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Lan Behrendt: Von der Schulbank mit drei Jobs zum riesen Erfolg bei DaWanda




Auf die Idee ihre Mode zu verkaufen, kam Lan Behrendt ausgerechnet durch eine Protestaktion. In der Oberstufe musste ihr gesamter Kurs für eine Aufführung von Oscar Wildes „Dorian Gray“ ins Theater, natürlich mit der Auflage sich dem Anlass entsprechend schick zu kleiden. „Ich wollte gegen diese unsinnige Kleiderordnung protestieren und habe ein Kleid von mir verätzt und zerschnitten. Das Echo auf diese Aktion war natürlich geteilt“, erinnert sich Lan lachend. Die Lehrer zeigten sich entsprechend entsetzt, aber die Begeisterung der Mitschüler war überwältigend. Plötzlich standen ihre Kleider und Taschen bei der gesamten Jahrgangsstufe hoch im Kurs. Über den Freundeskreis breitete sich das Interesse schnell weiter aus und so bestärkt meldete sich Lan im Juli 2009 beim Selfmade-Online-Marktplatz DaWanda an. „Meine ersten Bilder und Entwürfe kamen gut an und ich bin in einen echten Arbeitswahn verfallen. Es kamen plötzlich Fotografen und andere Designer auf mich zu und ich habe meine heutige Agentur Berlinpieces kennengelernt.“ Heute knapp drei Jahren später waren ihre Entwürfe nicht nur in zahlreichen Kunstprojekten zu sehen, sondern wurden auch auf der diesjährigen Fashion Week in Berlin im Showroom von Berlinpieces, ausgestellt.

Drei Jobs für Nähkurse

Was erstmal nach einer schnellen Erfolgsgeschichte klingt, war für Lan harte Arbeit. Um sich Nähkurse, Stoffe und eine gute Nähmaschine leisten zu können, hatte sie zeitweise drei Jobs neben der Schule. „Ich habe gekellnert, als Schuhverkäuferin gearbeitet und verkaufte meine Kleidung bei DaWanda“, erzählt sie heute nicht ohne Stolz. Ihre Eltern haben Lan bei ihrem Ziel so gut wie gar nicht unterstützt. Doch von diesem Gegenwind lies sich die 20-Jährige nicht verunsichern, sondern setzte lieber auf das Prinzip Hartnäckigkeit. „Fast jedes Wochenende bin ich nach Berlin gefahren, um auf dem Mauerparkflohmarkt meine Kleider zu zeigen und zu verkaufen. Dabei bekam ich immer ziemlich direktes Feedback auf die Entwürfe, so konnte ich mich verbessern und einen ganz eigenen unverkennbaren Stil entwickeln.“

Jeder Entwurf ist ein Einzelstück

Das Markenzeichen ihrer Entwürfe ist die Verbindung aus Textilkunst mit verätzten Strukturen und modernen Schnitten. Jedes Kleidungsstück ist ein Unikat und wird ganz individuell gefertigt. „Mode ist für mich eher eine Kunstform“, erklärt Lan ihre Philosophie. Dass dabei der Verkauf der arbeitsintensiven Einzelstücke schon mal schwerfallen kann, ist klar. Als Erinnerung macht die junge Designerin deshalb von jedem Entwurf ein Foto und ganz besondere Stücke behält sie auch mal selbst. Auch wenn die junge Berlinerin inzwischen von ihrer Mode ganz gut leben kann und sich eine gewissen Bekanntheit erarbeitet hat, möchte sie zur Weiterentwicklung ihres Stils noch ein Studium beginnen: „Ich bereite mich gerade auf die Aufnahmeprüfungen an einigen Kunsthochschulen vor. Für mich ist die Kombination aus Mode und Kunst sehr wichtig, gerade weil Entwürfe für den Massenkonsum nicht mein Fall sind.“

Die Entwürfe von Lan Behrendt findet ihr hier: de.dawanda.com/shop/commeonveut oder bei commeonveut.wordpress.com.

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