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Skam: Erwachsen werden in Echtzeit




Die norwegische Webserie Skam (auf deutsch übersetzt: Scham) des Senders NRK begleitet eine Gruppe Jugendlicher in ihrem Alltag. Das Format der Serie ist anders und zieht Millionen norwegischer, aber auch internationaler Teenager vor den Bildschirm. Weil Skam so einen großen Erfolg feiert, sind in diesem Jahr Adaptionen in Frankreich, Italien und auch Deutschland entstanden. Druck heißt das deutsche Spin-off, produziert von funk, dem Jugendkanal der öffentlich-rechtlichen Sender. Zu sehen ist die Webserie auf YouTube und der Webseite von funk. Bis auf kulturelle Anpassungen und Unterschiede ist die Handlung in allen vier Versionen größtenteils dieselbe. Die Serie lässt uns fünf Mädchen, die sich in der Oberstufe anfreunden, beim Heranwachsen zuschauen. Die Clique besteht anfangs immer aus einer naiven, ein wenig eingebildeten Blondine, einer selbstbewussten Feministin, einer schüchternen Außenseiterin, einer überzeugten Muslimin und einem Mädchen, das immer Witze reißt und das Leben nicht allzu ernst nimmt.

Was passiert in dem norwegischen Original?

Die erste Staffel beginnt mit einem Vorspann, in der sekündlich kurze Clips eingeblendet werden, während eine männliche Stimme über Globalisierung, Macht und Konsum spricht. In der nächsten Szene erfahren wir, dass es Jonas ist, der auf dem Schulhof seiner Freundin Eva nur einen Schulaufsatz vorliest. Diese hört ihm zu, ärgert sich aber selbst über ihre Note. Jonas und Eva sind die Protagonisten der ersten Staffel und ein Paar. Eva wird dafür ziemlich fertig gemacht, denn Jonas ist gleichzeitig der Ex-Freund ihrer ehemals besten Freundin. Zu Beginn ist sie deswegen eine Außerseiterin, bis sie auf die vier anderen Mädchen trifft, die ihre Schulzeit grundlegend verändern werden. Skam greift in den Folgen viele Themen auf, die wir uns beim Erwachsenwerden stellen: Zukunftspläne, die erste Liebe, Freundschaften, aber auch tiefgreifende Probleme wie Sexismus, zerbrochene Familien, Vergewaltigung und Homophobie.

Man hat nicht das Gefühl, es sei “too much”

Die Serie spricht die Themen auf eine sehr subtile und doch wirkungsstarke Weise an. Obwohl die Charakteren in einigen Folgen schlimme Dinge durchmachen müssen, verzichtet Skam auf extreme graphische Darstellungen. Schon die traurigen und nachdenklichen Blicke von Eva in der Schule oder herablassende, sexistische Kommentare der beliebten Jungs bringen uns zum Nachdenken. Besonders gut schafft es die Serie, mit kleinen Elementen starke Botschaften zu vermitteln, ohne uns Zuschauer zu traumatisieren. Man hat nicht das Gefühl, es sei “too much”.

Worauf können wir uns freuen?

Das Konzept ist in jedem Land das gleiche und beachtet trotzdem in jeder Fassung feine, kulturelle Unterschiede. Dass die Folgen in Echtzeit ausgestrahlt werden, ist eine weitere Besonderheit von Skam. Wenn die Protagonisten um 9 Uhr morgens auf dem Schulhof diskutieren, wird das um 9 Uhr ausgestrahlt. Tanzen sie um 10 Uhr abends auf einer Party, kommt der Clip genau um 10 Uhr abends online. Die Mischung aus live und fiktiv ist ein interessantes Konzept, das die Serie lebendig macht.Fazit: Skam behandelt auf eine sehr lockere Weise die verschiedenen Facetten des Lebens. Eine wirklich empfehlenswerte Serie, besonders für diejenigen von euch, die nach einem guten Mix aus Witz und Ernsthaftigkeit suchen.  
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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