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Lilies Diary: “Nachhaltig leben kann jeder”




Christine Neder ist mit dem Namen Lilies Diary auf YouTube. Ihr Video "Zero Waste für Anfänger - nachhaltig leben und Müll vermeiden" hat fast 70.000 Aufrufe. Das Interesse von der Community hat sie darin bestärkt, eine Reihe von Tutorials zu einem nachhaltigen Lebensstil zu machen.Wie bist du zu dem Thema “Zero Waste” gekommen?Mein YouTube-Kanal und Blog drehen sich hauptsächlich ums Reisen. Irgendwann habe ich mir aber auch überlegt, welche Dinge mir noch wichtig sind. Ich wollte auch meine Werte teilen: Dazu gehören mittlerweile Zero Waste, Minimalismus und vor allem ein bewusstes Leben zu führen.Wo fängt für dich Nachhaltigkeit an, wo hört sie auf? Es hört nirgendwo auf und wir können es immer optimieren. Da es so viele verschiedene Bereiche gibt, können wir uns aber auch aussuchen, worauf wir am meisten Wert legen. [pullquote]Soll es regional, fair oder recyclebar sein?[/pullquote] Wir können uns zum Beispiel besonders nachhaltig ernähren oder anfangen bei unserer Kleidung darauf zu achten.Welche Ansätze findest du schon gut? In Supermärkten gibt es wiederverwendbare Dosen an der Fleisch- oder Käsetheke. Wir zahlen jetzt für Plastiktüten, wenn wir eine brauchen. Wochenmärkte sind und bleiben das Beste, da hier auch vieles regional ist. Aber auch bei Secondhand Kleidung findet gerade ein Umdenken statt. Es gibt richtig coole Sachen und durch Plattformen wie Kleiderkreisel hat man eine große Auswahl und es ist nicht mehr wie so wie auf einem Trödelflohmarkt, wo es nur Ramsch gibt. Gibt es generell gerade ein stärkeres Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise? Ich hoffe es sehr, es ist aber noch viel zu wenig. Ich kann mir vorstellen, dass Social Media da einen immer wichtigeren Einfluss hat und Influencer natürlich auch. Wir sollten viel mehr hinterfragen. [pullquote]Nachhaltig leben, kann eigentlich jeder.[/pullquote] Die Aufrufe von meinen Zero Waste Videos zeigen mir: Die Menschen suchen nach solchen Infos.Wie fängt man am Besten damit an? Man sollte eigentlich langsam und klein anfangen. Ich habe mich in meinem ersten Video so richtig damit auseinandergesetzt. Was kann jeder? Einen Beutel zum Einkaufen mitnehmen ist der Anfang. Generell ist es sinnvoll darauf zu achten, Plastik zu vermeiden. Glasflaschen kaufen oder Produkte, die in Papier verpackt sind.Aber wie setze ich das jeden Tag um? Du musst erst Mal drüber nachdenken, wie ein normaler Tag aussieht. Was isst du zum Frühstück? Produzierst du damit schon Müll? Ich musste meinem Bäcker erklären, dass ich das Brot nicht in einer Verpackung haben möchte. Dann sollte man sich überlegen, welche Dinge man eigentlich immer isst und ob es eine unverpackte Alternative gibt. Aber es sind auch kleine Entscheidungen, wo man sich fragen kann: [pullquote]Brauche ich diesen in Plastik verpackten Schokoriegel jetzt wirklich?[/pullquote] Recyclebar, regional, ressourcensparend - Muss ich jetzt alles hinterfragen?Es ist leichter sich Prioritäten zu setzen, um nicht andauernd das Gefühl zu haben, zu scheitern. Für mich ist zum Beispiel meine erste Priorität, mich vegan zu ernähren. Meine zweite Priorität ist, Plastik zu vermeiden und meine dritte, regional einzukaufen.Welche Verpackungen nerven dich besonders? Nudeln und Klopapier. Nudeln sind einfach immer in Plastik verpackt und ich verstehe nicht warum. In einem Unverpackt-Laden in Berlin habe ich neben Nudeln aber auch endlich Klopapier ohne Plastik gefunden. Sind Verpackungen nicht alle schlimm? Man muss es vergleichen. Wie lange braucht Plastik, um sich zu zersetzen? Wie lange braucht Papier? Eine Windel braucht zum Beispiel 400 Jahre. Eine Plastikflasche noch länger. Bei Papier geht es viel schneller und bildet kein Mikroplastik. Die ganzen kleinen Plastik-Partikel landen im Grundwasser und werden von Tieren gegessen. 90 % der Seevögel haben Plastik in ihrem Magen, Fische auch. Wir essen dann wiederum die Fische. [pullquote]Die Auswirkungen können wir noch gar nicht kennen.[/pullquote] Gibt es für dich Grenzen oder Dinge, wo du nicht nachhaltig leben kannst?Meine Kamera und mein Laptop sind aus Plastik, da kann ich nicht drauf verzichten. Außerdem reise ich sehr viel, was nicht besonders nachhaltig ist. Aber das Reisen hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin und der sich für das Thema Nachhaltigkeit und Zero Waste einsetzt.[yaez-box] Tipps für die Schule
        • Zur Schule: Lieber das Fahrrad nehmen als den Bus.
        • In der Pause: Lieber zu Hause ein Brot schmieren als beim Bäcker oder in der Kantine etwas holen.
        • Auf dem Tisch: Lieber den Recycling-Block als gebleichte Blätter. Besser den Edelstahlfüller als die Plastikkullis.
        • Aus der Bibliothek: Lieber Bücher ausleihen als immer alles neu zu kaufen.
        • Zu Hause: Lieber drüber reden als nichts zu ändern. Sprich mit den Menschen in deiner Umgebung über Müll.
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