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Das hat’s mir gebracht: Mein Freiwilligendienst




[pullquote]Ich bin unabhängig und verantwortungsbewusst geworden[/pullquote]

– Sabrina, 21, hat sich für das Europäische Solidaritätskorps entschieden und in einer Pflegeeinrichtung in England geholfen.

Sabrina hat sich für das Europäische Solidaritätskorps entschieden und in einer Pflegeeinrichtung in England geholfenDarum fiel meine Wahl auf das Europäische Solidaritätskorps: Ins Ausland zu gehen stand für mich schon immer auf dem Plan. Weil meine Schwester schlechte Erfahrungen als Aupair gemacht hatte, suchte ich nach Alternativen und fand den Freiwilligendienst bei Erasmus+. Eine Freundin empfahl mir die Entsendeorganisation “VIA e.V”, bei der ich mich über die Projekte und meine Möglichkeiten informierte. Ich bewarb mich bei acht Organisationen, darunter Leonard Cheshire. Nach zwei Skype-Interviews bekam ich die Zusage von einem Pflegeheim in der Nähe von London. Da mich die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung interessierte und England schon immer eines meiner Reiseziele war, sagte ich zu. Um das ging’s in meinem Dienst: Ich war für die Aktivitäten und Unterhaltung der Heimbewohner zuständig. Zusammen mit anderen Freiwilligen und Mitarbeitern der Einrichtung betreute ich das Aktivitäten-Center. Wir spielten mit den Heimbewohnern Scrabble, Monopoly und andere Brettspiele oder bastelten. Mich beeindruckte, wie lebensfroh die Menschen trotz Rollstuhl und Einschränkungen sind. Zu Beginn meines Dienstes half ich im Charity Shop der Einrichtung, da mein Führungszeugnis noch fehlte. Ohne das Zeugnis ist es nicht möglich, in England im sozialen Bereich zu arbeiten. Mein Highlight in dieser Zeit war ein Ausflug mit den Bewohnern in die Harry Potter World in London. Die Begleitung der wöchentlichen Tagesausflüge gehörte auch später zu meinen Aufgaben. Mit den Rollstühlen der Bewohner waren die Ausflüge immer eine Herausforderung, aber die Seminare vor meinem Dienst hatten mich darauf vorbereitet.Mein Tipp: Im Ausland verlierst du die Hemmungen, Englisch zu sprechen. Ich war immer sehr unsicher, aber heute fühle ich mich im Englischen sicher – und im Umgang mit Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. Im Dienst lernte ich, Verantwortung zu übernehmen und unabhängig zu werden. Nebenbei konnte ich auf meinen Reisen in England viel erleben. Zusammen mit einer Freundin war ich sehr oft in London, wir sind durch Südengland und in Irland gereist. Ich kann allen nur empfehlen, einen Freiwilligendienst zu machen.[pullquote]Meine Erfahrungen in Indien haben mich inspiriert, Politikwissenschaft zu studieren[/pullquote]

– Anna, 19, hat in ihrem Internationalen Jugendfreiwilligendienst ein Umweltprojekt in Indien unterstützt.

Anna hat in ihrem Internationalen Jugendfreiwilligendienst ein Umweltprojekt in Indien unterstütztDarum habe mich für den internationalen Jugendfreiwilligendienst entschieden: Ich wollte einfach die Kultur eines fremden Landes kennenlernen und mich in einem Projekt sinnvoll einsetzen. Work & Travel kam deshalb für mich nicht in Frage. Ein Freiwilligendienst im Ausland war für mich die beste Möglichkeit, um meine Interessen zu verbinden. Und der IJFD ist neben weltwärts einer der wenigen staatlich geförderten Freiwilligendienste. Ich bewarb mich erfolgreich bei der Entsendeorganisation AFS und bekam die Chance, in einem Umweltprojekt in Indien mitzumachen.Um das ging’s in meinem Dienst: Ich war Teil eines Projektes für nachhaltige Landwirtschaft. Zusammen mit anderen Freiwilligen war ich für ein landwirtschaftliches Gelände zuständig, auf dem wir neue Gärten pflanzten und unser eigenes Obst und Gemüse anbauten. Zu Beginn war das gar nicht leicht, weil ich vom Gärtnern keine Ahnung hatte und die Ergebnisse meiner Arbeit nicht immer direkt sehen konnte. Ich musste lernen, geduldig zu sein und meine Leistungen anzuerkennen. Wir besuchten auch verschiedenen Schulen und pflanzten gemeinsam mit den Kindern Blumen, Obst oder Gemüse an. Ich erklärte ihnen, wie Mülltrennung funktioniert und wir schrieben das an den Wänden für die Kinder auf. Wir unterstützen auch mal einen Beach Clean Up und passten auf Schildkröten-Eier auf.Mein Fazit: In einem Freiwilligendienst lernst du nicht nur im Projekt viel über dich selbst, sondern auch ein Land und seine Kultur kennen. Während meiner Zeit in Indien interessierte ich mich sehr für die innenpolitische Lage und las viele Nachrichten. Das hat mich motiviert, Politikwissenschaft zu studieren. Allgemein lernst du im IJFD viel fürs Leben und wächst an den Herausforderungen. Deswegen würde ich es allen empfehlen.[pullquote]Ich bin viel offener geworden und begegne den Menschen auf Augenhöhe[/pullquote]

