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Mathe-Checker: Erfolgreiche Youtuber verraten ihre Mathetricks




TheSimpleClub

Hinter TheSimpleClub stecken Nicolai Schork und Alexander Giesecke. Die 22-jährigen Studenten haben während ihrer Abizeit den Mathe-Nachhilfe-Kanal TheSimpleMaths gegründet. Obwohl die beiden selbst gar nicht so große Mathefans waren: „Wir wurden von Mitschülern gefragt, ob wir ihnen Mathenachhilfe geben können. So sind wir auf die Idee gekommen, den Kanal zu gründen.“ Das war 2013. Mittlerweile sind noch vier weitere Kanäle dazugekommen. Dort erklären die beiden ihren Fans jetzt auch Bio, Physik, Chemie und Wirtschaft. Und das ziemlich erfolgreich: Insgesamt 950.000 Abonnenten schauen regelmäßig die Erklärvideos. Was ist das Erfolgsgeheimnis der beiden? „Vielen Schülern fehlt die Motivation, weil niemand ihnen erklärt, wozu man Mathe eigentlich braucht. In der Oberstufe merkt man dann, dass man extrem viel nachholen muss“, erklärt Alex. „Besonders e-Funktionen, Logarithmen und das Bestimmen von Nullstellen machen vielen unserer Zuschauer Probleme – das sind unsere meistgeklickten Videos.“ Neben ihren Kanälen haben die beiden nun auch eine App entwickelt, mit der man nun schneller genau die Videos findet, die man sucht: Man gibt seine Klassenstufe ein, das Fach, für das man lernen möchte, das Thema der Klausur und bekommt genau die Videos angezeigt, die man braucht. Schülern, die sich nicht motivieren können, für Mathe zu lernen, empfiehlt Nico, sich ein größeres Ziel vor Augen zu führen: „Warum muss man die Klausur bestehen? Um einen guten Abschluss zu machen. Und wofür braucht man einen guten Abschluss? Um ein gutes Studium oder eine gute Ausbildung zu bekommen und später einen guten Job zu finden.“ Auch wenn man das Gefühl hat, das meiste Gelernte nie wieder zu brauchen: Die Matheklausur ist ein kleiner Schritt näher ans große Ziel.Nicos und Alex’ Extratrick:„Am besten macht man sich vor einer Klausur einen Plan von dem gesamten Stoff, der drankommt, strukturiert den in Teilgebiete und teilt das dann auf die Tage auf, die einem noch bis zur Klausur bleiben. Wenn man ein Thema mal nicht versteht, sollte man das außerdem nicht überspringen, sondern sofort aufschreiben und so lange versuchen, eine Lösung auf diese Frage zu finden, bis man sie komplett beantworten kann."

DorFuchs

Johann BeurichDorFuchs ist sächsisch und bedeutet einfach „Der Fuchs“. Und ein Fuchs ist Johann Beurich auf jeden Fall – zumindest, was Mathe angeht. Er ist 22 Jahre alt und macht gerade seinen Master in Mathematik an der TU Dresden. Das Besondere an seinem YouTube-Kanal: Johann kombiniert zwei seiner Leidenschaften – Mathe und Musik. Das Ergebnis sind Mathe-Songs, die einem schnell ins Ohr gehen und auch lange dort bleiben. Ob die p-q-Formel oder Vektoren – es gibt kein Thema, das Johann nicht in Ohrwürmer verpackt. Manchmal rappt er, manchmal singt er und begleitet sich selbst auf der Gitarre oder dem Klavier. Die Idee, Lern-Songs zu machen, findet Johann eigentlich recht naheliegend: „In der Grundschule gibt es einige Lern-Lieder, ‚Summand plus Summand wird Summe genannt‘ zum Beispiel. Das Prinzip habe ich übernommen und mache jetzt das gleiche für Schul- und Hochschulmathematik.“ Kindisch sind Johanns Songs aber auf keinen Fall. Das kommt auch bei seinen Zuschauern gut an: Sein erfolgreichstes Video, der Song zu den binomischen Formeln, wurde schon fast 1,5 Millionen Mal angeschaut. Vielen Schülern helfen die eingängigen Lieder beim Lernen. Dass Mathe so vielen Leuten Probleme bereitet, schiebt Johann vor allem auf den Matheunterricht: „Der Unterricht ist oft darauf ausgelegt, dass man den Test zum Thema am Ende besteht, also gelernte Formeln aufschreiben und anwenden kann. Es geht aber zu wenig um ein tieferes Verständnis. Deshalb vergisst man viele Sachen schnell wieder.“Johanns Lerntipp:„Einen Schritt zurücktreten und das Gesamte sehen, damit man einen Überblick über die Zusammenhänge bekommt. Es hilft auch, Musterlösungen Schritt für Schritt durchzugehen, damit man nachvollziehen kann, wie das Ganze funktioniert. Außerdem kann es helfen, beim Lernen verschiedene Sinne anzusprechen. Zum Beispiel, indem man Dinge farbig markiert oder eben mit einer Melodie verbindet, wie in meinen Videos.“

Mathematiqua

IMG_1219Mathematiqua ist der Nachhilfe-Kanal von Angela Ruoff. Die 21-Jährige studiert in Tübingen Französisch, Mathe und katholische Religion und hat schon während der Schulzeit Nachhilfe in Mathe gegeben. In ihren Videos erklärt Angela verschiedene mathematische Themen und rechnet Schritt für Schritt Beispielaufgaben vor. „Ich versuche, komplexe Themen möglichst einfach zu erklären. Meine Videos sind immer höchstens fünfzehn Minuten lang, damit man sie sich kurz als Erklärung oder Wiederholung anschauen kann, zum Beispiel vor den Hausaufgaben“, sagt Angela. Damit will sie vor allem eines erreichen: Schülern die Angst vor der Mathematik nehmen. „Meine Botschaft ist, dass es darum geht, sich etwas zu trauen und auszuprobieren, und nicht darum, etwas schon von Anfang an zu können“, sagt sie. „Denn nur so kann man es lernen: indem man Fehler macht und immer wieder versucht, einen Weg zu finden.“ Um etwas gegen das schlechte Image der Mathematik zu tun, sollten Lehrer im Unterricht öfter mal etwas Neues ausprobieren: „Man muss sich nicht zwingend ans Mathebuch halten. Der Lehrer kann sich auch selbst mal etwas Interessantes ausdenken. Damit kann man dann auch die Schüler mehr begeistern.“ Sie selbst löst am liebsten sogenannte Logicals, logische Denkaufgaben, die man auch ohne mathematische Grundlagen lösen kann. Deshalb empfiehlt Angela die Knobelaufgaben auch Mathe-Muffeln: „Denn das Entdecken ist das, was für mich den Reiz an der Mathematik ausmacht.“Angelas Lerntipp:„Leute, die keinen Spaß an Mathe haben, sollten unbedingt mal Knobelaufgaben wie das Einstein-Rätsel ausprobieren, um die Freude am Entdecken zu finden. Beim Lernen sind außerdem Trainingsaufgaben mit Lösungen sehr hilfreich. Allerdings sollte man dabei nie mit den schwierigsten Aufgaben anfangen, sondern sich von den Grundlagen langsam nach oben durcharbeiten.“

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