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Macherin des Monats: „Generation Z kann doch was“




Mit Musicals hatte ich eigentlich nie was zu tun – bis zur siebten Klasse. Da haben wir mit der ganzen Klasse das Musical „Fame“ einstudiert und aufgeführt. Was für ein Spaß! Zwei Jahre später haben wir im Freundeskreis beschlossen, das Ganze noch mal zu machen. Weil im Unterricht kein Musical mehr vorgesehen war, haben wir uns mit der Jugendgruppe Generation Z kann doch was selbstständig gemacht. Ich habe ein 25-seitiges Skript geschrieben mit einer Handlung, die familiäre Gewalt thematisiert, wir haben die Rollen verteilt und das Stück einstudiert. Weil uns wichtig war, auch etwas für einen guten Zweck zu machen, haben wir beschlossen, die Eintrittsgelder alle an einen Verein zu spenden, der sich für Kinder einsetzt, die unter gewalttätigen Eltern leiden.Insgesamt hat es mit einem Probentermin pro Woche ein halbes Jahr gedauert, bis wir in der Lage waren, das Ganze aufzuführen. Das lag auch daran, dass die Suche nach einer Location sehr schwierig war: Wenn du nicht mehr im Rahmen des Unterrichts, sondern als private Theatergruppe auftrittst, sind erst mal viele Schulen skeptisch und wollen ihre Aula oder Turnhalle nicht zur Verfügung stellen.

Schönheitsdruck, Kinderrecht & Social Media

Am Ende haben wir einen Veranstaltungsort gefunden, konnten aufführen und waren überrascht von dem großen Zulauf. Das Ergebnis hat uns so motiviert, dass wir einfach weitergemacht haben. Jedes Jahr schreibe ich ein neues Theaterstück und jedes Jahr suchen wir uns eine Organisation, an die wir das Geld spenden. Nach dem Thema „familiäre Gewalt“ haben wir auf der Bühne noch „Schönheitsdruck“ thematisiert, „Kinderrechte“ und dieses Jahr den „Einfluss von Social Media“. Unsere Gruppe umfasst mittlerweile 22 Schülerinnen und Schüler, die zwischen zehn und 18 Jahre alt sind. Wir haben nicht nur Schauspieler, sondern beispielsweise auch zwei Mitarbeiter, die sich um die Technik kümmern. Da sind wir richtig professionell geworden, auch dank der tatkräftigen Unterstützung von „Jugend hilft“.

Richtig professionell

Während bei der ersten Aufführung der Sound noch aus dem Smartphone kam, gibt es jetzt eine richtige Tonregie und auch ein Lichtkonzept. Und Probleme, in Schulaulen zu kommen, haben wir auch nicht mehr. Jede Aufführung gastiert an mindestens zwei verschiedenen Schulen nacheinander, so erreichen wir ein breites Publikum.Früher war ich eher schüchtern, mittlerweile weiß ich aber, wie man Sachen organisiert. Am Anfang jeder Saison legen wir in der Gruppe Zuständigkeiten fest und danach weiß jeder, dass er sich auf den anderen verlassen kann – das ist echt ein gutes Gefühl. Ich liebe es auch einfach zu sehen, wie im Laufe eines Jahres aus einer lose zusammengewürfelten Gruppe ein echtes Team wird. Gerade die Jüngeren schöpfen daraus viel Selbstvertrauen.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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