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Total Recall: Solide, aber nicht begeisternd

Douglas Quaid (Colin Farrell) lässt sich in Total Recall künstliche Erinnerungen einpflanzen (Foto: PR).

1990 schuf Paul Verhoeven mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle einen Science-Fiction-Klassiker. 22 Jahre später wagt Len Wiseman ein Remake.

Douglas Quaid (Colin Farrell) lässt sich in Total Recall künstliche Erinnerungen einpflanzen (Foto: PR).


 

Während das Original noch auf dem Mars spielte, verlegt Wiseman die Handlung komplett auf die vom Dritten Weltkrieg zerstörte Erde des Jahres 2084. Douglas Quaid (Colin Farrell) ist ein einfacher Fließbandarbeiter mit einer hübschen Frau (Kate Beckinsale) und einem ruhigen Leben. Doch als Quaid sich aus Abenteuerlust künstliche Erinnerungen an ein Leben als Superspion einpflanzen lassen will, gerät seine Welt aus den Fugen: Er weiß nicht mehr, was real ist und was nicht. Wurde ihm sein einfaches Arbeiterleben nur vorgespielt, um ihn als Systemgegner unschädlich zu machen? Douglas sieht sich plötzlich den Truppen des Kanzlers Cohaagen (Bryan Cranston) gegenüber und kann seiner eigenen Frau nicht mehr trauen. Er schließt sich der Rebellin Melina (Jessica Biel) an und kämpft um sein Leben.

Mit dem Aufzug durch den Erdkern

Die Effekte von 1990 haben mit dem Remake ein deutliches Update erfahren. Sympathisch ist, dass zum Beispiel die Action-Sequenzen in den Hovercars real gedreht wurden, sodass die Schauspieler sich realistisch bewegen. Eine spektakuläre, aber vollkommen abstruse Idee ist „the fall“, ein Aufzug durch den Erdkern, der die bewohnbaren Gebiete der Erdoberfläche in Britannien und Australien verbindet. Dennoch lässt sich schon jetzt prophezeien, dass das steril-digitale Äußere von „Total Recall“ den kritischen Blicken des Publikums in wenigen Jahren schon nicht mehr standhalten wird – zu rasant ist die technische Entwicklung. Dagegen haben sich dreckige Analogeffekte und das Set Design alter Schule ihren Charme bewahrt.

Thema nicht ausgereizt

Inhaltlich hat das Remake wenig mehr zu bieten als die zugrundeliegende Kurzgeschiche von Philipp K. Dick aus dem Jahre 1966 – was schade ist. Ist denn in den letzten Jahrzehnten nichts Erzählenswertes zum Thema Erinnerungen passiert? Und ist die schnurgerade Erzählweise angemessen für eine solche Geschichte – in einer Zeit, in der auch thematisch viel konventionellere Filme wie „The Social Network“ über Linearität lachen? Die Action ist solide gemacht, wäre in der Menge aber nicht nötig gewesen und verstellt nur den Blick auf die eigentlich spannende Handlung.

USA 2012; R: Len Wiseman; D: Colin Farrell, Bill Nighy, Kate Beckinsale, Bryan Cranston, Jessica Biel; Kinostart: 23.08.2012.

Weitere Infos gibt es hier.

 
 

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