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LOMO: Jonas Dassler im Interview




"The Language Of Many Others", kurz auch "LOMO" erzählt die Geschichte von Karl, einem Jungen, der nach einer Bedeutung im Leben sucht. Familie, Freunde, Schule: Nirgendwo scheint Karl wirklich reinzupassen. Umso mehr flüchtet er ins Internet, wo er unter dem anonymen Namen "Lomo" Videos von Menschen in seinem Umfeld postet – unabhängig davon ob diese einverstanden sind. Karl fühlt sich aufgehoben in der Online Community und driftet immer weiter von der realen Welt ab. Jonas Dassler spielt Karl und erzählt uns über den Film.Ab wann war für dich klar, dass du Schauspieler werden möchtest?Während der Schulzeit war ich in der Theater AG und dort entstand das Interesse und die Begeisterung für das Spiel . Das hat sich über die Jahre verfestigt. Parallel zu dem Abitur habe ich dann an verschiedenen Schauspielschulen vorgesprochen.War das nicht stressig – Abi und Vorsprechen gleichzeitig?Eigentlich nicht, denn ich hatte zum Glück schon den Platz an der Schauspielschule Ernst Busch bekommen, bevor die Prüfungen angefangen haben.Du bist auch ein sehr erfolgreicher Theaterschauspieler. Was macht dir mehr Spaß: Film oder Theater?Da habe ich keine Präferenz, Theater und Film sind für mich sehr unterschiedliche Erfahrungen. Die Vorbereitung zum Beispiel läuft anders ab. Beim Theater geht es viel um die gemeinsame Suche. Beim Film bereitet man sich meist alleine vor, bevor der Dreh beginnt.Wie war es für dich, in die Rolle von Karl einzutauchen?Es war herausfordernd, besonders am Anfang. “Lomo” ist der erste Film, in dem ich die Hauptrolle spiele. Dazu kommt, dass ich privat – anders als Karl – wenig mit sozialen Medien zu tun habe. Ich habe eng mit dem Team und Julia, der Regisseurin, gearbeitet und habe die Figur während dem Dreh immer wieder neu entdeckt.Konntest du dich trotzdem mit Karl identifizieren? Ja, weil er auf der Suche nach einer Erkenntnis ist. Diese Bedeutungslosigkeit auf der Welt, die er verspürt: Dass man immer etwas Besonderes sein und machen möchte, aber am Ende nur einer von Milliarden ist. Der innere Konflikt, den er durchmacht, seine Suche nach etwas Größerem: Mit all dem konnte ich mich durchaus identifizieren.Foto: Flare Film GmbH/Michal Grabowski
Foto: Flare Film GmbH/Michal Grabowski
Soziale Medien spielen bei dir also keine Rolle?Das einzige, was ich habe, ist Whatsapp. Ich weiß auch gar nicht, was ich zeigen würde, wenn ich zum Beispiel einen Instagram-Kanal hätte. Wenn man auf sozialen Medien unterwegs ist, muss man das ja auch pflegen und darauf habe ich einfach keine Lust.Siehst du es als Problem, dass wir immer mehr von unserem Privatleben teilen?Nicht unbedingt. Wenn man es richtig nutzt, sind soziale Medien ziemlich vorteilhaft, weil es eben fast jeder hat. Zum Problem wird es nur, wenn man soziale Medien als eine eigene Welt sieht und sich von der realen Welt entfernt. Man muss einfach wissen, wie man Medien richtig nutzt.Findest du, dass Beziehungen unter sozialen Medien leiden können?Es ist alles eine Frage der Dosis. Soziale Medien werden ja oft dazu genutzt, den Kontakt zu Freunden oder Familienmitgliedern aufrechtzuerhalten, besonders wenn sie weit weg wohnen. Natürlich ist es schlecht, wenn man während Gesprächen ständig auf das Handy schaut, aber ich denke, man soll Themen wie dieses nicht immer schwarz oder weiß sehen.Hattest du schon erlebt, dass jemand etwas von dir geteilt hat, was du nicht wolltest?Nein, ich war kurz auf Facebook, aber bin auch ziemlich schnell wieder raus. In der Zeit habe ich nichts Unangenehmes erlebt. Und wenn jemand etwas geteilt hätte, dann habe ich nichts davon mitbekommen.Was macht den Film “Lomo” besonders? Gab es Momente während des Drehs, die dir in Erinnerung geblieben sind? Dass der Film aus einer kleinen Vorstadtgeschichte etwas Großes macht und große Denkweisen zeigt. Ich hoffe, dass das Internet nicht nur verteufelt wird: denn wenn Menschen sich darin verlieren und augenscheinlich weglaufen, suchen sie vielleicht nur nach Nähe.Hier geht's zum Trailer:"LOMO" kommt am 12. Juli. 2018 in die Kinos.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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