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Mutti dissen – darf er das? Comedian Chris Tall im YAEZ-Interview




Mit seinen Stand-Up-Comedy-Auftritte bei „TV total“ hat Chris Tall den Durchbruch geschafft und sogar den „Deutschen Comedypreis“ als "Bester Newcomer 2016" abgeräumt. Mit uns hat der 25-Jährige über seine Schulzeit, den peinlichsten Moment seines Lebens, sein neues Programm und seine Vorsätze für 2017 gesprochen.

Wenn du dich an deine Schulzeit zurück erinnerst, welche Art von Schüler warst du?

Faul…faul und faul und ein nerviger Klassenclown, den keiner lustig fand.

Was waren deine Lieblingsfächer und welche Fächer hast du gehasst?

Ich habe eigentlich fast kein Fach gemocht, bis auf Sport. In den Fächern, in denen es um Sprache ging, war ich auch noch okay. Aber alles, was mit Naturwissenschaften zu tun hat – Mathe, Physik, Chemie, Bio – war eine Katastrophe.

Hast du schon mal die Schule geschwänzt?

Nee. Also ich habe zwar im Unterricht mal abgeschaltet, aber ich bin trotzdem immer hingegangen. Das war auch eine Erziehungssache: Ich habe mich das einfach nicht getraut. Ich dachte, das wird nicht gut enden, wenn ich nicht zur Schule gehe.

Was war das Peinlichste, das dir je passiert ist?

Ich war mal bei einer Comedyshow in Köln auf einer offenen Bühne. Da waren sehr wenig Leute, aber Bülent Ceylan war zu Gast. Ich kannte ihn zu der Zeit noch nicht persönlich und er war für mich voll der Megastar und ich entsprechend nervös. Da bin ich einfach komplett abgestürzt, die Leute haben nicht gelacht. Ich war so schlecht und hatte dazu einen hochroten Kopf. Mein bester Kumpel ist sogar rausgegangen, weil er sich so für mich geschämt hat. Das war einfach ein sehr, sehr peinliches Erlebnis. Heute bin ich mit Bülent befreundet, er hat den Abend dennoch besser überstanden als ich!

Du bist gelernter Versicherungskaufmann: Wieso hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Nachdem ich die Realschule hinter mir hatte, wusste ich erstmal nicht, wie es weitergeht. Ich habe dann noch zwei Jahre dran gehängt und mein Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung gemacht. Dann habe ich mich eben auf kaufmännische Berufe beworben. Die Ausbildung will ich auch nicht missen. Das war eine sehr, sehr coole Zeit und hat mich auch erwachsener gemacht.

Aber dann bist du ja doch Comedian geworden – wie kam es dazu?

Ich habe Comedy immer geliebt und während meiner Ausbildung einfach mal angefangen und bin auf die Bühne gegangen. Ich hatte immer das Ziel, in Arenen zu spielen. Alle haben gesagt: „Digger, hör auf mit dem Scheiß, total peinlich was du hier sagst!“ Aber ich hatte immer so einen großen Traum und hab’s einfach gemacht. Zum Glück, denn jetzt passiert alles so, wie ich es mir gewünscht habe.

Deine schauspielerischen Qualitäten hast du mittlerweile auch in mehreren Filmen, unter anderem „Abschussfahrt“ und „Männertag“, bewiesen. Hast du mit deinen Jungs auch schon so krasse Feier-Eskalationen erlebt, wie in den Filmen?

Jeder fängt irgendwann mal an, Alkohol zu probieren und da kennt man seine Grenzen einfach noch nicht. So krass wie im Film war es zwar nicht, mit Finger abschneiden bei „Abschussfahrt“ und so weiter. Aber sonst klar, wir haben auch gefeiert und einen über den Durst getrunken.

Du bist gerade mit deinem neuen Programm „Selfie von Mutti – Wenn Eltern cool sein wollen“ auf Tour.Bist du vor deinen Shows denn aufgeregt oder immer cool?

Aufgeregt bin ich schon. Also ich habe jetzt keine Angst, aber ich habe natürlich Respekt davor, weil ich weiß, es ist immer neues Publikum. Und wenn es dann mal so richtig groß wird, so vor 11.000 Leuten, dann wackeln mir schon auch mal richtig die Knie! Schlussendlich überwiegt natürlich die Freude und der Spaß an der Sache!

Wie schaffst du es, so selbstbewusst zu sein?

Das kommt mit der Zeit. Irgendwann weiß man, wie es sich anfühlt, auf der Bühne zu stehen. Man ist dann zwar noch aufgeregt, aber konzentriert. Die Sicherheit kommt auf der Bühne natürlich auch dann, wenn die Leute lachen.

Was sagen deine Eltern dazu, wenn du in deinen Shows Storys aus ihrem Privatleben erzählst?

Die sind da sehr entspannt und eher verblüfft, dass ihr Leben anscheinend so spannend ist, dass die Leute darüber lachen. Meine Eltern sind sowieso sehr, sehr cool und ich habe ein sehr enges Verhältnis zu ihnen.

Und waren dir deine Eltern auch schon mal richtig peinlich?

Eigentlich nicht. Wenn man jünger ist und die Eltern machen was Peinliches, dann nimmt man das ja mega persönlich, so „Hey, du hast mein Leben zerstört, weil du so peinlich bist!“ Aber mittlerweile, mit 25, lache ich eher darüber, wenn meine Mutter etwas Peinliches sagt, weil es für sie peinlich ist. Meine Eltern sind auch total junggeblieben und versuchen auch mal die Jugendsprache zu benutzen. Diese Fauxpas kann ich dann mit einem Augenzwinkern auf der Bühne erzählen.

Welche Ziele hast du für 2017?

Also ich möchte auf jeden Fall gesund bleiben, denn ich habe jetzt 65 Shows und da möchte ich fit durchkommen und die Fans nicht enttäuschen. Meine Family soll gesund bleiben und alles andere Berufliche ist dann eh nur noch ein Geschenk. Wenn mein Leben so bleibt, wie es gerade ist, wäre ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack auf Chris neues Programm: https://www.youtube.com/watch?v=g0SPD9ZqqiM Neugierig auf Chris neues Programm? Hier kannst du seine DVD "Selfie von Mutti - Wenn Eltern cool sein wollen" gewinnen.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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