– Mit ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Einrichtung für betreutes Wohnen bereitet sich Yvonne, 22, auf ihr Studium der sozialen Arbeit vor.

Yvonne macht ihr FSJ in einer Einrichtung für betreutes Wohnen bereitet sich Yvonne, 22, auf ihr Studium der sozialen Arbeit vorDarum mache ich einen Freiwilligendienst: Ich möchte soziale Arbeit studieren und vor meinem Dienst habe ich nur mit Kindern und Jugendlichen zusammen gearbeitet, zum Beispiel als Aupair. Durch mein FSJ in einer Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen gewinne ich Einblicke in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und kann mich danach für einen Schwerpunkt im Studium entscheiden. Das macht meinen Dienst aus: Die wichtigsten Erfahrungen sind für mich die abwechslungsreiche Arbeit und die unterschiedlichen Begegnungen mit den Menschen. Unsere Klienten sind Erwachsene, die zwar recht selbstständig leben, aber Assistenzbedarf aufgrund einer psychischen Erkrankung oder Behinderung haben. Wir gehen zusammen einkaufen, kochen gemeinsam und gestalten die Freizeit ganz individuell. Ich helfe ihnen mit den Finanzen und bei behördlichen Aktionen. Die Arbeit fordert mich, weil ich auch Strenge zeigen und Grenzen setzen muss – das ist nicht leicht gegenüber Älteren, bringt mich aber weiter. Inzwischen bin ich viel offener und auf einer Wellenlänge mit den Menschen, die ich betreue. Deshalb empfehle ich dir ein FSJ: Ein FSJ ist kein verschwendetes Jahr. Du wächst an den Aufgaben, weil du Einblicke in den Arbeitsalltag bekommst und Menschen, die du sonst nicht kennenlernen würdest, offen begegnest. Die Offenheit und Erfahrung bringt dich sehr viel weiter. Unabhängig davon, ob du in den sozialen Bereich gehst. [pullquote]Ohne mein FÖJ hätte ich nie meine Erzieherausbildung angefangen[/pullquote]

– In seinem FÖJ auf einer Jugendfarm hat Matthias, 24, seinen Berufswunsch erkannt.

