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Tonspur: Warum wir mehr zuhören und hinschauen sollten




An diesen Sätzen bleibt man hängen und denkt darüber nach. Und genau das ist das Ziel von der Kampagne: Wachrütteln und die Menschen dazu bewegen, ihre Umwelt offener wahrzunehmen. Aber welche Geschichten erzählt die Kampagne? Die Kampagne Unerhört! soll von 2018 bis 2020 laufen. Zwei Jahre, in denen Menschen Gehör verschafft wird, bei denen sonst niemand genauer nachfragt. Ob bei Obdachlosen, Flüchtlingen oder Menschen, die mit ihnen öfter in Kontakt kommen: Es soll eine Plattform für eine soziale Diskussion geschaffen werden. Die Geschichten sind alle mit einer Tonspur und einem Foto auf der Webseite der Kampagne zu finden. Zum Nachlesen sind die Aufnahmen ebenfalls transkribiert. Wer aber richtig mitfühlen möchte, sollte sich auf jeden Fall die Aufnahmen anhören.

Jugendliche Flüchtlinge erzählen von Deutschland

Majd (17) erzählt davon, wie sehr er Fußball mag und wie schade er es findet, dass er wenig Kontakt zu deutschen Schülern hat:[pullquote]Das Problem ist, dass ich keine deutschen Freunde in meinem Alter habe. Die Freunde in meiner Klasse sind selber Ausländer.[/pullquote]Er ist 2016 aus Syrien geflüchtet und vermisst seine Heimat und Freunde besonders an Festen wie Ostern oder Weihnachten.Auch Ibrahim (15) ist aus Syrien geflüchtet und spielt gerne Fußball. In Deutschland fühlt er sich sicher und hat eine Patin, die ihm bei vielem hilft. Besonders vermisst er seinen Vater, der nach Belgien geflohen ist. Abdul (16) erzählt von seiner Flucht nach Deutschland. Ganz alleine kam er hier her und musste in einem Plastikboot von der Türkei nach Griechenland um sein Leben fürchten. Er hatte in Deutschland einen guten Start: „Viele Deutsche geben ohne zu nehmen. Die denken nicht, ich gebe dir und du musst mir auch geben - Nein!”

Helfer sehen die Probleme

Dieter erzählt von seinem Beruf als Einrichtungsleiter der Ev. Bahnhofsmission, die sich um Obdachlose kümmern: Wir versuchen, Menschenleben zu retten, sie sollten hier etwas Gutes zu essen kriegen, es sollten Kolleginnen und Kollegen da sein, die sich um ihre Seele kümmern.” Von Politikern fordert er eine Gesamstatistik zur Obdachlosigkeit und insgesamt eine bessere Obdachlosenpolitik.Gabriele ist Pfarrerin und sieht auch den Neid, der bei vielen deutschen Bedürftigen mitschwingt: Die Flüchtlinge kriegen alles und wir nichts.” Sie denkt, dass das vor allem an fehlendem Austausch liegt und der persönliche Kontakt mit Flüchtlingen in allen Gesellschaftsschichten wichtig sei. Wer Enera zuhört, kann herausfinden, dass sie als ehemaliger Flüchtling nun selbst ein Pflegekind aus Syrien aufnimmt: Ich wollte auch etwas zurückgeben. Ich war so gut aufgenommen, habe versucht, mich gut zu integrieren.” Sie wünscht sich vom Jugendamt mehr Unterstützung für Pflegefamilien, denn mit 18 ist ein Flüchtling noch nicht unbedingt fähig alleine zu leben.Du kennst jemanden, der Hilfe braucht, weißt aber nicht, wo du nachfragen sollst? Die Diakonie hat dafür ein Hilfeportal mit verschiedenen Angeboten eingerichtet. 
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