de-DE Mitreden

MUN in Stuttgart: Im Anzug gegen den Klimawandel

Bei der Konferenz

Bei "Model United Nations" schlüpfen Schüler in die Rolle von Diplomaten und suchen nach Lösungen für die Konflikte der Welt.

Bei der Konferenz "Model United Nations" Baden-Württemberg 2012 vertreten die Teilnehmer jeweils ein Land. (Foto: Mario Frank)


 

Wenn 460 Jugendliche die schwarzen Marmorstufen im Stuttgarter Rathaus erklimmen, ihre Röcke raffen und den Sitz ihrer Krawatte prüfen, mag das Szenario an eine Abi-Entlassung erinnern. Die adrett Gekleideten sind jedoch keine Abiturienten, sondern für fünf Tage „Exzellenzen“ im Diplomaten-Dresscode. Sie sind Delegierte eines Landes, welches sie bei der Konferenz "Model United Nations" Baden-Württemberg (MUNBW) 2012 vertreten. Dort werden die Gremien der Vereinten Nationen, wie der Weltsicherheitsrat, die Klimakonferenz oder die Generalversammlung aller Mitgliedsstaaten simuliert.

Verstehen, verhandeln, verändern

Im Stuttgarter Rathaus fand am Montag die offizielle Eröffnung der Konferenz statt. Dort mahnte der Generalsekretär die „Exzellenzen“ zu Nachhaltigkeit und erinnerte an Ungleichheiten in der Welt. Außerdem erhob den bescheidenen Anspruch, dass 7 Milliarden Erdenbürger von den Jugendlichen Lösungen für die drängenden Probleme der Zeit, wie Klimawandel, Kriege und Armut, erwarten.

Schon vor der Konferenz haben sich die Delegationen intensiv mit der Kultur, der Politik und den Ideen ihres Landes auseinandergesetzt und haben versucht, die internationalen Beziehungen zu verstehen. Ab Montagmittag begannen die Jugendlichen in ihren Gremien zu verhandeln: In engagierten Reden machten sie den Standpunkt ihres Landes klar, stets auf der Hut den diplomatischen Sprachstil einzuhalten. Zwischendurch konnten die Delegierten, in sogenannten „Lobbying-Phasen“, informativ miteinander verhandeln und Mehrheiten für ihre Anträge und Positionen organisieren. Wer etwas verändern will braucht Unterstützer.

Viele Interessen sollen berücksichtigt werden

Mitten in der Debatte „Klima-Konferenz“ öffneten sich die Türen des Saals. Fünf Menschen mit einer gelben Maske betreten den Saal, stellen sich vor die Delegierten, drehen sich einzeln um, sodass ihre Schilder auf den Rücken sichtbar werden: „Unsere Kinder sollen nicht strahlen!“. Es sind die Vertreter eines Umweltschutzbundes. Denn auch Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und die Presse nehmen als „Vertreter der Zivilgesellschaft“ an der Konferenz teil und plädieren für ihre Anliegen. Viele Interessen verlängern den Weg zu Veränderungen und bedeuten lange, aber auch spannende Verhandlungen.

„Das macht einfach total viel Spaß. Es ist toll die Begeisterung und Motivation der Teilnehmer zu sehen“, bestätigt Projektleitern Beatrix Heller, die selbst schon Delegierte und Gremiumsvorsitzende war. Die Zahl von Anträgen und die vielen kleinen Kurznachrichten, die von einem eigenen Kommunikationsservice auf Zetteln zwischen den Delegierten hin und her getragen werden, beweisen: „MUNBW motiviert alle Delegierten selbst in Aktion zu treten. Die tollen Ergebnisse zu sehen, motiviert auch uns als Organisatoren.“, fasst Heller das Engagement aller zusammen. Den Teilnehmern und Mitarbeitern bei MUNBW bleibt für das Verhandeln ihrer Ideen noch bis Donnerstag Zeit. Neben dem Sitzungsmarathon veranstalten die Organisatoren auch einen Rednerabend und einen großen Diplomatenball.

 
 
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode:
This is a captcha-picture. It is used to prevent mass-access by robots. (see: www.captcha.net)



Name/Nick:


E-Mail-Adresse: (wird nicht veröffentlicht)

Beim YAEZ.de-Newsletter anmelden

Kommentar:


Weiterlesen:

Hast Du
eine Frage?

Stell hier deine Frage an
Samy Deluxe

zur Fragestunde


YAEZ.de Newsletter

Name: 




Themen