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Doppelter Einsatz: Leistungssport und Schule

Sina trainiert 16 Stunden pro Woche. (Fotos: privat)

Für die 18-jährige Sina muss die Schule nebenher laufen, denn sie spielt Handball in der Ersten Bundesliga. Uns hat sie von ihrem Alltag erzählt.

Sina trainiert 16 Stunden pro Woche. (Fotos: privat)


 

Sinas Tage sind strikt durchgeplant: Von 8 bis 16 Uhr geht sie zur Schule und ab 18.30 Uhr steht sie als Kreisläuferin des Bundesligisten Buxtehuder SV in der Halle. Handball auf diesem Niveau, das bedeutet für die Spielerinnen ein Zeitaufwand wie im Profisport: 16 Stunden pro Woche Training, fünfmal abends, dreimal vormittags. Dazu kommen ein bis zwei Spiele pro Woche. Seit 2009 ist die 18-Jährige außerdem Junioren-Nationalspielerin und wird regelmäßig zu Lehrgängen eingeladen. „Die Halle ist schon mein zweites Zuhause“, sagt Sina. Ein normales Schülerleben mit Partys und viel Freizeit vermisst sie nur selten: „Der Handball ermöglicht mir ja auch besondere Momente“, sagt sie und erzählt mit strahlenden Augen von der Junioren-Europameisterschaft in Tschechien und Partien in der Champions League. „Wenn du das einmal erlebt hast, willst du nichts anderes.“ Gleichzeitig gibt sie zu, dass es Phasen gebt, in denen sie sich ein normales Leben wünscht. „Ich bin gerade am Knie verletzt und habe neben der Reha aus Krafttraining und Schwimmen etwas mehr Zeit für meine Freunde, diese kleine Pause genieße ich schon.“

Flexiblere Regeln an Sport-Eliteschulen

Ihre schriftlichen Abiturprüfungen in Sportheorie, Politik und Englisch hat Sina bereits hinter sich, die mündliche in Mathe folgt bald. Im April stehen noch zwei Sportprüfungen in Schwimmen und Handball an. Ihre Schule am Alten Teichweg in Hamburg ist eine sogenannte Eliteschule des Sports. Bundesweit gibt es davon rund 40 Stück. Für Sinas Alltag bedeutet das eine große Erleichterung: „Vorher war ich auf einer normalen Schule, aber irgendwann wurden dort die Fehlzeiten einfach zu viel.“ An den Eliteschulen des Sports sind die Regeln weniger starr, Unterrichtsmaterial aus verpassten Stunden wird online gestellt, es gibt Nachhilfeangebote, und selbst Klausurtermine werden flexibler gestaltet. „Bei Auswärtsspielen habe ich immer meinen Laptop dabei und versuche, zu lernen oder meine Hausaufgaben zu machen. Handball und Schule sind für mich gleichwertig, beides muss passen“, erzählt Sina. Damit beides klappt, lässt auch der Verein ihr Raum für die Ausbildung. Vor wichtigen Klausuren kann sie im Training kürzertreten, und Pflichttermine in der Schule werden unterstützt.

Sina hat große Pläne

Denn eine gute Ausbildung ist für Spitzensportler wichtig, nur die wenigsten können von ihrem Gehalt leben. Auch in der Frauenhandball-Bundesliga gibt es kaum Profis, für mehr als ein gutes Taschengeld reicht die Bezahlung meist nicht. Deshalb wird die Doppelbelastung auch für Sina weitergehen. „Ich möchte jetzt erst mal mein Abitur bestehen, wieder fit werden und dann entweder Architektur oder Sport studieren.“

Mehr Infos zu den Eliteschulen des Sports findet ihr hier.

 
 
 

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