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Tim Bendzko: Kein Rocker, sondern der perfekte Popschwiegersohn




"Viel gemacht für einen jungen Mann", möchte man nach dem ersten Blick auf die Biografie des 26-jährigen Berliners sagen. Als Fußballer wäre Tim Bendzko fast Profi beim Traditionsverein 1. FC Union Berlin geworden, als Kurzzeit-Student der evangelischen Theologie fast Pastor und im Berufsleben war er Auktionator für Autos. Trotz dieses eher untypischen Werdegangs für einen Popmusiker wußte er schon als Kind, dass er später auf einer Bühne seine Lieder singen möchte, wie seine stolze Mutter immer gern erzählt. Die Chance dazu bekam er durch den Musikwettbewerb „Söhne gesucht“, ausgerichtet von keinem geringeren als Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims. Nach dem Sieg unterschrieb er 2010 einen Plattenvertrag bei Sony Music und konzentriert sich seither nur noch auf die Musik.

Musikalisch zwischen Clueso und Xavier Naidoo

Zusammen mit dem Produzenten Swen Meyer (u.a. Kettcar und Tomte) machte sich Bendzko schon bald an die Aufnahmen seines Debütalbum „Wenn Worte meine Sprache wären“. Rausgekommen ist dabei sehr eingängiger Deutschpop mit Gitarren, ein bisschen Klavier und Streicher sowie einiges an Soul-Groove, eindrucksvoll zu hören in der Single „Nur noch kurz die Welt retten.“ Nicht umsonst wird die Musik des Berliners häufig mit Clueso und Xavier Naidoo verglichen, auch wenn ihm als Künstler noch ein wenig der prägende Charakter fehlt. Das ist auch schon der einzige Vorwurf, den man dem Debütalbum „Wenn Worte meine Sprache wären“ machen kann. Die Musik ist schlichtweg zu lieb und freundlich.

Kein Rocker, sondern Popschwiegersohn

Rockstarallüren, Promi-Freundin oder doch wenigstens ein kleiner Skandal, bei Tim Bendzko wird die Sehnsucht nach wilden Musikergeschichten nicht befriedigt. Seine Worte sind mal nachdenklich und mal spitzfindig, ecken aber nie auch nur etwas an. Selbst seine Stimme ist völlig rein und unbeschadet. Wen das nicht stört, kann mit den intelligenten Texten des 26-Jährigen viel Freude habe, für alle anderen ist er nur ein weiterer Vertreter der Fraktion „Mädchenpop“, der zu allem Übel auch noch aussieht wie Matthias Schweighöfer. Aber das scheint durchaus auf Gegenliebe zu stoßen, immerhin spielt Tim Bendzko nicht nur seine eigenen Clubtour, sondern ist gleichzeitig noch Support bei den Deutschlandkonzerten von Elton John und Joe Cocker.
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