Gesamtschule Barmen: Spaß und Entspannung auf dem Stundenplan




Eine lichtdurchflutete Halle voller Pflanzen empfängt den Besucher der Gesamtschule Barmen, sobald er durch die Eingangstür tritt. Jeden Tag sind hier über 1.300 Schüler unterwegs. Die meisten von ihnen kommen morgens mit der Wuppertaler Schwebebahn an, die direkt vor dem Schulgebäude hält. In der Pause laden die zahlreichen Ecken der Eingangshalle zum gemütlichen Quatschen ein. Doch auch auf dem Schulhof, auf dem Bolzplatz, im Bandraum, in der Bibliothek, bei einem Gesellschaftsspiel, einer Partie Billard oder an der Kletterwand vergeht die unterrichtsfreie Zeit wie im Flug. Da nicht jeder Schüler zu Hause frühstücken kann, findet bereits nach der ersten Unterrichtsstunde eine 20-minütige Pause statt. So hat jeder die Gelegenheit, sich erst einmal zu stärken. Am Mittag dann versorgen zwei Köche die Schüler in der Mensa mit frischen Speisen. Auch außerhalb der Pausen besteht der Alltag an der Ganztagsschule nicht nur aus Unterricht: Mehrmals wöchentlich stehen Arbeitsgemeinschaften auf dem Stundenplan, das Angebot reicht von sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Fechten und Tanzen bis hin zu Kunst, Kultur und Sprachen. Insgesamt werden in Kooperation mit Sportvereinen und Institutionen über 70 AGs angeboten. Besonders beliebt sind die Arbeitsgemeinschaften, die von den Schülern selbst geleitet werden.  

Einfach mal entspannen

Hausaufgaben, Streit mit dem besten Freund oder eine schlechte Note: Wem der Schulstress über den Kopf zu wachsen droht, der kann sich im sogenannten Entspannungsraum eine Pause vom Schulalltag gönnen. Eine Therapeutin bietet dort viermal in der Woche Übungen zur Muskelentspannung und Meditationsübungen an. Das Angebot wird von Schülern aus allen Klassen genutzt und steht auch den Lehrkräften zur Verfügung. Generell sind Gesundheit und Wohlbefinden ein wichtiges Thema an der Gesamtschule Barmen: In der siebten Klasse nimmt jeder Schüler an einer „Gesundheits-Woche“ teil. Hier geht es um Themen wie Essstörungen, Mobbing oder auch Mediennutzung. Zwei Beratungslehrer, zwei Sozialpädagogen und ein Sozialarbeiter haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Schützlinge. Darüber hinaus stehen ältere Schüler als Ansprechpartner für alle Sorgen zur Verfügung. Sie können sich als Streitschlichter, Paten und Medienexperten ausbilden lassen. Immer dienstags in der sechsten Stunde findet außerdem für alle Schüler der fünften bis zehnten Klasse eine „Klassenstunde“ statt. Währenddessen sind beide Klassenlehrer anwesend. Doch es geht es nicht um Grammatik oder Geometrie – die Stunde soll es Schüler und Lehrern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen, an Projekten zu arbeiten oder zusammen eine Veranstaltung zu besuchen. Kein Wunder, dass die Gesamtschule Barmen bereits zum dritten Mal mit dem Schulentwicklungspreis ausgezeichnet worden, der jedes Jahr von der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen verliehen wird. Anschließend durften die Schüler mitbestimmen, wofür das Preisgeld verwendet wird. Trotz aller Spiel- und Sportangebote – ein Gespräch mit Freunden in der Pause scheint den Schülern immer noch besonders wichtig zu sein: Sie haben sich neue Bänke für den Pausenhof gewünscht.

Warum dauert eine Unterrichtsstunde bei Ihnen 65 Minuten?

Als wir noch 45-Minuten-Stunden hatten, bedeutete das für viele Schüler, dass sie am Tag sieben oder acht verschiedene Fächer bei verschiedenen Lehrern hatten. Das war für die Konzentration nicht unbedingt förderlich. Jetzt sind es nur noch maximal fünf Unterrichtseinheiten am Tag, das gibt viel mehr Ruhe und Struktur. Auch unsere große Pause dauert 65 Minuten. So hat jeder genügend Zeit, in Ruhe zu Mittag zu essen und abzuschalten.

Was macht für Sie ein gutes Schulklima aus?

Ein gutes Schulklima ist vor allem geprägt von gegenseitigem Respekt und einem freundlichen, akzeptierenden Umgang miteinander. Dies gilt für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft. Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Schüler untereinander und auch Lehrer und Schüler von Beginn an ein Vertrauensverhältnis aufbauen und sich untereinander vernetzen. Niemand soll sich alleine fühlen. So können auch Anzeichen für Probleme schnell erkannt werden. Wichtig ist uns außerdem, dass die Schüler aktiv an den Entscheidungen der Schule beteiligt werden und nicht das Gefühl haben, einer Organisation ausgeliefert zu sein.
Publisher : YAEZ Verlag GmbH