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Eine neue Fremdsprache lernen: Diese Tipps helfen




1. Es gibt kein perfektes AlterDas Alter, in dem wir eine Sprache lernen, ist nicht entscheidend. Der Zugang zu Sprachen verändert sich aber durch die Lebenserfahrung, die Art des Lernens oder die Kommunikationsbedürfnisse: Ein Baby beispielsweise hat nicht anderes zu tun, es saugt die Sprache auf. Im Alter geht es dann eher nach Interesse, ob man eine Sprache lernen möchte oder nicht.2. Entscheidender Faktor: MotivationManchmal hat man einfach keine Lust, eine Sprache zu lernen oder denkt, dass die Sprache nicht richtig zu einem passt. Aber was passiert, wenn du auf einem Austausch unbedingt mit deinem Austauschpartner sprechen möchtest? Genau: Deine Motivation steigt und deshalb auch die Hingabe, sich mit der Sprache zu beschäftigen!3. Mythos SprachtalentEin Mythos, der sich hartnäckig hält: Es gibt Menschen mit und ohne Sprachtalent. Das ist wissenschaftlich aber nicht nachweisbar. Wenn man mit einer Sprache nicht richtig warm wird, liegt es nicht am Talent, sondern an der Herangehensweise und der Motivation.4. Welcher Lerntyp bist du?Beim Erlernen einer neuen Sprache kommt es auch darauf an, sich selbst zu kennen und herauszufinden, wie man die Sprache am besten lernen kann. Muss ich die Sprache hören? Brauche ich einen Tandempartner? Es gibt kein Richtig oder Falsch!5. Nutze deinen AlltagHäufiges Wiederholen kann helfen, sich schneller an die Sprache heranzutasten – deshalb am besten die neue Sprache in den Alltag einbauen. Filme mit Untertitel sind zum Beispiel eine Idee. Oder: Wikipedia-Artikel! Diese lassen sich nämlich ganz leicht auch in der anderen Sprache lesen.6. Ohne Üben geht es nichtDie Digitalisierung hat durch Sprach-Apps und Online-Lernprogramme einiges vereinfacht. Trotzdem: Ganz ohne Üben und Aufwand lernt man eine Sprache einfach nicht. Man muss sich ein bisschen dahinterklemmen, wenn man besser werden will.7. Eine Reise kann helfen – muss aber nichtEs stimmt, dass eine Reise in das jeweilige Land helfen kann, dessen Sprache(n) zu lernen. Aber ein bestimmter Grundstock der Sprache ist schon vorher wichtig. Sonst nimmt man aus der Konfrontation mit der Sprache nicht viel mit.8. Fehler sind wichtigEtwas Neues zu lernen bedeutet auch immer: Man ist nicht auf Anhieb gut. Das ist wichtig zu akzeptieren. Man darf auch manchmal einfach raten, ohne es zu wissen! Und: Man muss aushalten können, dass man manche Dinge einfach noch nicht kann.9. Mehr Sprachen, mehr Verwirrung?Es ist eine falsche Vorstellung, dass man durch das parallele Lernen ähnlicher Sprachen durcheinanderkommt. Im Gegenteil: Man kann aus Übertragungen sogar lernen. Wenn man Englisch beherrscht, ist der Weg von „window“ (Englisch) zu „vindu“ (Norwegisch) nicht mehr so weit.10. Schwierig ist nicht gleich schwierigEs gibt Sprachen, die allgemein als „einfach“ oder „schwer“ bezeichnet werden. Deutsch gilt als schwere Sprache, vor allem aufgrund der Grammatik. Trotzdem können wir die Schwierigkeit einer Sprache nicht pauschal festlegen. Englisch zum Beispiel hat eine simple Grammatik und trotzdem benötigt man viel Sprachgefühl. Deshalb sollte man sich von diesen „Beurteilungen“ nicht abschrecken lassen. 

Prof. Dr. Britta Hufeisen ist Professorin für Sprachwissenschaften und Mehrsprachigkeit an der TU Darmstadt. Sie beschäftigt sich z. B. mit der Frage, was im Lernprozess passiert, wenn wir mehrere Sprachen nacheinander lernen.

Hier erzählen Philipp, Miri und Mira von ihren Erfahrungen mit ungewöhnlichen Sprachen: https://www.yaez.de/allgemein/ungewoehnlich-sprachgewand-drei-junge-erwachsene-im-interview/
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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