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Das lernst du noch: Die effektivsten Lernstrategien vom Coach




Tobias Uhl ist Psychologe und hilft Schülern der Oberstufe seit 2013 dabei, ihre Leistungen in Klausuren und beim Abitur zu verbessern. Im Interview verrät er, mit welchen Tricks es am besten klappt, die bekanntesten Lernprobleme zu vermeiden.

Mein Problem:

[pullquote]Länger als ein, zwei Stunden kann ich mich nicht aufs Lernen konzentrieren[/pullquote]

Konzentration ist wie ein Muskel: Du kannst sie trainieren und dich dadurch Schritt für Schritt verbessern. Je länger am Stück du dich auch im Alltag konzentrierst, desto leichter wird dir das Lernen fallen. Auf Social Media ist die nächste Neuigkeit nur einen Klick entfernt. Dadurch verlieren wir immer mehr die Fähigkeit, uns für längere Zeit zu konzentrieren. Du kannst aber etwas dagegen tun. Lies ein spannendes Buch und konzentriere dich so längere Zeit auf etwas, was dir Spaß macht. So trainierst du deinen „Konzentrationsmuskel“ ganz nebenbei. Und: Statt stundenlang zu lernen, solltest du auch immer wieder Pausen einbauen. Denn Lernen fordert Höchstleistungen von deinem Gehirn. Nach einer kurzen Pause kannst du dich wieder deutlich besser konzentrieren.

Mein Problem:

[pullquote]Ich lasse mich beim Lernen von jeder Kleinigkeit ablenken. Spätestens nach 10 Minuten ertappe ich mich, wie ich durch Instagram scrolle[/pullquote]

Ablenkung ist ein Riesenproblem beim Lernen. Aber es gibt ein paar Tricks:Trenne Lernen und Freizeit streng voneinander, etwa mit einem Wochenplan. Wenn du lernst, machst du nichts anderes und belohnst dich danach mit etwas Schönem für deine Disziplin. Deine Freizeit kannst du so ohne schlechtes Gewissen genießen, weil du mit allem fertig bist und den Kopf frei hast. Verbanne dein Handy: Lege es in ein anderes Zimmer und schalte es in den Flugmodus. Wenn es neben dir liegt oder noch an ist, ist es nämlich fast unmöglich, nicht schwach zu werden und draufzuschauen.

Mein Problem:

[pullquote]Oft schreiben wir innerhalb von einer Woche mehrere Klausuren. Das erscheint mir dann wie ein unüberwindbarer Berg und ich weiß nicht, wie ich das strukturieren soll[/pullquote]

Schreibe für jede Klausur einen Lernplan. In dem steht alles, was geprüft wird und welche Übungen du machen willst. Schreibe die Lernpläne so früh wie möglich, spätestens aber zwei Wochen vor der ersten Klausur. Falls du nicht weißt, was drankommt, frag beim Lehrer nach. Schätze danach ab, wie viel Lernzeit du insgesamt brauchst. Diese Zeit verteilst du gleichmäßig auf die zwei Wochen. Lerne pro Tag möglichst nur für ein Fach. Und keine Sorge: Wenn du das Wissen sicher im Langzeitgedächtnis gespeichert hast, macht es gar nichts, wenn zwischen dem Lernen und der Klausur ein paar Tage Pause sind.Mein Problem:[pullquote]Ich verliere leicht das große Ganze aus den Augen und verzettel mich in Details[/pullquote]Hier hilft dir eine gute Planung weiter: Überlege dir zuerst einmal, welche Themen in der Klausur drankommen und was du leisten solltest, um möglichst viele Punkte zu kriegen.Dann schreibst du einen Lernplan, in den du die passenden Übungen einträgst. So kommst du später beim Lernen nicht durcheinander, sondern siehst genau, was zu tun ist. Halte dich immer an deinen Plan und setz dir ein Zeitlimit für die einzelnen Aufgaben, damit du dich nicht verzettelst.Mein Problem:[pullquote]Ich habe wieder mal viel zu spät mit dem Lernen angefangen. Wie hole ich in viel zu wenig Zeit noch das Beste raus?[/pullquote]Versuch es mal mit der Ampel-Methode: Sie hilft dir, Schwerpunkte beim Lernen zu setzen. Schreibe alles auf, was drankommt. Dann nimm dir drei Stifte in rot, orange und grün. Was du noch gar nicht kannst, markierst du rot. Was halbwegs klappt, wird orange. Und was dir leichtfällt, markierst du grün. Am Anfang, wenn du etwas noch gar nicht kannst, machst du beim Lernen am schnellsten Fortschritte. Halte dich deshalb dich zuerst an die rot angestrichenen Themen und wenn noch Zeit bleibt, an die orangen. Lass den Rest weg.Mein Problem:[pullquote]Selbst wenn ich gelernt habe, ist mein Kopf bei der Klausur leer. Was kann ich gegen Prüfungsangst tun?[/pullquote]Wenn dein Kopf in der Klausur „leer“ ist, liegt das meist gar nicht an Prüfungsangst, sondern daran, dass du dein Wissen beim Lernen nicht geordnet hattest. Denn wenn wir etwas vergessen, ist das meist nicht gelöscht. Wir finden es im Gedächtnis einfach nicht, wenn wir es grade brauchen! Deshalb solltest du dir erst eine Art Inhaltsverzeichnis des Lernstoffs aufschreiben. So kannst du später beim Lernen alles dem richtigen Thema zuordnen. In der Klausur weißt du dann genau, was wo abgespeichert ist und kannst schnell das Richtige abrufen. Echte Prüfungsangst entsteht durch negative Gedanken, wie: „Die Klausur ist so schwer, dass ich garantiert eine schlechte Note bekomme!“ Diese kannst du ersetzen. Etwa so: „Die Klausur ist zwar anspruchsvoll, aber ich habe mich gut vorbereitet und gebe einfach mein Bestes.“[yaez-box] Auf seiner Webseite www.rock-dein-abi.de , im Blog und auf seiner Facebook-Seite bekommst du von Tobias Uhl außerdem regelmäßig kostenlose Lerntipps speziell für die Oberstufe.[/yaez-box] 
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