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#LoveWins: Was hinter der Ehe für alle steckt




Letzten Freitag  war es endlich soweit. Nach einer ereignisreichen Woche fand im Bundestag die Abstimmung zum Thema “Ehe für alle“ statt. 393 Abgeordnete stimmten für, 226 gegen die Gleichstellung  der Ehe für homosexuelle Paare. Vier Abgeordnete enthielten sich. Nun muss am 7. Juli nur noch der Bundesrat zustimmen,  damit im Herbst die ersten gleichgeschlechtlichen Paare vor den Altar treten können.13 andere EU Länder hatten bereits zuvor die Ehe für alle eingeführt.  In Deutschland konnten gleichgeschlechtliche Paare bisher nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Durch das jetzt beschlossene “Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ dürfen homosexuelle Paare jetzt nicht nur heiraten, sondern auch Kinder adoptieren.

Ein langer Weg geht zu Ende

Der überraschenden Abstimmung geht jedoch ein jahrzehntelanger Kampf voraus. Bereits seit Ende der 1980er Jahre setzen sich liberale Politiker für die Gleichstellung Homosexueller in Deutschland ein.  Der erste Erfolg gelang mit der Verabschiedung des Lebenspartnerschaftsgesetzes, das am 1. August 2001 in Kraft trat.  In den darauffolgenden Jahren führte das Thema immer wieder zu Unstimmigkeiten und Diskussion zwischen den einzelnen Parteien. Wegen der anstehenden Bundestagswahl am 24. September 2017 geriet das Thema in den letzten Monaten dann immer mehr in den Fokus. Doch die Wenigsten hatten damit gerechnet, dass es bereits vor der parlamentarischen Sommerpause zu einer Abstimmung kommen würde.

Überfällig, aber noch lange nicht genug

Die Ehe für alle ist aber mehr als nur eine rechtliche Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Paare. Es ist auch ein Schritt zu mehr gesellschaftlicher Toleranz. Viele Homosexuelle leiden unter täglicher Diskriminierung und Ausgrenzung. Auch junge Menschen haben mit Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen, weshalb viele ihre sexuelle Orientierung geheim halten. Durch die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe erhoffen sie sich nun mehr Akzeptanz im Alltag und in der Öffentlichkeit. Die historische Abstimmung von letztem Freitag ist also auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, aber gleichzeitig noch lange nicht das Ende von Diskriminierung und Homophobie.

Reaktionen im Netz

Während außerhalb des Bundestages vor allem die katholische Kirche negativ auf den Ausgang der Abstimmung reagierte, wurde der Beschluss in den sozialen Netzwerken gefeiert – auf Twitter zum Beispiel unter den Hashtags #ehefüralle, #lovewins oder #loveislove. Wir haben für euch die besten und lustigsten Reaktionen aus dem Netz einmal zusammengefasst: Bei aller Freude über das Ergebnis der Abstimmung war auch die eine oder andere Kritik dabei: Was ändert sich für heterosexuelle Paare?: Für viele Menschen war Beatrix von Storchs Gesichtsaudruck das Highlight der Abstimmung: Nora hat doch etwas gefunden, das sich ab sofort für heterosexuelle Paare ändern wird:
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