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Quaestia: Probieren vorm Studieren

Annika war für fünf Tage an der Jacobs University und durfte das Studentenleben testen. (Foto: Ciara Hanson)

Dank der Internetplattform Quaestia haben Schüler die Chance in die Rolle von Studenten zu schlüpfen und den Alltag an der Uni zu erleben.

Annika war für fünf Tage an der Jacobs University und durfte das Studentenleben testen. (Foto: Ciara Hanson)


 

Als Kind wollten wir mal Tierarzt werden, weil wir die kleinen Kätzchen so süß fanden, jetzt lachen wir über unsere naive Vorstellung vom Berufsalltag eines Tiermediziners. Mit der Studienwahl ist es aber ganz ähnlich: Wir haben bestimmte Vorstellungen davon, wie der Uni-Alltag aussehen könnte, wissen aber nicht so richtig, ob die mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Auch die 18-jährige Annika steckt in dieser Situation: Sie würde gern Biologie studieren, weiß aber weder an welcher Uni noch, ob ihr das Studentenleben überhaupt zusagt. „Ich hatte keine Ahnung, was ich nach der Schule machen sollte, und habe mich in meiner Orientierungslosigkeit allein gelassen gefühlt“, erzählt sie. Deshalb beschloss die Abiturientin aus Stuttgart, ihre Zukunftsplanung selbst in die Hand zu nehmen, und hat sich bei der Organisation Quaestia registriert – mit dem Ziel, in einer fremden Stadt eine Woche lang den Alltag mit einer fremden Studentin zu teilen. Auf diese Weise ermöglicht die Internetplattform Schülern, Studenten kennenzulernen, die ihnen das Leben an der Hochschule zeigen. Von Vorlesungen über Nebenjobs bis hin zur WG-Party sollen die Studenten auf Probe alles miterleben, um sich in Ruhe ein Bild davon zu machen. Sie wählen je nach Fachbereich und Standort einen Studenten aus, bei dem sie drei bis fünf Tage wohnen, und können sich so einen Einblick ins Hochschulleben und ihr Wahlstudium verschaffen.

Kommilitonen kommen aus mehr als hundert Ländern

Für fünf Tage durfte Annika das Studentenleben an der privaten Jacobs University in Bremen testen. Ihre Gastgeberin war die Russin Valeriya, die vor sieben Jahren nach Bremen kam und jetzt Neurowissenschaften und kognitive Psychologie im dritten Semester studiert. Dass die Studentin mittlerweile perfektes Deutsch spricht, spielt in ihrem Uni-Alltag so gut wie keine Rolle – ihre Kommilitonen an der Jacobs University kommen aus mehr als hundert Ländern, und nur ein Drittel davon ist deutsch. „Eigentlich haben wir uns immer alle auf Englisch unterhalten“, stellt Annika fest, „irgendwann habe ich es nicht mal mehr bemerkt.“ Während der Studien-Probewoche durfte es sich die Schülerin auf Valeriyas Gästematratze bequem machen. Valeriya wohnt in einer Art Wohnheim auf dem Campus, so wie eigentlich fast alle anderen Studenten der privaten Hochschule. „Allgemein wird dort sehr viel Wert auf Gemeinschaft gelegt“, erzählt Annika. „Morgens wird gemeinsam mit vielen anderen Studierenden gefrühstückt, nach den ersten Vorlesungen gemeinsam zu Mittag gegessen und nach weiteren Seminaren wieder zusammen Kaffee getrunken.“

Studenten verlassen nur selten den Campus

Die Vorlesungen zur Neurowissenschaft und vor allem die Laborkurse fand Annika aufregend, aber auch anspruchsvoll. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum neben dem so schon straffen Uni-Zeitplan so viel gelernt wird. Ob im Park, in der Kantine oder zu Hause auf der Couch, alle stecken die Nasen tief in ihre Skripte, bearbeiten Papers oder treffen sich mit Lerngruppen. „Kaum zu glauben, aber auch ich habe mich vom Lernfieber anstecken lassen und mich während der Hohlstunden auf die nächste Klassenarbeit vorbereitet. Zum Glück hatte ich meine Unterlagen dabei.“ Dass der Alltag an der privaten und internationalen Hochschule nicht ablaufen würde wie an einer staatlichen Uni, darauf hatte sich Annika schon eingestellt. Sehr schade findet sie allerdings, dass sich die Studenten selten außerhalb der Hochschule bewegen. Ob Pflichtveranstaltungen oder freiwillige Aktivitäten wie Tanzkurs oder Nachhilfe, alles spielt sich auf dem Campus ab. Den eingeschriebenen Studenten scheint das nichts auszumachen, aber für Annika ist das nichts. „Alles erscheint so unfrei und vorstrukturiert“, erklärt sie, „wir hatten nicht einmal Zeit für einen Ausflug in die Stadt.“ Trotzdem ist Annika sehr froh, am Programm von Quaestia teilgenommen zu haben, und möchte später selbst Gastgeber für eine Schnupperwoche sein. „Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt“, so die Abiturientin, „viel mehr Schüler sollten mitmachen, damit sie sich bewusst werden, was sie wollen – oder was nicht.“

Mehr Infos gibt es hier.

 
 
Kategorie: Studium
 

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