Dr. Ingo Rendenbach

Steckbrief

Dr. Ingo Rendenbach


Das Umweltbewusstsein von Unternehmen fängt heute schon in der Entwicklung an, geht über die eigene Produktion und endet schließlich beim Verkauf von möglichst "grüner Technik" und entsprechender Beratung. Was Ingenieure dafür mitbringen müssen, weiß Dr. Ingo Rendenbach. Ihr könnt ihm hier eure Fragen stellen.

 

Frage: „Werden umweltfreundliche Technik und nachhaltig produzierte Produkte bald die Regel und nicht mehr nur die Außnahme sein?“

Hjalmar via yaez.de

Antwort: „In der Industrie herrschte lange Zeit der Ansatz: höher, schneller, weiter. Der Energieverbrauch spielte nur eine untergeordnete Rolle. Weltweit steigt erfreulicherweise der Druck, effizienter mit Energie umzugehen. Die technischen Lösungen für eine höhere Energieeffizienz stammen häufig aus Deutschland. Das Bewusstsein für Umweltschutz ist hierzulande schon viel höher als in vielen anderen Ländern. Die Erkenntnis, wie dramatisch CO2-Emissionen den Klimawandel beschleunigen, setzt sich aber weltweit immer mehr durch. Deshalb verpflichten sich immer mehr Staaten zu konkreten Einsparzielen. Zahlreiche Unternehmen haben sich aus eigener Verantwortung verpflichtet, diese Ziele schneller zu erreichen. So auch Bosch Rexroth. Wir sind in der Lage, die Herausforderung von zwei Seiten angehen zu können: Wir stellen die elektrischen, hydraulischen und pneumatischen Antriebe und die Steuerungen her, die nahezu alle Maschinentypen in Bewegung bringen. Mit diesem Produkt-Know-how schicken wir eigene Spezialisten durch unsere Fertigungswerke, um alle Maschinen und Prozesse zu analysieren. Ähnlich wie bei verbrauchsarmen Autos oder Niedrigenergiehäusern wirkt auch bei Maschinen nur ein fein austariertes Gesamtpaket von Maßnahmen. Unsere Erfahrungen bei der Umstellung der eigenen Werke stellen wir auch anderen Unternehmen als Dienstleistung zur Verfügung. Unsere Energieeffizienz-Spezialisten trimmen weltweit Maschinen oder komplette Fertigungslinien auf einen geringeren Energieverbrauch. Die Kosten rechnen sich dabei häufig schon im ersten Betriebsjahr über niedrigere Stromkosten. Alles in allem ist der Trend zu umweltfreundlichen Produkten nicht mehr aufzuhalten. Und damit das so bleibt, ist auch jeder Einzelne von uns als Konsument gefordert, nachhaltig produzierte Produkte den weniger umweltfreundlichen Produkten vorzuziehen. “

Dr. Ingo Rendenbach

 

Frage: „Muss mich sich für Umweltschutz interessieren, um ein guter grüner Ingenieur zu werden?“

Daniel2 via yaez.de

Antwort: „Menschen machen Dinge vor allem dann richtig gut, wenn sie sich dafür begeistern. Und Begeisterung kann nur entstehen, wenn wir ein Ziel vor Augen haben, für dass es sich lohnt, sich einzusetzen. Davon bin ich überzeugt. Deshalb ist ein echtes Interesse an Umweltschutz sicher eine wichtige Voraussetzung, um ein guter grüner Ingenieur zu werden. In der Bosch-Gruppe haben wir unzählige Ingenieure, die Technik für das Leben mit Begeisterung entwickeln und produzieren. Auch das ist ein Grund, warum so viele Produkte von Bosch und speziell von Bosch Rexroth mittel- und unmittelbar dem Umweltschutz dienen. Das reicht von Entwicklungen, die auf einen geringeren Energieverbrauch wie zum Bespiel bei der Benzindirekteinspritzung im Auto abzielen, bis hin zu Windkraftgetrieben, die wir bei Bosch Rexroth entwickeln.“

Dr. Ingo Rendenbach

 

Frage: „Gibt es denn ein Studium, das Technik und Umwelt-Know how miteinander verbindet?“