Matthias machte sein FÖJ auf einer Jugendfarm und betreute neben Tieren auch Kinder, die die Farm besuchtenDarum war das FÖJ für mich genau richtig: Weil ich nach dem Berufskolleg noch nicht wusste, welche Ausbildung ich machen möchte. Auf studieren hatte ich keine Lust und für eine Weltreise fehlte mir das Geld. Also informierte ich mich, was ich in einem freien Jahr machen kann und stieß im Internet auf das FÖJ. Als ich entdeckte, dass die Jugendfarm Sindolino noch einen Platz anbot, rief ich sie an und kurze Zeit später hatte ich mein erstes Probearbeiten. Dabei lernte ich die Mitarbeiter und die Farm kennen – und als das Angebot für mein FÖJ kam, nahm ich sofort an.So sah mein Arbeitsalltag aus: Im Zentrum stand die Arbeit mit den Tieren, Kindern und im Garten der Jugendfarm. Zu Beginn meines FÖJ war meine Aufgabe hauptsächlich der Tierbereich mit Eseln, Pferden, Schafen und kleineren Tieren. Morgens fütterte ich die Tiere und ließ sie aus dem Stall, bis mittags Kinder die Farm besuchten. Gemeinsam kümmerten wir uns um die Tiere und gingen mit den Eseln im Wald spazieren. Das war zu Beginn eine große Herausforderung für mich, weil ich alleine für bis zu 30 Kinder verantwortlich war. Ich lernte aber schnell mit den Kleinen umzugehen. Als im Frühling die Gartensaison startete, kümmerte ich mich morgens um die Gemüsebeete und den Gartenbau. Und ab dem Sommer kamen Kindergartengruppen, um uns mit den Tieren zu helfen.Mein Rat: Wenn du nicht weißt, welchen Beruf du machen möchtest, empfehle ich dir ein FÖJ zu machen. Die Aufgaben sind vielfältig, Spaß hast du auch und du verdienst Geld. Die Erfahrungen im FÖJ haben nicht nur mein Selbstbewusstsein gestärkt, ich bin jetzt auch viel engagierter. Nachdem ich in meinem FÖJ häufig im Garten gearbeitet hatte, bewarb ich mich als Landschaftsgärtner. Aber nach nur einer Woche im Job merkte ich, wie sehr ich die Arbeit mit den Kindern vermisste. Deshalb entschied ich mich, eine Erzieherausbildung zu machen, mit der ich jetzt fast fertig bin. Nebenher arbeite ich noch auf der Jugendfarm.[pullquote]Durch meinen BFD habe ich meinen Wunschberuf erkannt und einen Ausbildungsplatz bekommen[/pullquote]

– Kimberley, 24, hat durch ihren BFD in der Verwaltung die Zusage für ihren Ausbildungsplatz bekommen.

Kimberley hat durch ihren BFD in der Verwaltung die Zusage für ihren Ausbildungsplatz bekommenDarum war der BFD für mich die beste Option: Ich konnte damit meinen Lebenslauf verbessern und Einblicke in verschiedene Berufsfelder erhalten. Nach meinem Abitur wusste ich nicht sofort, wie es weitergehen soll. Deswegen machte ich ein FSJ und bewarb mich für einen Ausbildungsplatz. Aufgrund eines familiären Zwischenfalls musste ich meine Pläne ändern. Ich entschied ich mich, nochmal einen Freiwilligendienst zu machen. Da ich mir eine Ausbildung im Bürobereich gut vorstellen konnte, suchte ich mir den BFD in der Verwaltung aus.Um das ging’s in meinem Dienst: Ich war hauptsächlich für die FSJler und BFDler zuständig, die beim Diakonischen Werk ihren Dienst machten. Daneben gehörte die Öffentlichkeitsarbeit zu meinen Aufgaben. Ich betreute zum Beispiel den Facebook-Kanal und nahm an Roadshows teil, in denen wir zu verschiedenen Schulen oder Messen fuhren und Werbung für das FSJ und den BFD machten. Rückblickend war meine Arbeit in der Verwaltung genau der Job, den ich heute noch mega gerne mache.Deshalb empfehle ich dir einen BFD: Es ist die perfekte Gelegenheit, wenn du ein bisschen Abstand zur Schule brauchst und etwas für dich selbst machen möchtest. Du lernst viele neue Leute kennen und die Erfahrung macht sich gut in deinem Lebenslauf. Für meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bekam ich vor meinem BFD eine Absage – aber als ich mich im Jahr darauf nochmal bewarb, hinterließ die berufliche Erfahrung durch meinen BFD Eindruck und ich bekam die Zusage.[yaez-box]Du möchtest wissen, wo die fünf ihren Dienst gemacht haben? Hier findest du eine Übersicht ihrer Träger und Entsendeorganisationen.Sabrinas ESK: Leonard Cheshire mit der Entsendeorganisation VIA e.V. Annas IJFD: FSL India mit der Entsendeorganisation AFS Yvonnes FSJ: Stiftung Liebenau mit dem Träger Freiwilligendienste DRS gGmbH Matthias’ FÖJ: Stadtjugendring Sindelfingen e.V. Kimberleys BFD: Diakonie Baden[/yaez-box]
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