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The Cabin in the Woods: Frisches Blut

Chris Hemsworth und Anna Hutchinson werden von Zombies bedroht. (Foto: PR)

Joss Whedon und Drew Goddard liefern eine Neubelebung des Splattergenres ab. "The Cabin in the Woods" ist ein intelligenter Horrorfilm

Chris Hemsworth und Anna Hutchinson werden von Zombies bedroht. (Foto: PR)


 

Der Trend geht vom Gruseln zum Schlachten: Der Fortschritt des Horrorfilms scheint sich in den letzten Jahren nur noch am Volumen des vergossenen Blutes zu messen – intelligente und selbstironische Film wie der kanadische „Tucker and Dale vs. Evil“ bilden die große Ausnahme und entstehen fern von Hollywood.  „The Cabin in the Woods“ tritt nun den Gegenbeweis an. Produzent Joss Whedon und Regisseur Drew Goddard bezeichnen ihr Werk selbst als Hass- und Liebesbrief an das Genre zugleich. Tatsächlich ist von beidem etwas zu spüren: Die Liebe zeigt sich in der atmosphärischen Gestaltung und dramatischen Kameraarbeit, der Hass vor allem in der abgrundtiefen Doppelbödigkeit des Drehbuchs, die zwar nicht besonders subtil daherkommt, den Film aber definitiv vom Generalverdacht der Hirnlosigkeit befreit.

Kein blutleeres Leinwandgemetzel

Die Handlung klingt dabei zunächst altvertraut: Eine Handvoll jugendlicher College-Freunde fahren gemeinsam in den Wald, um ein paar unbeschwerte Tage zu genießen. Das Ensemble rekrutiert sich aus den Stereotypen des Slasher-Films: Das Muskelpaket (Chris Hemsworth), seine attraktive Freundin (Anna Hutchsinson), die schüchterne Jungfrau (Kristen Conolly), der Streber (Jesse Williams) und der Kiffer (Fran Kranz). Alles Ein-Wort-Charaktere. Namen und Biografien sind nebensächlich, es ist die Jugend als solche, die hier im rituellen Opfer zur Schlachtbank des Blutbadkinos geführt wird. Die Hintergründigkeit, die dem Film seinen Ruhm eingetragen und letztlich ein Jahr nach US-Erfolg doch noch zu einer Kinoauswertung in Deutschland geführt hat, offenbart sich buchstäblich als zweite Ebene: Tief unter der einsamen Hütte, welche die Jugendlichen sich zum Quartier erwählt haben, sitzen zwei Wissenschaftler, die mit Bürokraten-Willkür für das folgende Gemetzel verantwortlich zeichnen: Ein Knopfdruck unten entfesselt oben eine Bande Zombies etc. Der voyeuristisch-kühle Gestus, mit dem die beiden ihre Bildschirme und Hebel bedienen und in der Waldhütte die Hölle losbrechen lassen, ist unschwer als Parabel auf Horrorpublikum und –produzenten zu erkennen, die an die Grenzen der Filmtechnik gehen, um sich der Zerhackstückelung ihrer Protagonisten zu ergötzen.

„The Cabin in the Woods“ wird keine Epoche machen, aber dem Regie-Debütanten und „Lost“-Autor Goddard gelingt ein intelligenter Genre-Film jenseits der effektvollen, aber letzten Endes blutleeren Leinwandgemetzel.

USA 2011; R: Drew Goddard; D: Chris Hemsworth, Anna Hutchison, Kristen Conolly, Jesse Williams, Fran Kranz; Kinostart: 06.09.2012

 
 

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