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Was macht eine gute Schule aus? Die Gründerinnen von schulen.de berichten




Wie seid ihr auf die Idee zu einem Bewertungsportal für Schulen gekommen?

Als meine beiden Schwestern und ich mit dem Studium angefangen haben, wurde unter den Erstsemestern abgeklopft, aus welchem Bundesland man kommt – und wie „hochwertig“ das Abi ist, das man durch seine Herkunft hat. Das hat uns zum Nachdenken angeregt: Wie stark hängt ein gutes Abi von der Schule ab, die jemand besucht? Und was macht eine gute Schule eigentlich aus? Bald stand fest: Wir wollen Schülern dabei helfen, das herauszufinden.

Nach welchen Kriterien bewertet ihr die Schulen?

Wir verwenden die Informationen, die die Schulen auf ihren Webseiten zur Verfügung stellen: Welche Sprachen bieten sie an, gibt es besondere AGs oder Austauschprogramme, wie digital ist die Schule? Insgesamt vergleicht unser Fünf-Sterne-System die Schulen in acht Kategorien. Außerdem hat jede Schule die Möglichkeit, ihr Profil zu ergänzen – das wurde von vielen Schulleitungen auch schon angenommen.

Gibt es auch negative Reaktionen vonseiten der Schulleiter?

Ja, und diese Gespräche waren natürlich nicht angenehm: Es wurde uns mit Klage gedroht, wir wurden schulmeisterlich belehrt oder aufgefordert, das Profil der betreffenden Schule zu löschen. Wir sehen das aber entspannt: Auch negative Werbung ist Publicity. Und als Juristin weiß ich, dass wir rechtlich auf der sicheren Seite sind.

Kannst du die Sorge der Lehrer und Schulleiter auch ein bisschen verstehen?

Ich finde, wer andere benotet, der muss sich eben auch gefallen lassen, dass er selbst bewertet wird. Das tun viele Lehrer aber äußerst ungern. [pullquote]Lehrer lassen sich ungern benoten.[/pullquote] Wir wollen einen Wettbewerb zwischen den Schulen schaffen und mit ihnen gemeinsam dafür sorgen, dass sich das Bildungssystem verbessert und übersichtlicher wird. Das sollten die Schulleitungen durchaus als Chance sehen – was übrigens auch etwa 70 Prozent tun, wir bekommen ja auch ganz viel Zuspruch, zum Beispiel auch von ehemaligen Lehrern.

Auch Schüler können auf schulen.de Noten verteilen …

Genau, allerdings achten wir dabei darauf, dass es fair zugeht: Sobald eine Bewertung abgegeben wurde, bekommt die Schule eine Mail mit der Bewertung zugeschickt. Falls diese unter der Gürtellinie ist, kann die Schule die Bewertung melden. Dann wird sie von schulen.de überprüft und gegebenenfalls gelöscht. Außerdem kann auch jeder User mit seiner E-Mail-Adresse nur höchstens zwei Schulen bewerten – natürlich anonym – so stellen wir sicher, dass niemand „fremde“ Schulen beurteilt. Übrigens können auch Lehrer und Eltern die Schulen bewerten.

Wo gibt es denn eigentlich den größten Nachholbedarf bei den Schulen?

Das größte Defizit hat sich bei Schulen im ländlichen Bereich gezeigt. Eigentlich logisch: Die Schulen in Ballungszentren müssen sich ja bereits einiges einfallen lassen, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Dieser Wettbewerb fehlt auf dem Land, deshalb schneiden hier viele Schulen schlechter ab. Diese Schulen bekommen durch uns ein direktes Feedback und damit auch die Chance, an ihren Schwachstellen zu arbeiten.

Ihr habt auf schulen.de auch ein Ranking der zehn besten Schulen Deutschlands veröffentlicht …

Ja, dabei werden die „schlechten“ aber gar nicht angezeigt. Wir wollen schließlich niemanden an den Pranger stellen. Aber unser Ranking soll durchaus auch eine Inspiration für die Bildungspolitiker sein und das eine oder andere Bundesland dazu anregen, sich ein bisschen anzustrengen. Unsere Kriterien sind absolut objektiv und für jeden nachvollziehbar. Wir führen auch Listen für einzelne Bereiche auf, so können sich Schüler, denen beispielsweise ein internationaler Abschluss besonders wichtig ist, besser orientieren.

Wie sieht eigentlich deine Traumschule aus?

Meine Traumschule fördert alle Schüler – in kleinen Klassen und mit persönlichen Beziehungen zu den Lehrern. Und natürlich gibt es jede Menge Freizeitangebote – von Sportprogrammen bis Kochkursen.

So funktioniert schulen.de

Auf dem Vergleichs- und Bewertungsportal können sich Schüler, Lehrer und Eltern über alle weiterführenden Schulen in Deutschland informieren und auch eigene Bewertungen abgeben. Grundlage der Bewertung ist ein Algorithmus, der auf Basis der Auswertung von 3.800 Schulwebsites entwickelt wurde. Neben einer geografischen Umkreissuche und einem Traumschulfinder haben die Gründerinnen auch Toplisten der besten Schulen veröffentlicht. Für die Zukunft sind auch Rankings für Realschulen, Berufsschulen und Grundschulen geplant.

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Die Macherinnen

Die Geschwister Clara (24), Annika (22) und Marie (21) haben die Aufgaben im Team klar verteilt: Die Juristin Clara kümmert sich um rechtliche Fragen, BWL-Studentin Annika ist für das Marketing zuständig und Psychologie-Studentin Marie kümmert sich um den Kontakt zu den Schulen.[/yaez-box]
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