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Ich – Einfach unverbesserlich 3: Chaos und Minionsmangel




Gru hat seine kriminelle Karriere beendet. Mit Frau und Kindern kann er es sich nicht mehr erlauben, der Böse zu sein. Also hat Gru die Seiten gewechselt. Für die Anti-Schurken-Liga soll er nun die größten Verbrecher jagen. Denn die Menschheit wird von Ex-Kinderstar Balthazar Bratt bedroht. Gedanklich lebt dieser immer noch in der Welt seiner abgesetzten Serie aus den 80ern. Sein erstes Ziel ist es sich an Hollywood zu rächen! Gru scheitert bei dem Versuch ihn auszuschalten. Die Liga verliert daraufhin das Vertrauen und kündigt ihm. Plötzlich taucht Grus verschollener Zwillingsbruder Dru auf. Seine Mutter hat dessen Existenz seit ihrer Geburt verheimlicht! Dru scheint alles im Leben erreicht zu haben – ist steinreich, immer gut drauf und hat sogar volles Haar. Nur in einem ist ihm Gru voraus: Er ist unwissentlich in die Fußstapfen des Vaters getreten und wurde ein Schurke von Weltformat. Dru bittet Gru schließlich um Hilfe bei der Bösewicht-Grundausbildung. Dadurch bekommt Gru die Chance es Balthazar heimzuzahlen und die Anti- Schurken-Liga wieder von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Lustig ist, wenn es weh tut

Inhaltlich lässt „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ auf allen Ebenen zu wünschen übrig. Die Handlung ist nicht gerade originell und die Hauptgeschichte zu einfach, um überhaupt spannend zu sein. Diese Leere wird durch hektische Actionsequenzen überspielt, in denen Gru mal ultra tollpatschig ist und sich dann wieder elegant durchs Bild bewegt. Und immer geht es darum, Schmerz komisch aussehen zu lassen. Diese Humor wird vielleicht kleine Kinder begeistern – aber niemanden mitreißen, der etwas mehr Unterhaltung braucht, um lachen zu können.

Die Minions kommen zu kurz

Das größte Problem des Films sind aber die zahllosen Nebenhandlungen, die überhaupt nichts zur eigentlichen Geschichte beitragen. Das fängt bei den Minions an, die sich nach Grus Karriereende selbstständig machen und prompt im Gefängnis langen, aus dem sie wieder ausbrechen müssen. Und es hört bei Grus Tochter Margo auf, die ihrem Traum hinterherjagt und ein echtes Einhorn fangen will. Das alles ist zwar süß anzuschauen, aber es hätte genauso gut Teil eines eigenständigen Kurzfilms sein können. Und genau darin besteht doch die große Chance von Spielfilmen: Die Charaktere über einen längeren Zeitraum auf Herausforderungen stoßen zu lassen, die sie gemeinsam überwinden müssen. Doch in „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ arbeitet jeder für sich allein. Am Ende bleibt höchstens Zeit für Gru über seinen Schatten zu springen und seinen Bruder als ebenso talentierten Bösewicht zu akzeptieren.

Fazit

So langsam wird die Luft dünn für das Minions-Franchise. Die kleinen gelben Helfer spielen im neuesten Teil nur noch eine untergeordnete Rolle. Und, auch für die anderen Figuren bleibt vor lauter Zerstörungs- und Größenwahn keine Zeit für charakterliche Weiterentwicklung.USA 2017; R: Kyle Balda, Pierre Coffin, Eric Guillon; D: Oliver Rohrbeck, Martina Hill, Joko Winterscheidt, Julien Bam, Lilian Klebow, Marco Rima; FSK 0; Kinostart: 06.07.2017
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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