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The LEGO Batman Movie: Wenn Helden arbeitslos werden




Sobald es in Gotham brenzlig wird, ruft die Polizei den dunklen Rächer zu Hilfe. Das war schon immer so. Doch mit dem Führungswechsel von Polizeichef Jim Gordon zu seiner Tochter Barbara soll sich das ändern. Straftäter werden nicht länger nur „besiegt“ – sondern landen im Hochsicherheitsgefängnis. Für Batman bleibt nach und nach nicht mehr viel mehr zu tun als das versammelte kriminelle Milieu beim Hofgang zu beobachten. Diese Strategie ist einzig und allein auf den Joker zurückzuführen, der sich sehr bewusst über seine Rolle in Batmans Leben ist. Sein Plan sieht vor, dass auch Batman die gegenseitige Abhängigkeit erkennt und ihn befreit. Batman merkt lediglich, dass der Joker noch etwas im Schilde führt und will ihn deshalb in die sogenannte Phantomzone abschieben. An diesen Ort werden nur die bösesten aller Bösewichte transportiert. Leider würde er damit riskieren, dass Gotham auch von Sauron, Agent Smith, Voldemort und vielen weiteren Monstern heimgesucht wird.

Das Ego als Angriffsfläche

Batman wurde in The LEGO Movie so überspitzt dargestellt, dass die Fans noch mehr von diesem selbstverliebten Charakter sehen wollten. Sein LEGO-Soloabenteuer dreht sich nun ganz um die Frage, warum er so sehr von sich überzeugt ist. Klare Antwort: Batman hat einfach das aufregendste Life vong Bestimmung her! Tagsüber prügelt er sich mit Scarecrow, Bane, Two-Face & Co. und abends setzt er sich ins Heimkino, um über Schnulzen zu lachen. Was für ein Kerl! Doch in seinem Innersten fühlt er eine große Leere. Es gibt einfach niemandem, den er an sich heran lässt – nicht einmal seinen Butler Alfred. Diese Einsamkeit führt zu einer großen Charakterschwäche: Batman ist beziehungsunfähig. Zum Glück wirken die 104 Minuten Spielzeit wie eine große Therapiestunde und es ist noch nicht alles verloren.

Vorwissen bringt doppelt so viel Spaß

The LEGO Batman Movie ist bissig, respektlos und einfach alle Figuren sind selbstironisch angelegt. Die Macher tun gut daran, das neue LEGO-Franchise als Abrechnung auf die gesamte Popkultur zu verstehen. Im Falle von Batman sind das gewisse Kostüm-Entgleisungen in den 80er-Jahren oder musikalische Disco- und Metal-Einlagen mitsamt der dazugehörigen Klischees. Wie schon in The LEGO Movie fußt die Geschichte darauf, seine eigene eingeschränkte Weltsicht zu hinterfragen und im Zusammenspiel mit anderen zu neuen kreativen Höchstleistungen zu gelangen. Anders als im Vorgänger wird man aber noch viel mehr Spaß beim Schauen haben, wenn man sich mit Batman und seiner zehnteiligen Filmgeschichte ein wenig auskennt. Allein das Aufeinandertreffen von Batman und dem Joker in The Dark Knight (2008) wird in The LEGO Batman Movie immer wieder thematisiert.

Fazit

Der Held ist nichts ohne seine Gegner: In The LEGO Batman Movie muss der egoistische Protagonist erst über sich selbst hinauswachsen, um das zu erkennen. Batman-Fans werden sich darüber hinaus aber an den unzähligen lustigen Referenzen zur Vergangenheit des Helden in Schwarz erfreuen.https://youtu.be/MlhARKa14zgDänemark, USA 2017; R: Chris McKay; D: Erik „GRONKH“ Range, Luke Mockridge; FSK 6; Kinostart: 09.02.2017
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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