in der Finanzbranche.“[pullquote]Ich gehe locker an Kundengespräche ran[/pullquote]Paul, 20, macht eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen im Außendienst der R+V Versicherung in Mainz.„Ich bin der richtige Ansprechpartner, wenn jemand  einen Versicherungsschaden melden, eine Frage zu seinem Vertrag haben oder eine neue Versicherung abschließen möchte: Als angehender Kaufmann für Versicherungen und Finanzen im Außendienst bin ich ständig im Kontakt mit Kunden, meist per Telefon oder E-Mail. Aber auch Beratungstermine vor Ort gehören zu meinem Arbeitsalltag, bei denen ich die Kunden zuhause besuche. Meistens werde ich dabei von meinem Ausbilder begleitet. Das gibt mir Sicherheit. Am meisten Spaß macht es natürlich, wenn der Kunde am Ende mit der Lösung zufrieden ist und ich ihm weiterhelfen konnte. Dass mich Vertrieb und Finanzen interessieren, merkte ich schon während des Fachabis mit Schwerpunkt Handel und E-Commerce gemerkt. Deshalb bewarb ich mich danach für die Ausbildung bei der R+V Versicherung. Im zweiten Ausbildungsjahr kümmere ich mich vor allem um sogenannte Sachversicherungen wie z. B. Haftpflicht- oder KFZ-Versicherungen. Immer häufiger kommen auch Personenversicherungen wie Lebens- oder Unfallversicherungen dazu. In der Regel sind die Kunden deutlich älter als ich. Dafür braucht es Selbstsicherheit und Aufgeschlossenheit. Die ersten Kundengespräche waren schon eine große Herausforderung, schließlich war das komplett neu für mich. Meine Empfehlung: Locker an die Sache rangehen, weil man ja immer Unterstützung durch erfahrene Kollegen hat – entweder direkt neben sich oder am Telefon. Und meistens zeigen die Kunden in schwierigen Situationen Verständnis.“
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
URL: