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Faust, Antigone, John Maynard und Co.: Wie soll ich das denn verstehen?




Schritt 1 - Die EpocheSimples Basiswissen der Epochen ist das Grundgerüst jeder Analyse. Genaue Jahreszahlen sind aber lang nicht so hilfreich wie die allgemeinen Themen, mit welchen sich die Menschen zu der jeweiligen Zeit beschäftigt haben. Es ist also ganz cool zu wissen, dass die Zeit von 1600 bis 1720 dem Barock zugeordnet wird. Noch cooler ist es aber schreiben zu können, dass zu der Zeit Sonette und Vanitas-Theorien auf der Tagesordnung standen. Schritt 2 - Die GattungDas Bestimmen der Gattung zu Anfang erleichtert dir viel Arbeit, denn jede Gattung hat ihre spezifischen Merkmale. Dass ein Drama in seinem Höhepunkt meistens eine Peripetie hat, wusstest du vielleicht schon. Aber dass du einen epischen Text an seinem fiktiven Erzähler erkennst, das ist dir vielleicht neu. Mache dir am besten eine Übersicht der Gattungen und lerne diese auswendig. Wenn dir dein Deutschlehrer nichts vorgegeben hat, dann halte dich an die drei Überkategorien: Drama, Epik und Lyrik. Schritt 3 - Die Rhetorik Von der formalen Analyse zur Interpretation: Das ultimative Aha-Erlebnis ist nicht mehr weit. Ganz wichtig sind jetzt noch die stilistischen Mittel in dem Werk, der Knackpunkt bei vielen Analysen. Du musst nicht jede einzelne Stilfigur kennen, die Metapher und der Neologismus sollten allerdings sitzen. Mache dir eine Liste mit den wichtigsten rhetorischen Mitteln. Als Faustregel kannst du dir merken: Die, die du nicht aussprechen kannst, wirst du vermutlich auch nicht im Text finden. Die meisten Stilmittel haben eine Funktion, mit welcher du sie interpretieren kannst. Die Hyperbel als Stilmittel der Übertreibung dient der Verdeutlichung des Kontextes. Oftmals sollen die rhetorischen Figuren aber auch nur die Stimmung des Gedichtes verdeutlichen. Schritt 4 - Die Form-Inhalt WechselwirkungDas ist schon eine fortgeschrittenere Kategorie. Wenn du Auffälligkeiten im Schriftbild, also der äußeren Form des Gedichtes entdeckst, hängt das oft auch mit dem Inhalt zusammen. Bei kurzen unvollständigen Versen und unreinen Reimen bewirkt das meistens einen gehetzten Eindruck bei dem Leser. Wenn du so etwas bemerkst und es in dem Gedicht auch noch um eine Verfolgung oder ähnliches geht, dann kannst du auf jeden Fall in deiner Analyse anmerken, dass der Autor durch seine Form den Inhalt betonen will. Schritt 5 - Der AutorAuch wenn Roland Barthes mal sagte, der Autor verschwindet hinter seinem Werk, so sei dir sicher: ein bisschen Alter Ego steckt in jedem Literaten. Goethe baute oft überirdische Wesen in seine Werke ein wie z.B. den Teufel Mephisto in Faust. Er gilt als Gründer der Genieästhetik, was bedeutet, dass er mit seinen Werken in der Regel etwas Übermenschliches ausdrücken möchte. Bei ihm kannst du demnach von seinen Werken auf seine Ideale schließen. So hat jeder bekannte Künstler seine Besonderheiten, mit welchen du garantiert Pluspunkte bei der Analyse sammeln kannst. [yaez-box]Merke: Jedes Werk hat eine Botschaft, die an dich als Leser adressiert ist. Von Analyse zu Analyse entwickelst du ein Bauchgefühl, auf was du achten musst. Wichtig ist aber zuerst die formale Bestimmung (unsere ersten beiden Schritte), bevor du du überhaupt mit der Interpretation startest.Du hast noch nicht genug von rhetorischen Mitteln? In diesem Video findest du die 25 wichtigsten Stilmittel im Überblick.[/yaez-box]
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