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Jugend forscht 2018: Nicht Magie, sondern Wissenschaft




Dieses Jahr präsentierten 112 motivierte Jungforscher aus Baden-Württemberg ihre Ideen und Erfindungen unter dem Motto: Stuttgart - „Spring!" beim 53. Landeswettbewerb vom 20. bis 22. März. Wir haben bei drei Projekten mal nachgefragt.

Schluss mit Plastikgeschmack

Fachgebiet Chemie: Filtermethode für AcetaldehydJennifer Celine Miess (17), Schülerin auf das Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd.Kennt ihr das, wenn Wasser aus eurer Trinkflasche am Ende des Tages etwas nach Plastik schmeckt? Jennifer hat zusammen mit ihrer Projektpartnerin Teresa erforscht, woran das genau liegt. Es hat sich herausgestellt, dass es an einem Stoff namens Acetaldehyd liegt. Nun haben sie eine Filtermethode entwickelt, die diesen Stoff und folglich den Plastikgeschmack beseitigt. Wir konnten mit Jennifer ein bisschen quatschen und mehr herausfinden:Wie seid ihr auf diese Idee gekommen? Das ist für uns eigentlich ein alltägliches Problem, weil wir viel von Plastikflaschen trinken. Vor allem im Sommer, wenn man das Wasser länger draußen stehen lässt, dann schmeckt es teilweise echt ekelhaft. Wir haben uns dann gefragt, woran das liegt und ob sich das Problem irgendwie lösen lässt – und nein, mit einer Glasflasche rumzulaufen ist keine Lösung!Was war die größte Herausforderung bei der Umsetzung? Es gab keine zentrale Herausforderung – es waren immer wieder Kleinigkeiten, die noch nicht so funktioniert haben, wie wir es uns vorgenommen hatten.Und was hat euch am meisten Spaß gemacht? Wir haben in der Pädagogischen Hochschule sehr viel gearbeitet, weil es dort ein Labor gibt und da haben wir selbstständig arbeiten dürfen. Am Anfang bekamen wir eine kurze Anweisung und dann hatten wir praktisch freie Hand. Wir durften wirklich alleine forschen und unsere Arbeit selbst optimieren. Zum Teil war das auch anstrengend, weil es immer wieder Rückschläge gab, aber wenn man die Probleme selber löst, entsteht ein tolles Gefühl, das man sonst in der Schule nicht so bekommt. Das hat uns wirklich sehr viel Erfahrung gegeben.

Bakterien einfach wegschwemmen?

Fachgebiet Biologie: Pantoffeltierchen zur Bakterienbekämpfung[gallery columns="2" size="large" ids="38359,38360"]Vivien Schmidt (16), Schülerin am Albert-Schweiz-Gymnasium in Crailsheim.Manche Bakterien sind mittlerweile antibiotikaresistent. In Viviens Projekt geht es darum, einen neuen Ansatz für die Bekämpfung von Bakterien zu entwickeln. Für das Projekt hat sie mit Petrischalen experimentiert und konnte folgende Hypothese prüfen: Pantoffeltierchen (oder Paramecien) können ein effektives Mittel gegen Bakterien sein – sie ernähren sich nämlich von denen. Allerdings sei das nicht wirklich praktikabel, denn die Pantoffeltierchen müssen schwimmen. Das heißt man müsste alles, was man desinfizieren möchte, erstmals unter Wasser setzen. Mit Vivien haben wir uns ebenfalls kurz unterhalten. Das hat sie uns erzählt:Wieso hast du dich denn entschieden, am Wettbewerb teilzunehmen?Ich habe letztes Jahr schon mitgemacht und bin bis zum Regionalwettbewerb gekommen. Es hat mir extrem Spaß gemacht – man trifft viele tolle Leute und die Atmosphäre ist so inspirierend. Ich musste nochmal mitmachen! Außerdem will ich Medizin studieren und manchmal kann man sich den Wettbewerb bei der Bewerbung anrechnen lassen.Was war das Schwierigste am Projekt? Wir müssen alle eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und das war für mich sehr anspruchsvoll. Man sitzt da sehr lange dran – aber ich finde es gut, dass ich es mal ausprobiert habe! Ist bestimmt hilfreich für das Studium später. Man lernt viel über Zeitmanagement und Recherche.Was hast du besonders genossen? Das Experimentieren an sich. Es macht mir wirklich Spaß, Versuche zu planen, diese durchzuführen und später die Auswertung zu machen.

Ein bisschen wie Magie

Fachgebiet Physik: Kugeln im Lotussitz Alexandra Martin (16), Yasmin Muderris (16) und Nahae Kühn (15), Schülerinnen am Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach.Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es manche Straßenkünstler schaffen, über dem Boden im Schneidersitz zu schweben?  Haben sich diese drei Mädels auch. Sie haben es schließlich geschafft, Styroporkügelchen durch stehende Ultraschallwellen zum sogenannten Levitieren zu bringen. Das Projekt hat die Jury so beeindruckt, dass sie Alexandra, Yasmin und Nahae als Landessieger kürten. Dass die Straßenkünstler auf einer Platte sitzen, wissen die drei natürlich auch. Wir haben bei den Siegerinnen nachgehakt:Wie fühlt sich der Sieg an? So gut! Wir sind wirklich dankbar, dass wir beim Wettbewerb mitmachen durften. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, weil wir unser Projekt einer anspruchsvollen Jury präsentieren durften, die uns neue Denkansätze mitgegeben hat.Was war eure größte Hürde? Bei der Umsetzung war es für uns eine Herausforderung, das Gerüst aufzubauen, von dem die Schallwellen ausgehen. Es hat uns fast die Hälfte der Zeit gekostet. Aber umso größer war unsere Freude darüber, dass am Ende alles funktioniert hat und wir die Kügelchen zum Schweben gebracht haben!Auch ihr könnt Tolles leisten! Wenn ihr euch für den Wissenschaften interessiert, solltet ihr euch auf jeden Fall überlegen, beim nächstjährigen Jugend forscht Wettbewerb mitzumachen.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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