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KAS-Debattenturnier: Argumente statt Tore

Die Nachwuchs-Rhetoriker lieferten sich auf Schloss Eichholz bei Köln hitzige Debatten. (Foto: PR)

Ende Juni 2012 stritten 48 Jugendliche um den Sieg im Bundesfinale des Debattenturniers der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Nachwuchs-Rhetoriker lieferten sich auf Schloss Eichholz bei Köln hitzige Debatten. (Foto: PR)


 

In einem nüchternen Konferenzraum besprechen drei Oberstufenschüler sonntagsmorgens die Perspektiven europäischer Finanzpolitik: Soll die EU das Recht haben, auf die Haushaltsentscheidungen der Mitgliedsländer durchzugreifen? Strukturiert arbeiten die drei jungen Redner Paulina, Adrian und Georg vom Team „In Vielfalt geeint“ Ihr Konzept ab: Was ist der Status Quo? Welche Begriffe müssen definiert werden? Passt das Bild fallender Dominosteine? Plötzlich bricht Eile aus: „Wir haben nur noch zehn Minuten!“

Im Frühjahr  haben sie in Workshops Debattenstruktur, Argumentfindung und Ausstrahlung trainiert, sich in Regionalentscheiden durchgesetzt, um nun auf Schloss Eichholz bei Köln in neuen Teams in ihrer Rolle zu streiten. Die Vorbereitung ist nach Trainer Clemens Lechner mehr eine Schule des Denkens als ein reiner Rhetorikkurs, während die spontanen Redebeiträge zu strukturieren, die größte Herausforderung darstellt. Rasch und routiniert ordnen  Paulina, Georg und Adrian ihre Kausalkette, definieren die Teamstrategie und  straffen den Argumentationsfluss. „Moment, was haben wir für Beispiele?“, wirft Paulina ein.

Währenddessen warten der 17-jährige Amos und Marcel ganz entspannt in einer Sofaecke im Flur. Sie werden in wenigen Minuten auch im Finale auftreten. Noch kennen sie das Thema allerdings nicht. Sie sind „freie Redner“, deren Teams schon ausgeschieden sind, die aufgrund guter Leistungen in den Vorrunden aber noch im Wettbewerb sind.  „Es ist wirklich unberechenbar.“, sagt Amos, „Man weiß nie, ob einem was Passendes einfällt.“

Das Finale folgt wie alle Debatten des Turniers einer strikten Reihenfolge: Die Regierung stimmt der Frage zu und eröffnet die Debatte mit einem Antrag. Es folgen die Gegenrede der Opposition und eine Ergänzungsrede von jeder Seite. Begriffe wie Transparenz, Verantwortung und Gemeinschaft fallen. Danach sind die freien Redner am Zug und dürfen sich spontan zu einer Seite bekennen, bevor die Schlussredner ihre flammenden Plädoyers halten und ihr rhetorisch-linguistisches Feuerwerk abbrennen.

Das hitzige Wortgefecht endet – wie üblich – mit einem „shake hands“ aller Beteiligten – trotz erwünschter Emotionen sollen schließlich keine Aggressionen bleiben. Der  eigentliche Streit geht jedoch erst los, da es nun den Juroren obliegt, die Teilnehmer zu bewerten und die vielen Kopf-an-Kopf-Rennen zu entscheiden.

Am Mittag stehen die Gewinner fest: Das Team „res publica“ hat das Turnier gewonnen und sein Ergänzungsredner Johannes und der freie Redner Marcel werden durch den Europaabgeordneten Alexander Voss, die Leiterin der politischen Bildung der Adenauer-Stiftung Dr. Melanie Piepenschneider und Herrn Benninghoff-Lühl ausgezeichnet.

Nicht nur in ihrer proeuropäischen Rede sind sich die Beteiligten einig, sie stimmen einander zu, viel gelernt und sich entwickelt zu haben. Gewinner Marcel bestätigt, dass er souveräner geworden sei. Und auch Mike, der „ganz gut labern“ kann bestätigt: Hier kann man richtig gut über Kontroverse Dinge reden. Dies sieht auch Frau Dr. Piepenschneider ähnlich: „Neben den rhetorischen Fähigkeiten geht es darum, ein größeres Verständnis für die Funktionsweise von Politik und die Notwendigkeit der Kompromissbildung zu vermitteln“. Außerdem seien die Vorteile Europas heute oft zu selbstverständlich, weshalb sie hoffe, eine Flamme für Europa in allen entzündet zu haben.

Mehr Infos zum Debattenwettbewerb findest du hier.

 
 
Kategorie: Mitreden
 

Mareike Jerger

12.07.2012, 11:49 Uhr Danke für den super Artikel!

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