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Eine App für den Abischnitt: „Die meisten wollen checken, ob sie bestanden haben.“




Wie entstand die Idee zu AbiCalc?Henrik: Die Idee entstand aus der Not heraus während meiner Abizeit. Ich habe einfach einen Platz gesucht, wo ich meine Noten aufschreiben und meinen Schnitt ausrechnen kann. Ein Hausaufgabenheft war mir dann doch zu oldschool. [pullquote]Es gab zwar schon einige Apps für Noten, aber die waren eben noch lange nicht so ausgefeilt.[/pullquote] Da Maxi ganz gut programmieren kann, haben wir beschlossen, einfach selbst eine App zu entwickeln.Was kann denn AbiCalc, was andere Apps nicht können?Maxi: Uns war vor allem wichtig, dass AbiCalc unabhängig von Betriebssystemen und Browsern funktioniert und die User sich die Noten auch ausdrucken können. Außerdem haben wir die verschiedenen Schulsysteme aller Bundesländer berücksichtigt, da ja jedes Bundesland sein eigenes Punktesystem hat und es außerdem Unterschiede zwischen G8 und G9 gibt.Henrik: Besonders cool ist der „Was wäre wenn“-Modus, mit dem die User ausrechnen können, mit welchen Noten sie wo stehen würden.Ist AbiCalc eine App für „Streber“?Henrik: Nein, überhaupt nicht. Viele User wollen einfach nur checken, welche Noten sie brauchen, um zu bestehen. Oder ob sie sich überhaupt noch mal anstrengen müssen – denn schließlich müssen sie ja nicht jedes Halbjahr einbringen. Klar, wer möchte, kann natürlich mit der App auch schauen, wie er noch einen Einser-Schnitt bekommt. Aber [pullquote]wir wollen mit AbiCalc auf keinen Fall den Leistungsdruck verstärken,[/pullquote] den Schüler ja eh schon haben.Die App ist gratis – wie finanziert ihr euch?Maxi: Genau, die App ist kostenlos und soll das auch bleiben. Wir planen passgenaue Werbeanzeigen, zum Beispiel für Studiengänge, Nachhilfeanbieter oder Studienfahrten. Damit bekommt der User Werbung angezeigt, die auf ihn zugeschnitten ist. Wer zum Beispiel 15 Punkte in Physik hat, der bekommt Werbung für einen dualen Ingenieurs-Studiengang angezeigt. Inzwischen haben sich schon 42.000 Schüler die App heruntergeladen, jeden Tag kommen viele Hundert Nutzer dazu.Maxi und Henrik in ihrem eigens gegründeten Coworking Space "Gschafft".Glaubt ihr, dass junge Gründer von Schulen und Lehrern genug gefördert werden?Henrik: Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht. Ich habe zum Beispiel als Schüler einen Workshop an der Schule gegeben und es hat viel Überzeugungsarbeit gekostet, bis wir mit unseren eigenen Laptops in die Bibliothek durften. [pullquote]Es gibt so viele Schüler mit tollen Ideen[/pullquote] – und alles was sie bräuchten, wären einfach Räumlichkeiten und eine anständige Internetverbindung.Apropos Internet. Wie sieht es denn mit der Digitalisierung an den Schulen aus?Maxi: Ziemlich mau. Ich hatte beispielsweise das Fach Informatik in der Oberstufe, doch jeder einzelne von uns wusste mehr über den Unterrichtsstoff als der Lehrer. Trotzdem glaube ich, dass die Digitalisierung in Zukunft das ganze System verändern wird: Prüfungen laufen digital ab und die Schulsysteme der Länder werden mehr und mehr angeglichen.Welchen Tipp könnt ihr zukünftigen Unternehmern geben?Henrik: Wenn du eine tolle Idee hast, dann setz sie um. Bring einfach den Stein ins Rollen und fang mit einem kleinen Schritt an, einem Telefonat zum Beispiel. Und zwar jetzt direkt! Nicht nachher. Jetzt! [pullquote]Aus dem einen kleinen Schritt werden dann viele große.[/pullquote]Maxi: Als wir unseren Coworking Space gegründet haben, haben wir uns gefragt: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte, wenn es nicht klappt? Die Antwort: Ein paar Tausend Euro Schulden und dass uns die Zweifler auslachen. Da haben wir uns gedacht: Ok, damit können wir leben und haben das durchgezogen. Wenn man sich den Worst Case ausmalt, merkt man meistens, dass das Risiko gar nicht so groß ist. [yaez-box]Die Erfinder der AbiCalc-App, Maxi Mayr, 21, und Henrik Heubel, 18, leben in Bad Tölz. Dort haben sie den Coworking Space „Gschafft“ ins Leben gerufen. In den Büroräumen können Start-ups, Freelancer und Kreative zusammenarbeiten und sich gegenseitig austauschen. Dort konzipiert Maxi als Selbstständiger Unternehmenswebseiten, Henrik vermarktet mit seinem Team „Isardesign“ Instagram-Accounts für Geschäftskunden.[/yaez-box]AbiCalc gibt’s gratis für iOS und Android, alle Infos: www.abicalc.de 
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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