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Digitales Lernen: Start-up mit 17




Wieder für eine Klausur gelernt, aber nicht das Gefühl, wirklich gut vorbereitet zu sein? Rubin kam öfter in diese Situation und es hat ihn einfach geärgert, dass er sein Wissen nicht richtig einschätzen konnte. Weil der 19-Jährige viel mit seinem Smartphone macht, war die Lösung des Problems schnell klar: Es müsste eine App geben, die das Lernen in die digitale Welt überträgt. Mit Skills4School hat er seine Vision umgesetzt und eine eigene Lernplattform entwickelt.

[pullquote]Es war nie mein Plan[/pullquote]

Rubin LindHeute ist Rubin 19 Jahre alt, redet bei großen Veranstaltungen über digitales Lernen und möchte seine Geschäftsidee weiter ausbauen. In der Anfangsphase hat der Gründer noch überlegt zu studieren: “Ein Unternehmen zu gründen, war nie mein Plan. Wäre aus der App nichts geworden, hätte ich wahrscheinlich BWL oder irgendwas mit Medien studiert.” Nachdem das Team immer weiter gewachsen ist und die App von Schülern und Lehrern angenommen wurde, hat sich auch sein Blick auf ein Studium geändert: “Mir hat es nie viel gebracht, Dinge nur theoretisch zu betrachten. Durch die Gründung eines eigenen Unternehmens, habe ich direkt gelernt, wie es in der Praxis funktioniert.” Freunde würden sich eher fragen, warum sie eigentlich studieren und es nicht so machen, wie er.

[pullquote]Programmieren kann ich gar nicht[/pullquote]

Von der Idee zur App und schlussendlich zum eigenen Unternehmen war es trotzdem kein kurzer Weg. Angefangen hat alles mit einem Entwurf bei Powerpoint: “Da war erstmal nur die Idee von der App. Die habe ich dann versucht, mit PowerPoint-Folien zu visualisieren. Programmieren kann ich gar nicht.” Von positivem Feedback angetrieben, hat Rubin dann an verschiedenen Ideen-Wettbewerben teilgenommen und durch Unterstützung von erfahrenen Mentoren seine Idee weiter vorangebracht: “Heute würde ich vielleicht einen kürzeren Weg gehen und sofort einen Prototypen bauen, aber durch die Wettbewerbe konnte ich mir ein gutes Netzwerk aufbauen.”

Es gibt auch Grenzen

Für Rubin war es erst schwierig zu akzeptieren, dass er die App derzeit nicht kostenfrei anbieten kann: “Wir sind es in Deutschland gewöhnt, dass Bildung nichts kostet. Das sollte auch so sein. Unternehmerisch geht es aber gerade noch nicht, weil Entwicklungen auch gezahlt werden müssen.” Seinen Grundgedanke möchte er aber nicht verwerfen: “Mit der App soll jeder die Chance haben, individuell zu lernen. Du kannst du für verschiedene Fächer lernen und dir eigene Pakete zusammenstellen.” Momentan kostet ein Lernpaket 1,99 €, einen ganzen Monat mit freier Fächerauswahl gibt es für 10 €.

Lernen soll vielfältig bleiben

[gallery columns="2" size="large" ids="39510,39509"]Es könnte der Gedanke aufkommen, dass Rubin das Lernen komplett in der digitalen Welt sieht und Lehrer irgendwann nicht mehr nötig sind. Der Aufbau der App verrät aber etwas anderes: Die Lehrer können individuell die Lerninhalte für ihre Schüler festlegen. Wenn nicht alle Lehrer sich die App downloaden wollen, ist das aber auch kein Problem: “Lehrer sind für die App eine schöne Ergänzung, aber nicht notwendig. Die Themen kann jeder Schüler auch selbst festlegen.” Aber braucht es dann überhaupt noch Unterricht? Der junge Unternehmer ist zwar überzeugt, dass digitales Lernen die Zukunft ist, aber nicht der einzige Lehrinhalt:  “Die App kann den normalen Unterricht nicht komplett ersetzen. Gruppenarbeiten, der persönliche Austausch von Wissen und das Präsentieren vor der Klasse dürfen nicht fehlen.”[pullquote]Es fühlt sich nicht wie Arbeit an[/pullquote]Ob er sich manchmal trotzdem ein Studentenleben wünscht? Der 19-Jährige wüsste nicht warum: “Ich gehe genauso feiern und kann mir meine Freizeit selber einteilen. Ich merke den Übergang zwischen Woche und Wochenende meistens nicht mal. Es fühlt sich für mich nicht wie Arbeit an, es macht mir einfach Spaß.” Von seinem Konzept ist er jeden Tag überzeugt und möchte es noch weiter ausbauen: “Ich kann mir auch vorstellen, die App für andere Bereiche auszubauen. Vielleicht wird es bald sowas wie Skills4study geben.”[yaez-box]Wie setze ich eine Idee um? Tipps vom Junggründer:
  1. Schreib deine Idee auf. Wenn du es notiert hast, fallen dir immer mehr Dinge dazu ein und das erste Grobkonzept entsteht.
  2. Stell deine Idee Freunden und Familie vor und diskutiere kritische Punkte, Möglichkeiten und Grenzen mit ihnen. Wenn du merkst, dass interessiert nachgefragt wird, bist du auf dem richtigen Weg.
  3. Visualisiere deine Idee. Versuche einen ersten Prototypen zu erstellen: Ob es ein Gegenstand, erste grafische Skizzen oder eine ausgefeilte Präsentation ist - gib deiner Idee mehr Raum.
[/yaez-box]Hier könnt ihr Skills4School downloaden:AppstoreGoogle Play  
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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