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The Girl With All The Gifts: Nur ein Zombie-Mädchen kann die Menschen retten




Eine aggressive Pilzinfektion hat fast die gesamte Menschheit in bluthungrige Zombies verwandelt. Nur eine kleine Gruppe von Kindern um Melanie (Sennia Nanua) kann ihren „Fressimpuls“ noch kontrollieren. Das Militär hält sie gefangen und verspricht sich, mithilfe von Experimenten mehr über diese Fähigkeit herauszufinden. Bisher ist nur klar, dass ihr Verstand noch völlig normal funktioniert. Erst wenn sie mit dem Geruch von Blut gereizt wird, verfällt auch Melanie in das Zombie-Muster. Unter dem wachsamen Auge von Sergeant Parks (Paddy Considine) geht es nun jeden Tag in den Unterricht zu Lehrerin Justineau (Gemma Arterton). Melanie ist viel besser als die anderen. Vor allem wenn es um Einfallsreichtum und Einfühlungsvermögen geht. Doch Wissenschaftlerin Dr. Caldwell (Glenn Close) bleibt nicht mehr genügend Zeit mit der jungen Probandin. Denn der Stützpunkt wird von einer Horde Untoten überrannt. Nun heißt es: Überleben, bevor sie weiter versuchen können die Welt zu heilen.

Ein Kind entscheidet über Leben und Tod

Das Zombie-Genre hat schon lange keinen so vielschichtigen Film mehr produziert. Denn in The Girl With All The Gifts ist längst nicht alles so offensichtlich wie es zunächst scheint. Erst mit der Zeit erkennt man die Hintergedanken jedes einzelnen, der den Angriff auf die Militärbasis überlebt hat. Auch bei Melanie wird klar: Um zu überleben, muss sie töten. Ihr Konflikt besteht nun darin, dass sie ja den Menschen eigentlich helfen möchte – statt sie zu fressen. Schließlich liegt die Entscheidung über den Fortbestand der Menschheit immer mehr in ihren Händen. Als Hybrid zwischen Mensch und Zombie ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrem Verstand und ihrem Unterbewusstsein. Nachwuchstalent Sennia Nanua bringt dieses Gefühl ausdrucksstark auf die Leinwand. Während sie sich in der einen Sekunde noch über ein sauberes, neues Kleidungsstück freut, ist dieses schon in der nächsten Einstellung wieder blutverschmiert. Und Sennias Miene verzieht sich entsprechend.

Was bleibt, wenn alles verloren scheint?

In der ersten Stunde baut der Film ein bedrückend-unheimliches Szenario auf, das er leider nicht über die gesamte Spielzeit halten kann. Denn je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verzettelt sich The Girl With All The Gifts. Die Antworten auf Fragen nach dem Ursprung und den Folgen der Epidemie sind unbefriedigend und die Weiterentwicklung von Melanies Charakter nur schwer nachvollziehbar. In jedem Fall besteht am Ende großer Redebedarf – weniger über die schlechten Special-Effects als über die Moral des Films. Was will uns The Girl With All The Gifts nun eigentlich mit auf den Weg geben? Eine mögliche Interpretation wäre, dass sich die Evolution nicht um das Schicksal von einzelnen Menschen schert. Und damit schlägt der Horrorfilm auch einen zutiefst deprimierenden Unterton an. Wozu überhaupt weiterkämpfen, wenn es eh keine Aussicht auf Besserung gibt?

Fazit

Wenn die Welt in Chaos und Zerstörung versinkt, dann besteht kaum noch Hoffnung. The Girl With All The Gifts zeigt tiefgründige Gedanken über den Sinn des Lebens in Ausnahmesituationen. Leider bleiben dabei die richtigen Antworten auf der Strecke. https://youtu.be/6oXJoFPork0 Großbritannien, USA 2016; R: Colm McCarthy; D: Sennia Nanua, Gemma Arterton, Glenn Close, Paddy Considine, Dominique Tipper; FSK 16; Kinostart: 09.02.2017
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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