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Ganz schön abgezockt: Mehr als nur Videospiele




[pullquote]Videospiele machen doof.[/pullquote]Diesen Satz wird jeder Gamer öfter in seinem Leben gehört haben. Wenn das stimmen würde, hätten wir ein Problem – denn laut einer Bitkom-Umfrage entspannen mindestens 42 Prozent der Deutschen mit Videospielen. Ist also fast das halbe Land verblödet? Im Gegenteil, sagen zum Beispiel australische Forscher. Die haben die Schulleistungen von Zockern mit denen von Nichtzockern verglichen. Ergebnis: Besonders beim Rechnen und Lesen schneiden Gamer besser ab als etwa die gleichaltrigen Social-Media-Fans.Klar macht das stundenlange Zocken von „Fortnite“ und Co. nicht automatisch superschlau, dann sähe mancher Chat in den Online-Lobbys der Spiele wohl ganz anders aus. Forscher der Uni Ulm haben etwa festgestellt, dass „World of Warcraft“-Zocker, die mehr als 14 Stunden pro Woche daddeln, ihr Gehirn dadurch sogar verkleinern. Das heißt jetzt nicht automatisch, dass sie dadurch weniger schlau sind, aber es zeigt: [pullquote]Wer abwechslungsreich zockt und sich dabei nicht wie ein Süchtiger verhält, schadet seinem Gehirn sehr wahrscheinlich nicht[/pullquote] , sondern tut ihm etwas Gutes.In Shanghai ließen Forscher angehende Mediziner eine Tischtennissimulation spielen und stellten fest, dass sie dadurch tatsächlich auch im Alltag besser reagieren konnten, etwa beim Autofahren. Videospiele können aber nicht nur die Reflexe schulen, sondern auf sehr verschiedene Arten lehrreich sein. Deswegen haben wir ein paar Games zusammengestellt, die uns auf einige Arten etwas beigebracht haben.

Kingdom Come: Deliverance

Um was geht’s: In diesem Rollenspiel aus der Egosicht übernimmt der Spieler die Perspektive des Schmiedesohns Heinrich im mittelalterlichen Böhmen. Der will den Tod seiner Eltern rächen und übt sich daher unter anderem in der Schwertkunst, um im harten Alltag der damaligen Zeit bestehen zu können.Darum ist es clever: Abgedrehte Zauber und bunte Welten? Fehlanzeige. Die tschechischen Entwickler haben sich auf ein möglichst realistisches Drumherum bemüht, das die Zeit im Europa des späten Mittelalters präsentiert. Kein aktuelles Rollenspiel ist so geschichtstreu und fordert so viel Übung und „echte“ Arbeit vom Spieler.

Anno 1800

Um was geht’s: Der neueste Teil der beliebten Aufbau-Strategiespielserie aus Deutschland erscheint Ende Februar und ist in der Zeit um die industrielle Revolution angesetzt. Hier geht es wie eh und je um Handel mit verschiedenen Ressourcen und Entdeckerdrang. Nur so wird am Ende aus einem kleinen Kontor ein reiches und mächtiges Imperium.Darum ist es clever: Diplomatie und das geschickte Haushalten mit seinem Hab und Gut ist nur selten in Games gefragt. Wer sich in die Mechanik der Anno-Welt vertieft, kann sich das eine oder andere beim vorsichtigen Umgang mit den eigenen Finanzen abgucken.

Life is Strange 2

Um was geht’s: Die spielbare Jugenddramaserie geht in die zweite Runde und hat diesesmal zwei Brüder aus der US-Stadt Seattle im Fokus, die nach einem Schicksalsschlag allein für sich sorgen müssen. Dabei muss der Spieler als der ältere Bruder (16) für den jüngeren (9) sorgen, was nicht einfach ist, denn auf der Reise zu ihrer Familie in Mexiko treffen sie auch auf Rassisten und andere zwielichtige Gestalten.Darum ist es clever: Der Spieler ist schutzlos und in einer Notsituation, muss dabei aber auch Verantwortung für jemanden übernehmen. Das ist eine hilfreiche Lektion und lehrt Empathie und Mitgefühl mit Menschen, die fern ihrer Heimat Fuß fassen wollen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Um was geht’s: Rette die Prinzessin! Das ist zwar nicht neu, aber trotzdem fehlt das japanische Rollenspiel in keiner Bestenliste. Als grüner Held Link gilt es, allerhand Rätsel in einer völlig freien Spielwelt zu lösen und Dungeons zu erobern. Eine so offene Welt bot die traditionsreiche Erfolgsserie noch nie.Darum ist es clever: Das Besondere ist hier die absolute Freiheit, die nicht hübsche Kulissen bietet, sondern auch viele Wege zum Ziel erlaubt. Nicht bloß rohes Draufhauen, sondern Logik, kreative Denkwege und die realistische Physik der Welt sind der Schlüssel zum Erfolg und einzigartig in einem Fantasy-Rollenspiel.

A Way Out

Um was geht’s: Der bedachte Vincent und der hitzige Leo sitzen in Kalifornien im Knast – zu Unrecht, sagen sie. Also gilt es, gemeinsam zu entkommen und die Verantwortlichen für ihre Misere zu stellen. Aber das klappt nur, wenn die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere zusammenarbeiten.Darum ist es clever: Videospiele machen einsam? Hier nicht, denn „A Way Out“ kann ausschließlich zu zweit gespielt werden, online und im Bestfall natürlich lokal auf der Couch gemeinsam. Die Rätsel und Hürden fordern echtes Teamwork, wer allein losprescht und nicht auf seinen Partner hört, sieht schnell das Game over.

Assassin’s Creed: Odyssey

Um was geht’s: Fast jeder kennt die Action-Adventure-Serie um die geheime Gilde der Assassinen. Der aktuelle Teil spielt im antiken Griechenland und wartet wieder mit einer großen und lebendigen Spielwelt auf, in der Held oder Heldin durch Schleichen und Tarnung zum erfolgreichen Geschichtsveränderer wird.Darum ist es clever: Die Storys sind zwar selten realistisch, aber immer wieder kommen bekannte Figuren der Weltgeschichte als Nebencharaktere und Auftraggeber vor. Im aktuellen Teil begegnet man Kreaturen der griechischen Mythologie und so mancher wird durch die Assassinen auch mal zum Buch greifen wollen, um mehr über die wahren Helden oder spannende Mythen zu erfahren. 
Publisher : YAEZ Verlag GmbH
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