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Ninia LaGrande: Es muss sich auf jeden Fall nicht reimen




Als du mir erzählt hast, dass du einen Nagellack als Lieblingsobjekt mitbringen wirst, habe ich sofort gedacht: "Bestimmt irgendwas richtig schrilles, knalliges."Ja, das passt. Ich mag auffällige, schrille Farben, gerne auch Glitzer. Dieses Pink ist gerade meine Lieblingsfarbe. Abends, wenn ich Feierabend habe und vorm Fernseher sitze, gehört das Nägel-lackieren einfach dazu. Es bedeutet für mich Entspannung.

Hat dieser ausgefallene Farbstil auch etwas mit dem Wunsch zu tun, aus der Masse hervorstechen zu wollen?

Die Leute gucken mich aufgrund meiner Größe doch sowieso schon alle an. Auf diese Weise schauen sie mich aber an, weil ich irgendetwas Auffälliges an mir habe – krassen Schmuck, oder so etwas. Das macht mir Spaß.

Wie hast du den Poetry Slam für dich entdeckt?

Ich bin irgendwann mal in Göttingen zu einem Poetry Slam gegangen. Als ich mir das angeguckt habe, dachte ich: Das kannst du auch! Und wenn man damit einmal angefangen hat, kann man kaum wieder aufhören.

Das klingt ganz einfach, wenn du das so sagst.

Ist es auch! Das schwierige ist eher der Auftritt als das eigentliche Schreiben. Früher war ich vorher so aufgeregt, dass ich mich fast übergeben musste.

Wenn du jetzt vor hast, einen Text zu schreiben: Gibt es dann irgendwelche Dinge, die dich inspirieren?

Ich schreibe gern über Alltagsbegebenheiten. Wenn mir nichts einfallen will, stelle ich mir oft eine lange Straße mit vielen Häusern vor und frage mich: Wer wohnt hinter diesen Fenstern? Dann schreibe ich Geschichten über diese Leute. Die besten Texte entstehen meist trotzdem aus einer spontanen Idee. Es gibt dabei in meinen Geschichten immer einen wahren Kern, den ich dann weiterspinne.

Hast du so etwas wie ein Vorbild?

Literarisch tatsächlich so Leute wie Michael Ende und Astrid Lindgren. Die konnten noch wirklich Geschichten erzählen.

Was denkst du gefällt den Leuten an deinen eigenen Texten?

Das ist ein ganz schwieriges Thema (lacht). Inzwischen lerne ich gerade so ein bisschen, dass das, was ich mache, etwas wert ist. Ich denke, dass viele Künstler das erst lernen müssen. Wahrscheinlich macht’s die große Klappe in Kombination mit der Größe und den Texten, die ja nun vielleicht wirklich nicht schlecht sind.

Wenn ich dich jetzt bitte, mir zu erklären, was deiner Meinung nach poetisch ist…

Es muss sich auf jeden Fall nicht reimen. Auch eine Kurzgeschichte kann poetisch sein. Vielleicht ist Poesie die Kunst, Worte mit dem richtigen Klang und der richtigen Kombination aneinander zu fügen- sodass es sich „gut“ anhört.

Und wenn du zum Abschluss noch drei Charaktereigenschaften von dir aufzählen sollst, welche sind das?

Ich hasse das eigentlich, aber ich glaube, das passt schon: „Fröhlich“. Ich versuche schon, aus allem etwas Positives zu machen. Vielleicht auch so ein bisschen egozentrisch. Es ist schrecklich, dass über sich zu sagen, aber ich rede gerne über mich! Und als drittes? Vielleicht wirklich „bunt“- egal, ob das jetzt auf außen oder innen bezogen ist.Hier geht´s zum Blog von Ninia LaGrande.
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