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Tulpenfieber: Ein Mix aus Geschichte und Romantik




Amsterdam im Jahr 1634: Der mittellose Maler Jan van Loose (Dane DeHaan) ist unsterblich in die schöne Sophia (Alicia Vikander) verliebt. Doch die ist mit seinem Auftraggeber, dem strengen Cornelis Sandvoorf (Christoph Waltz), verheiratet. Und obwohl auch Sophia etwas für Jan empfindet, kommt sie nicht so einfach von ihrem Ehemann los. Denn der hat als Unternehmer viel Macht und Einfluss in der Gegend. Die einzige Möglichkeit, um ihrer Liebe nachzugehen, sehen die beiden darin, im unglaublich wechselhaften Tulpenmarkt mitzumischen. Aber das ist alles andere als einfach und ungefährlich.

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß

Tulpenfieber will keine leichte Kost sein. Dem Regisseur Justin Chadwick ging es nicht darum, einen einfach und verständlichen Historienfilm zu drehen. Vielmehr wollte er, dass jeder etwas anderes in der Geschichte sehen kann – ganz so wie bei einem Kunstwerk. Der Fokus des Films liegt zum einen auf der Tulpenmanie des frühen 17. Jahrhunderts und zum anderen auf der Liebesgeschichte. Und so vermengen sich hier immer wieder Geschichtsstunde und Romanze miteinander. Dieser Mix kann die Spannung in dem 107 Minuten langen Film zwar tatsächlich sehr gut aufrechterhalten, aber holprig wird es trotzdem des Öfteren. Warum? Hier wird einfach zu viel Inhalt in eine zu kurze Zeitspanne hineingequetscht. Als würde Chadwick wirklich ganz korrekt Seite für Seite der Romanvorlage nacherzählen wollen. Und hinzu kommt noch das Problem, dass es gerade in der heutigen Zeit einfach schwer nachvollziehbar ist, wie man sich so sehr von einer schlichten Blume einnehmen lassen kann. Und wenn man doch unglücklich in einer Beziehung ist, wieso trennt man sich dann nicht?

Ein Film wie ein Gemälde

Über so manche große Erzähllücke hilft auf jeden Fall die visuelle Brillanz des Films hinweg. Schon als sich Sophia und Cornelis für das Portrait, das Jan von dem Paar malen soll, in Pose stellen, ist das ein echter Hingucker. Wie viel Aufwand da allein in den kleinen Details steckt! Der Moment ist perfekt inszeniert: die opulenten Kostüme, die düstere Umgebung und die angespannte Atmosphäre sind stimmig und fesselnd. Auch die finsteren Grachten Amsterdams nehmen einen mit in eine andere, aber sehr faszinierende Welt. Dabei erinnern einige Bilder und Stimmungen an Das Mädchen mit dem Perlenohrring, nur kommt dieser Kinofilm nicht an die erzählerische Raffinesse des Historienfilms von 2003 heran. Das Thema Tulpenspekulation ist so spannend, dass es sicherlich mehr Möglichkeiten gegeben hätte, dieses gut in den Vordergrund des Films zu stellen.

Fazit

Tulpenfieber ist ein echter Genuss für die Augen! Auch inhaltlich wollte man alles geben und die Romanvorlage scheinbar in Gänze auf die Leinwand bringen. Dadurch wirkt der Film jedoch oft schnell und oberflächlich.USA/ Großbritannien 2016; R: Justin Chadwick; D: Dane DeHaan, Alicia Vikander, Christoph Waltz; FSK 6; Kinostart: 24. August 2017
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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