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Hassliebe: Was ist das zwischen den Emojis und uns?




WhatsApp, Facebook, Snapchat, Instagram, E-Mails - ja sogar bei Word können wir Emojis einfügen. Langsam schleichen sie sich in unser Leben - inzwischen sogar als Kuscheltiere. Es gibt mittlerweile über 1500 verschiedene symbolische Ausdrucksmöglichkeiten: Rote, blonde, braune, schwarze oder gar keine Haare, beide Geschlechter bei verschiedenen Berufen oder Fabelwesen, mehrere Familienkonstellationen - aber das finden wir gut. Wir können präziser werden und uns durch Emojis immer besser selbst darstellen.[yaez-box]

Emoji-what?

Was bedeutet Emoji eigentlich? Sind damit nur die gelben Gesichter gemeint, die vor allem Emotionen ausdrücken? Laut Duden sind auch die anderen Piktogramme Emojis: “aus Japan stammendes, einem Emoticon ähnliches Piktogramm, das auf Gefühlslagen, Gegenstände, Orte, Tiere, Essen o. Ä. verweist (in elektronischen Nachrichten).”[/yaez-box]

Der Generationen-Konflikt

Am stärksten fällt es auf, wenn wir mit unseren Eltern schreiben: WhatsApp und andere soziale Medien haben noch nicht die gesamte Eltern-Generation erreicht. Aber wenn doch, benutzen sie einfach andere Emojis, als wir. Wer kennt den typischen Blumen-Emoji von Mutti nicht? Das Kleeblatt wird natürlich auch konsequent verwendet, wenn uns Glück gewünscht wird und Papa hält sich meist eher zurück bei der bunten Auswahl. Es bleibt bei einem “Okay.” In diesen Chats akzeptieren wir die völlig unterschiedliche Emoji-Verwendung. Wir halten uns manchmal sogar zurück und wählen extra “leicht verständliche” Emojis.

Die Analyse-Zone

Ganz im Gegenteil zur Kommunikation untereinander. Da wir viel mehr über WhatsApp, Messenger, Snapchat und Co. kommunizieren, liegt hier die Schmerzgrenze deutlich niedriger. Ein kleines Beispiel aus den Instagram-Stories: Hier können wir zwischen acht Quick Reactions auswählen: ein lachender Emoji, ein Verwunderter, einer mit Herz-Augen, einer mit einer Träne, klatschende Hände, Feuer, eine Partytüte und eine rot unterstrichene 100. Zwei Freundinnen von mir waren  zusammen in Hamburg unterwegs und haben ähnliche Inhalte in ihren Stories hochgeladen. Auf die eine Story habe ich mit dem Herz-Augen-Emoji geantwortet, auf die andere mit der roten 100. Dabei habe ich mir eigentlich keine großen Gedanken gemacht. In einem Nebensatz erwähnt eine von den beiden dann: “Für sie gibt es Herzen und für mich nur eine 100?” Natürlich war es nicht ernst gemeint. Es zeigt aber: Wir interpretieren Emojis direkt. Auch wenn wir nur zwischen wenigen auswählen können, hinterfragen wir die Entscheidung. Dadurch können Probleme entstehen, derer sich nicht jeder bewusst ist.

Verwechslungsgefahr

Auch bei vermeintlich eindeutigen Emojis kommt es öfter mal zu Verwechslungen. Da spielt nicht nur die persönliche Meinung rein, wie bei der Frage: “Mag ich lieber Affen oder Katzen?” Manche Emojis sind einfach zweideutig. "Beten oder High Five?" Die meisten Menschen denken, das Emoji mit den zwei sich berührenden Händen und den blauen Ärmeln soll betende Hände symbolisieren. Eigentlich sind es zwei Hände, die sich ein High Five geben. Man muss das Emoji nur von einer anderen Perspektive anschauen.Den Emoji, dem es aus der Nase raucht, benutzen auch die meisten falsch. Der Emoji ist nicht wütend, wie Nutzer fälschlicherweise denken, sondern soll eigentlich Triumph darstellen!Es gibt außerdem keine zwei Rockerhände. Die Hand, bei der neben dem Index und kleinen Finger, auch der Daumen ausgestreckt ist, steht für "Ich liebe dich". Dieses Zeichen kommt nämlich aus der Gebärdensprache. Gut zu wissen, oder?

Aber es macht uns auch Spaß ...

Sich durch die Reihen von neuen Emojis zu klicken ist ein bisschen wie im Supermarkt den Blick herumschweifen zu lassen. Wir müssen ja nicht direkt alle neuen Produkte kaufen, aber können uns ruhig freuen, wenn mal etwas für uns dabei ist. Warum jetzt jemand Bonbons mit Popcorn-Geschmack feiert und ich mich schon wieder frage: “Wieso?” kann ich ja mit mir ausmachen. Affenhände vors Gesicht, Ende. [yaez-box]Rückblick: Wir beschäftigen uns schon länger mit der Emoji-Philosophie. Was hat sich verändert? Emojis werden mit der Zeit an unsere Wünsche angepasst. Vor zwei Jahren gab es zum Beispiel noch kein Kopftuch-Emoji. Jetzt kann Rayouf sich über passende Emojis für Muslime freuen.Und natürlich gibt es auch Luxus-Probleme bei den Wünschen. Unsere Vorschläge für einen Schmollmund oder Talk-to-the-hand-Emoji wurden jedenfalls noch nicht wirklich umgesetzt.[/yaez-box]  
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