Isi via yaez.de

Antwort: „Es gibt eine Vielzahl an Studiengängen mit Ausrichtung Umweltschutz. Beispiele sind Environmental Engineering, Umwelt- und Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit der Vertiefung Erneuerbare Energien. Wir bei Bosch Rexroth suchen vor allem breit ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Fachrichtungen Allgemeiner Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen. Das heißt, ein spezielles Studium aus dem Bereich Umwelttechnik ist für einen Einstieg bei uns nicht erforderlich. Ein Beispiel: Für eine Tätigkeit im Bereich Erneuerbare Energien müssen unsere Ingenieure fit sein in den Bereichen Konstruktion und Auslegung von Getrieben. Auch wenn es sich um Windkraftgetriebe handelt, ist dafür kein Studium mit spezieller Ausrichtung auf Umweltschutz nötig.“

Dr. Ingo Rendenbach

 

Frage: „Die meiste Energie wird in der Industrie verbraucht. Was genau machen Unternehmen wie BOSCH, um den Energieaufwand möglichst gering zu halten?“

Ninu via yaez.de

Antwort: „Wir haben uns verpflichtet, weltweit in allen unseren Werken den CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 2007 um 20 Prozent zu senken. Dabei helfen uns verschiedene Ansatzpunkte. Wir sorgen dafür, dass alle Einzelteile einer Maschine so wenig Energie wie möglich verbrauchen und keine Energie unnütz verloren geht. Zum Beispiel, indem eine Maschine unbeabsichtigt Wärme entwickelt. Unsere Maschinen nehmen nur dann Energie in Anspruch, wenn sie diese auch wirklich brauchen. Dafür regeln unsere Antriebe die Energiezufuhr automatisch nach oben oder unten. So wird zum Beispiel in Pausenzeiten keine Energie unnötig verbraucht. Wir haben ein System entwickelt, mit dem wir Brems-Energie der Maschinen speichern und zurück ins Stromnetz speisen können. Denn auch Maschinen müssen bremsen, zum Beispiel wenn die Produktion angehalten wird. Außerdem haben wir eine Software entwickelt, die vor Produktionsstart einer Maschine ausrechnet, mit welchen Einstellungen die Maschine bei der Produktion möglichst viel Energie sparen kann. Da kann es schon eine große Rolle spielen, ob ein Werkstück in der Maschine scharf über Eck oder in weichen Kurvenbewegungen befördert wird. Diese vier Ansatzpunkte und natürlich generell ein Bewusstsein für einen sinnvollen Stromverbrauch helfen uns, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. So leisten auch wir als großes Industrieunternehmen einen wichtigen Beitrag für die Reduzierung von CO2-Emissionen.“

Dr. Ingo Rendenbach

 

Frage: „So viele Produkte sind angeblich irgendwie \"grün\" oder \"nachhaltig\". Gibt es denn nicht so eine Art Prädikat für grüne Technik? “

Johanna Blees via Facebook

Antwort: „Für Produkte wie Kühlschränke ist so ein Prädikat sinnvoll. Da lässt sich der Energieverbrauch einfach messen. Bei Industriemaschinen ist das komplizierter. Denn hier hängt der Energieverbrauch von unterschiedlichen Faktoren ab: mal werden große oder kleine, mal schwere oder leichte Dinge produziert. Für Industriemaschinen könnte man also schwer ein generelles Zertifikat für grüne Technik ausstellen. Ich erkläre das anhand eines Motors: Es gibt Motoren, die einen guten Wirkungsgrad haben. Das heißt, der Motor gibt möglichst wenig von der verbrauchten Energie nutzlos ab, zum Beispiel für Wärmeentwicklung. Damit hat der Motor zwar optimale Voraussetzungen für einen energieeffizienten Betrieb. Aber in der Maschine, die der Motor antreibt, stecken weitere Energiefresser. So wie in einem Auto: Wenn jemand dauernd Vollgas fährt, dann ist der Spritverbrauch hoch. Da kann das Auto noch so sparsam konstruiert sein. Wie energieeffizient eine Technik ist, hängt also immer auch vom Verhalten des Benutzers ab. Deshalb nimmt Bosch Rexroth die Maschinen, die mit unseren Motoren und Steuerungen angetrieben werden, genau unter die Lupe. Wir fragen den Benutzer, was er mit der Maschine machen will. Dann rechnen wir aus, welche unserer Produkte am besten geeignet sind und wie man die Maschine optimal nutzt. Zurück zum Vergleich mit dem Auto: Wir zeigen dem Fahrer, wie er möglichst wenig Sprit verbraucht. “

Dr. Ingo Rendenbach

 

 

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