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Einen perfekten Zeitpunkt, um Fremdsprachen zu lernen, gibt es aber nicht, sagt Professor Dr. Wolfgang Börner, der Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg lehrte. Kinder eignen sich besser die Aussprache an, Erwachsene erreichen dagegen nur noch selten muttersprachliches Niveau. Dafür lernen sie aber viel schneller. Das Problem im Schulunterricht sieht Professor Börner darin, dass dort zwar viel in kurzer Zeit gelehrt wird, die spontane Kommunikationsfähigkeit aber etwas leidet. Der oft gelobte Auslandsaufenthalt kann da viel helfen und einen großen Lerneffekt bringen – vorausgesetzt, man bringt genügend Grundkenntnisse mit und bleibt mindestens ein halbes Jahr.
Aber wie lernt man am Besten eine Fremdsprache? Auf diese Frage gibt es wie so oft leider kein Patent-Rezept. Es hängt von den eigenen Lern-Vorlieben, der Motivation und den Lernzielen ab. »Fremdsprachenlernen ist dann besonders erfolgreich, wenn es den kognitiven Zugriff auf die Sprache mit dem Ziel kombiniert, die Fremdsprache, wann immer möglich, praktisch und persönlich motiviert zu verwenden, zum Beispiel zur Mediennutzung, zum Kontakt mit Sprechern, oder für Reisen ins Ausland«, sagt Professor Börner, der selbst sechs Fremdsprachen gelernt hat.
Man muss eine Sprache nicht unbedingt an der Schule, an der Uni oder in einem Volkshochschulkurs lernen, es gibt auch gute PC-Programme, mit denen ein erfolgreiches Lernen möglich ist. Das größere Problem beim Selbst-Beibringen ist wohl eher die Disziplin: der innere Schweinehund steht morgens nicht gerne früher auf, um noch Vokabeln zu lernen, wenn es niemanden gibt, der die Wörter später abfragt.
Wer beim Fremdsprachenlernen auf das »Klick« im Gehirn hofft, wartet leider vergebens, weiß Professor Börner. Es ist nicht so, dass sich aus Grammatik und Vokabeln irgendwann eine Sprache formt, die man dann plötzlich sprechen kann. Stattdessen üben wir von Beginn an, in der fremden Sprache Sätze zu bilden und uns auszudrücken. Von einfachen Situationen wie »Hello, I am Moritz. How are you?« entwickelt sich dann unsere Sprachkompetenz im Idealfall langsam zum sicheren Reden ohne anstrengendes Übersetzen im Kopf.
Hoffnung dafür gibt es jedenfalls – denn von Natur aus sind wir zum Sprechen von vielen Sprachen gut geeignet. »Mehrsprachigkeit ist in der Welt häufiger und natürlicher als Einsprachigkeit«, sagt Börner. »In manchen Ländern Afrikas verwenden die Einwohner vier und mehr Sprachen nebeneinander.«







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