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Über Freundschaft und viele neue Möglichkeiten: Lena Meyer-Landrut




Lena, du bist seit zweieinhalb Jahren überall zu sehen und zu hören. Das bringt sicher auch viel Neid und Kritik. Wie kriegst du es hin, nicht dauernd von allen Leuten gemocht werden zu wollen?Eigentlich bin ich nicht der Typ für Konfrontationen oder Zickereien. Ich bin ein positiver und freundlicher Mensch, aber manchmal hat man auch einen schlechten Tag. Wenn eine Sache passiert, die nicht so geil ist, dann ist die sofort: BAMMM! Riesengroß! Ich glaube auch nicht, dass das so verkehrt ist. Ich finde nicht jeden nett, und kein Mensch findet jeden toll, das muss man akzeptieren. Es kann nicht immer alles harmonisch sein.In einem Interview mit Frank Elstner ging es trotzdem heiß her. Du warst ziemlich schnippisch, oder?Das war aber nicht böse gemeint. Es kamen in dem Interview so viele Sachen zusammen, da dachte ich irgendwann: Ich habe heute schon 40 Interviews gegeben, ich kann nicht mehr. Ich war auch ungerecht in dem Moment. Aber da war irgendwann das Maß voll.Du hattest auf der anderen Seite auch viele gute Berater, die dir viel geholfen haben. Woran erkennst du die Leute, die es gut mit dir meinen?Das ist total schwer, und ganz oft habe ich das auch nicht erkannt, sondern erst später gemerkt. Das ist doch überall so: Am Anfang sind alle nett, und auch der Chef ist ganz toll, und nach anderthalb Jahren merkt man dann, was man scheiße findet und was einen nervt. Damit muss man irgendwie klarkommen. Man kann zumindest versuchen, etwas daraus für sich zu ziehen und zu sagen: „Das gefällt mir jetzt nicht – gut so, dann weiß ich, dass ich so nicht sein möchte.“Wie ist das, wenn du neue Leute kennenlernst: Kannst du überhaupt neue Freundschaften aufbauen?Ich habe mich irgendwann dafür entschieden, dass ich mich öffne, auch gegenüber neuen Leuten und der Presse. Ich habe auch in der Zeit, in der ich schon bekannt war, Leute kennengelernt, mit denen ich jetzt sehr gut befreundet bin. Ich glaube, dass man merkt, welche Leute ehrlich sind, wenn man ein bisschen Gespür hat und richtig erzogen wurde. Ich wurde noch nicht so richtig krass enttäuscht auf privater Ebene.Für viele deiner Freunde war es sicher nicht ganz leicht, sich zu überlegen, was nach dem Abi passieren soll – einfach, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Du hattest auf einmal noch viel mehr Optionen, woher hast du gewusst, was das Richtige ist?Ehrlich gesagt habe ich mich überhaupt nicht so gefühlt, als hätte ich viele Optionen. Bis zum Abi habe ich mir noch nie ernsthafte Gedanken gemacht, was ich aus meinem Leben mache. Dann wurde mir plötzlich die Entscheidung abgenommen. Da konnte ich mich gar nicht wehren – und ich wollte mich auch gar nicht dagegen wehren. Eigentlich geht es mir total gut, weil ich diesen Konflikt nicht hatte: Was mache ich? Wer bin ich überhaupt? Und was ist das Richtige für mich?Trotzdem werden vermutlich jetzt viele sagen, dass du viel weniger Erfolg hast als früher. Nervt das nicht?Ja, das werden manche schreiben. Einige haben auch geschrieben, dass die Tour nicht läuft, obwohl sie noch gar nicht im Verkauf war. Da kann ich einfach nicht anders, als das auszufiltern. Ich würde komplett kaputtgehen, wenn ich alles persönlich nehmen würde. Solange es relativ gut läuft, höre ich einfach nicht auf. Wenn ich mich gut fühle, warum soll ich mich dann von so viel negativer Energie von außen beeinflussen lassen?Dein drittes Album „Stardust“ ist aber bei den meisten ganz gut angekommen. Wie ist das entstanden?Ich habe mir nach der zweiten Eurovision in Düsseldorf vorgenommen, erst einmal ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Dann habe ich aber schnell gemerkt, dass mich der Ehrgeiz packt und dass ich doch Bock habe auf das Leben, das ich nach dem Abi gehabt habe. Relativ schnell fiel die Entscheidung, noch ein drittes Album zu machen. Plötzlich blieb dann keine Zeit mehr für das Studium. Deswegen habe ich gedacht: Dann schmeiße ich das noch nicht mal angefangene Studium wieder und studiere lieber irgendwann, wenn ich tatsächlich Zeit habe und etwas daraus ziehen kann.Jetzt hast du nach den Alben mit Stefan Raab nun ein Team, mit dem du etwas kantigere Songs aufgenommen hast. Bist du mit deinen früheren Platten unzufrieden?Überhaupt nicht. Zu der Zeit waren die perfekt, das konnte gar nicht besser laufen. Aber jetzt war es toll, auch noch eigene Ideen reinzubringen. Das Album ist dadurch noch viel spezifischer und persönlicher geworden.Jetzt aber doch noch ein Wort zur Tour: Die wird sehr viel kleiner, oder?Es werden keine so großen Hallen wie beim letzten Mal. Es wird kleiner, gemütlicher, und es wird akustischer – so wie andere Leute anfangen, mache ich jetzt weiter.Hast du keine Angst, dass zu den Konzerten kaum noch einer kommt?Ich hoffe, es kommen die gleichen wie früher auch. Ich habe das Gefühl, dass es das ist, was die Fans jetzt wollen. Ich kenne das von mir so, dass mein Star – das war Britney Spears – sich auch weiterentwickelt hat und ich trotzdem weiter hingegangen bin. So soll es auch bei mir sein: Diejenigen, die früher 12 waren, sollen jetzt mit 14 sagen: „Das finde ich cool.“Wer mehr über die Single "Stardust" wissen möchte, kann Lenas Webseite besuchen.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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