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„Mobbing kann echt gefährlich werden!“: Drei Jugendliche über ihre Erfahrungen




[pullquote]Mobbing kann echt gefährlich werden![/pullquote]Hannah Kaiser, 29, auf ihrem YouTube-Kanal „Klein aber Hannah” setzt sie sich für das Thema Body Positivity ein.Wieso liegt dir das Thema Body Positivity am Herzen? Früher habe ich mich oft nicht wohl in meiner Haut gefühlt, was vor allem an der Schule lag. Neckende, aber ziemlich verletzende Kommentare von Schulkameraden, Freunden und zum Teil auch Lehrkräften haben dazu beigetragen, dass ich eine Essstörung entwickelt habe. Mit meinem YouTube-Kanal „Klein aber Hannah” möchte ich auf dieses Thema aufmerksam machen und Menschen unterstützen und motivieren, die Ähnliches erlebt haben oder erleben. Was tun, wenn Mitschüler gemobbt werden? Reden! Sprecht mit euren Mitschülern und fragt sie, was sie denken, was sie fühlen und wo ihr sie unterstützen könnt. Und ganz ehrlich: Mobbing kann echt gefährlich werden, also ist es auf jeden Fall nicht übertrieben, wenn ihr zu Vertrauenslehrern geht und ihnen erzählt, dass ihr euch Sorgen um jemanden macht.[pullquote] Das Mutigste was ich jemals gemacht habe, war Hilfe anzunehmen! [/pullquote]Yannick Haile, 21, macht sich für Opfer von Mobbing auf seinem Kanal @yannickhaile stark.Wie bist du in Kontakt mit Mobbing gekommen? Angefangen hat das Ganze bei mir schon in der Grundschule bis zu dem Moment, in welchem ich mein Abschlusszeugnis auf der Bühne abgeholt habe und  meine Mobber mich ausgelacht haben.  Ich  war ein Schüler, der vieles hinterfragt hat und nie mit dem Strom geschwommen ist. Mit 15 Jahren habe ich einen Youtube-Kanal gegründet und wollte damit andere Menschen inspirieren. Eines Morgens komme ich in die Klasse und alle schauen sich meine Youtube-Videos an und machen sich über die Inhalte lustig. Das war einer der schlimmsten Momente in meiner Schulzeit. Was tust du gegen Mobbing? Leider habe ich es erst nach meiner Schulzeit aus dem Mobbing geschafft und zeige deswegen heute Schülern einen Weg auf, wie sie diesen Teufelskreis innerhalb von 3 Monaten verlassen  können. Da ich mich damals von allen meinen Ängsten, die in mir herrschten, verabschieden wollte, musste ich etwas tun. Ich bin mit 17 also alleine und komplett nüchtern zu uns in den Dorfclub gegangen und wusste, dass dort alle meine Mobber sein werden. An diesem Abend traf ich eine Entscheidung für mich: Ich werde von nun an  mein Leben leben und keiner hält mich davon ab. Welchen Tipp würdest du Jugendlichen mit auf den Weg geben, die gerade gemobbt werden?Wenn Du das gerade liest und dich angesprochen fühlst, dann sage ich dir Eins: Das Mutigste, was du jetzt gerade machen kannst, ist weiter machen. Mit der Hoffnung,  dass es besser wird. Gebe nicht auf. Stehe für dein Leben ein. Mach dir bewusst, was für dich  Leben bedeutet. Das fängt damit an, seinen Eltern zu erzählen was abgeht und wie man sich fühlt. Für mich  als Junge war das erst unheimlich schwierig. Da meine Eltern dann Bescheid wussten, konnte sie mich maximal unterstützen. Sie haben immer nach  Möglichkeiten gesucht, wie sie mir helfen konnten, damit ich glücklich werde. Das ist auch der  wertvollste Tipp den ich dir hier mitgebe: Du bist nicht allein. Eine kurze Abschluss-Motivation: Das Mutigste was ich jemals hätte machen können, war  Hilfe anzunehmen. [pullquote]Ich habe verstanden, dass ich es nicht jedem Recht machen kann und muss![/pullquote]Marie Sophie Damiano, 19, wurde als Influencer of the Year 2020 (Nano) in der Kategorie Fashion ausgezeichnet. Während der Schulzeit hat sie selbst Mobbing erlebt: Für ihre Mitschülerinnen war sie “anders”.Instagram: @mariasophiadamiano Inwiefern hat dich diese Erfahrung geprägt?Der Gedanke an meine Schulzeit ist teilweise mit Angst und Unwohlsein verbunden, aber auch mit Stolz und Stärke. Damals habe ich mich nicht getraut das anzuziehen, was ich schön fand. Meine Gedanken waren immer dieselben: „Behandeln mich Menschen endlich gerecht, wenn ich mich anpasse?” Ich wollte nicht auffallen, obwohl das eher meiner Natur entsprochen hätte. Wie hast du dein Selbstwertgefühl wieder zurück gewonnen?Viele Menschen mit unterschiedlichen Kulturen haben meine Sichtweise vergrößert und mich dazu inspiriert, meine Looks auf unterschiedlicher Basis zu kreieren – Styles wie der Grunge-, Goa-Look und nun Streetstyle haben mich in den letzten Jahren begleitet. Letztendlich habe ich verstanden, dass ich es nicht allen Menschen recht machen kann und schon gar nicht muss.Was ist Mobbing? Mobbing sind physische und/oder psychische Übergriffe. Das heißt, wenn dich ein Mitschüler anspuckt und dich dabei mit Worten beleidigt, ist das Mobbing. Schlagen, Festhalten, aber auch Lästern und Erpressen gehören dazu. Dabei sind es häufig Gruppen, die es auf einen Einzelnen abgesehen haben. Ihr Ziel ist es, das Opfer zu schädigen – mit allen Mitteln. Was tun bei Mobbing? Reden! Das ist nicht immer leicht, aber super wichtig. Vertraue dich Freunden, Eltern oder Lehrkräften an. Sie unterstützen dich, gegen Mobber vorzugehen – und du fühlst dich nicht allein gelassen.Mutig sein! Mache dir klar, dass du mehr wert bist als das, was du von deinen Mobbern gespiegelt bekommst. Vielleicht sind sie ja nur neidisch auf deinen Rucksack oder deine neuen Schuhe? Mach’ dein Ding und lass dich nicht verunsichern.Informiere dich! Auf Social Media gibt es einige Menschen, die sich für das Thema stark machen, informieren und dir Tipps geben können. Wir haben mit zwei Influencerinnen, die Mobbingerfahrungen gemacht haben, gesprochen.  
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