www.yaez.com

Geh deinen (Um)weg: Wie auch Abzweigungen zum Glück führen können




Schule, Ausbildung oder Studium: Wenn es um die Planung des eigenen Lebens geht, gibt es Stationen, die fix scheinen. Vielleicht wird noch ein kurzer Stopp im Ausland eingelegt oder zwischendurch ein Praktikum eingeschoben. Alles ganz normal. Sind doch alle so unterwegs. Oder? Ja und nein. Nur, weil wir auf unserem Lebensweg die vermeintlich gleichen Stationen abklappern, heißt es nicht, dass auch die Route für uns alle gleich aussehen muss – oder immer stolperfrei zu bewältigen ist. Manchmal werden uns von anderen Steine in den Weg gelegt, [pullquote]manchmal sind wir selbst die Hürde, die wir überwinden müssen.[/pullquote] Es gibt Menschen, die Umwege gehen, weil sie nicht die Wahl haben. Und dann gibt es auch noch jene, die aus Neugier oder Leidenschaft für eine Sache ganz bewusst andere Abzweigungen, Etappen und ganze Lebensziele wählen als die meisten. Wie leicht dir das fällt, hängt auch davon ab, wie sicher du dir bist – und ob es Menschen gibt, die dir den Rücken stärken.Nach der Geburt ihres Kindes, hat sich für Marika einiges geändert. Auch wenn es nicht geplant war, würde sie es jetzt nicht anders machen wollen.

Für andere ein Umweg, für dich ein Ziel

[pullquote]Manche Wege sind sozial anerkannter als andere[/pullquote] , sagt die Familientherapeutin Rebecca Eckhardt. „Schlägt jemand privat oder in der Bildung einen ungewöhnlichen Weg ein, ist es auf jeden Fall immer von Vorteil, wenn man es selber wirklich will und dahintersteht.“ Vielleicht bist du überzeugt davon, dass das, was andere als Umweg wahrnehmen, eigentlich ein tolles Zwischenziel ist. Vielleicht hast du dir in den Kopf gesetzt, gleich nach deinem Schulabschluss eine Familie zu gründen. Oder willst nach der mittleren Reife ein Jahr Praktikum machen und danach entscheiden, ob das Abitur überhaupt das Richtige für dich ist. Gegen den Strom zu schwimmen ist oft anstrengend. Das bedeutet aber nicht, dass du dabei untergehen musst. „Manchmal macht einen die eigene Leidenschaft zur Einzelgängerin oder zum Einzelgänger. Doch trotz mangelnder Anerkennung von außen kann sie einem etwas geben“, so Rebecca Eckhardt. „Wenn du dich auf deinem Weg stark fühlst und er dich glücklich macht, ist er es wert.[pullquote]Eigene Ziele zu verfolgen lohnt sich.[/pullquote] Auch Maximilian verfolgt seine Ziele: Trotz vier in Mathe will er sich sein eigenes Business aufbauen.Leichter ist es für die meisten, wenn sie den Support ihrer Eltern und vor allem auch den des Freundeskreises haben. „Es ist wichtig, Feedback zu bekommen und das Gefühl zu haben, auf dem eigenen Weg nicht so allein zu sein – besonders dann, wenn man merkt, man rutscht ab und interessiert sich eher für gefährliche Dinge“, erklärt Rebecca Eckhardt. „Vertraute fangen einen auf, wenn man doch zurück will.“ Wer den gewünschten Rückhalt im Familien- und Freundeskreis nicht bekommt, könne sich auch anders Unterstützung holen – zum Beispiel in Jugendclubs, bei Beratungsstellen oder im Kontext einer Therapie.

Auch Scheitern ist eine Option

Parvati hat viele Pfade eingeschlagen und nicht immer positive Erfahrungen gemacht - eine Therapie und ihre Freunde halfen ihr dabei, den richtigen Weg finden.Gibt es in deinem eigenen Freundeskreis Menschen, die sich für einen ganz anderen Weg als du selbst entscheiden, begleitest du sie am besten, indem du offen für ihre Vorstellungen vom Leben bleibst und sie für ihre Entscheidungen nicht bewertest oder mit pauschalen Aussagen abspeist. „Viel interessiert nachfragen, Neugier zeigen, präsent sein, ist das, was man anstelle permanenter Zweifel, Kontrolle oder auch Neid gut brauchen kann“, sagt Rebecca Eckhardt. „Zu spüren, dass andere wahrnehmen, wer man eigentlich ist, und einen genau so akzeptieren, tut immer gut.“ [pullquote]Bist du auf deinem Weg erfolgreich, ist das toll.[/pullquote] Genauso solltest du aber auch scheitern dürfen. „,Wenn’s nicht klappt, bin ich trotzdem da‘, ist das, was Vertraute spiegeln sollten. Über die eigenen Ängste, Wünsche und Sehnsüchte zu sprechen könne dazu beitragen, besser verstanden zu werden und sich mit dem Umfeld noch enger verbunden zu fühlen. Am Ende mag dein Weg vielleicht ein spezieller sein, den nur wenige einschlagen. Auf ganz persönlichen Pfaden wandeln wir jedoch alle durchs Leben. Allein dadurch, dass wir so verschieden sind, die Welt unterschiedlich betrachten, können wir niemals genau den gleichen Weg beschreiten wie jemand anderes und laufen an der einen oder anderen Stelle neben der Spur. [pullquote] Das Leben ist und bleibt ein individuelles Abenteuer. In jedem Fall. Für uns alle. [/pullquote]Maximilian, Marika und Parvati haben uns im Interview erzählt, für welchen Weg Sie sich entschieden haben. Hier kannst du ihre Geschichte nachlesen.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
URL: