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Hörbuchsprecher Rufus Beck: „Ich bin ein Gryffindor“




Joanne K. Rowling hat 1998 mit der Veröffentlichung von Harry Potter und der Stein der Weisen in Deutschland eine neue Welt für viele erschaffen. Eine deutsche Stimme hat uns dabei von Anfang an begleitet: Rufus Beck hat den Figuren aus Harry Potter als Hörbuchsprecher so einzigartige, charakterstarke und unverwechselbare Stimmen verliehen, mit denen viele aufgewachsen und Nacht für Nacht eingeschlafen sind.Rufus Beck Harry PotterAnlässlich des 20-jährigen Jubiläums durfte Rufus Beck bei einer Veranstaltung von dem Carlsen Verlag in Zusammenarbeit mit dem Hörverlag und Audible nach langer Zeit wieder öffentlich aus Harry Potter vorlesen. Wir treffen ihn kurz vor der magischen Lesung in der Kulturkirche in Hamburg.20 Jahre ist es her, dass das erste Harry Potter Buch veröffentlicht wurde. Wie hat Harry Potter ihr Leben verändert? Es ist ein außergewöhnliches Buch und eine klasse Autorin. Ich wollte das Hörbuch so frei und neugierig wie möglich machen. Dann habe ich einfach drauf los geredet, ganz intuitiv. Figuren wie Dobby habe ich zum Beispiel sehr starke Stimmen gegeben. Das hätte auch nach Hinten losgehen können. Wäre Dobby zum Beispiel in einem anderen Teil eine Hauptfigur geworden, hätte man das nicht ertragen. Aber am meisten faszinieren mich die Reaktionen von anderen Menschen. Wie toll ist es denn, mit einem Buch aufzuwachsen? Was ist so besonders an Harry Potter?Es ist einfach gute Literatur. Man denkt über so viele verschiedene Themen nach: Freundschaft, Einsamkeit, Liebe und Freundschaft. Es fängt an, als ein Kinderbuch und hört auf mit einem Buch für Erwachsene. Joanne Rowling dachte sich: “Do your own thing.” Und das habe ich auch für das Hörbuch gemacht. Ich hatte die vollkommene Affenfreiheit und wurde auch nicht von irgendjemanden darin eingeschränkt. Sie dürfen nach langer Zeit wieder mal öffentlich aus Harry Potter vorlesen und der Saal ist ausverkauft. Wie fühlt sich das an? Ich lasse mich ganz auf das Publikum ein. Mir geht es um die Unterhaltung und ich möchte Menschen mit meinen Geschichten verzaubern. Ob ich jetzt meinen Kindern vorlese oder anderen Menschen, macht keinen Unterschied für mich. Es muss einfach Kino für die Ohren sein. Woran haben sie sich bei den Stimmen orientiert? Damals waren das für mich reale Figuren aus meinem Umfeld. Ich verrate natürlich nicht, an wem ich mich orientiert habe. 

Bücher vs. Filme

Im Kino werden gerade alle Harry Potter Filme auf der großen Leinwand gezeigt. Was ist das besondere an einer Lesung? Ich habe keinen einzigen Film gesehen. Das liegt aber auch daran, dass ich mich nicht von den Stimmen beeinflussen lassen wollte. Als der erste Film erschien, war die Buchreihe ja noch nicht komplett veröffentlicht. Auch die Hörbücher habe ich mir nicht nochmal angehört. Ich denke sie sind mit der Zeit immer besser geworden, weil ich die Figuren auch immer mehr kennenlernen durfte. Meine Stimme hat sich über die zehn Jahre natürlich verändert, aber Harry ja auch. Die Figuren sind kontrastreicher und interessanter geworden. Albus Dumbledore ist im letzten Band so heiser, weich und schwach, dass er sich fast verflüchtigt. Hagrid wird immer basslastiger. Vielleicht höre ich irgendwann mal rein und rege mich dann über Fehler auf. Gibt es Zitate, die ihnen manchmal einfach so in den Kopf kommen? Ich persönlich finde den ersten Teil großartig. Bei geringem Umfang wurde eine Zauberwelt mit verschiedenen Figuren entwickelt. Es ist wie ein Theaterstück in drei Akten aufgeteilt. Ich habe damals sofort die besondere Struktur erkannt. Aber ich denke jetzt nicht an einzelne Wortfetzen.In welchem Haus würden sie sich sehen? Slytherin ist ja nicht automatisch böse, aber ich würde wahrscheinlich nach Gryffindor gehören. Das sind für mich die zwei Häuser, die sich wirklich unterscheiden.

Das Internat muss sein

Können sie sich mit einer der Hauptfiguren identifizieren? Das kann man so nicht sagen. Ich merke natürlich Parallelen zu Harry Potter. Ich bin auch im Internat groß geworden und kann daher das Leben dort sehr gut nachempfinden. Da ist die Frage: “Wie überlebt man eigentlich so ganz ohne Eltern?”, immer präsent und das wird ziemlich gut getroffen.Warum ist die Schulform bei Harry Potter ein wichtiger Punkt?In einem Internat muss man schnell herausfinden, wo man hingehört. Kinder sind untereinander sehr hart und es gibt wirklich strikte Hierarchien, aber es können auch Freundschaften fürs Leben entstehen. Man kann nur überleben, wenn man in einer Gruppe ist. Es wird in Hogwarts so beschrieben, wie es im wahren Leben auch ist. Es gibt Lehrer die man mag und Lehrer die man nicht ausstehen kann. Welcher Figurentod hat sie am meisten getroffen? Ich nehme das überhaupt nicht persönlich, mich hat das nie getroffen. Es sollte alles so passieren, wie Joanne K. Rowling es sich gedacht hat.[yaez-box]Ihr liebt die Bücher, wollt aber noch mehr über die Harry Potter Filme wissen? Lumos maxima für die Regie![/yaez-box] 
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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