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Das Schwein von Gaza: Culture-Clash in Nahost

Der Fischer Jafaar versucht aus seinem

Ein einfacher Mann gerät zwischen die Fronten des Konflikts am Gazastreifen. Die europäische Komödie lacht dem Krieg ins Gesicht.

Der Fischer Jafaar versucht aus seinem "Schwein von Gaza" Profit zu schlagen (Foto: PR)


 

Der palästinensische Fischer Jafaar (gespielt von Israeli Sasson Gabay) zieht eines Tages zwischen Fisch- und Konsumabfall ein lebendiges vietnamesisches Hängebauchschwein aus dem Mittelmeer. Da im Islam schon das Berühren eines Schweins einen unreinen Akt darstellt, ist beim Versuch, aus dem Zwischenfall Profit zu schlagen, äußerste Vorsicht geboten. Der deutsche UN-Beamte Schauerland (Ulrich Tukur) will das Tier nicht – und so muss sich Jafaar bis zu einer israelischen Schweinefarm durchschlagen. Socken schützen die Erde Palästinas vor einer Verunreinigung durch die Hufe des Schweins – und ein Schafsfell als Tarnung schützt Jafaar vor Unannehmlichkeiten. Dennoch hält die Reise genügend groteske Situationen bereit – immerhin soll der Fischer zwischenzeitlich auch noch zum Selbstmordattentäter ausgebildet werden und wird dann von Dschihaddisten als Verräter verfolgt.

Ein vor Wut ersticktes Lachen

Der französische Journalist Sylvain Estibal, der mit „Das Schwein von Gaza“ seinen ersten Kinofilm vorlegt, hat selbst eine Weile in Hebron (Palästina) gelebt. In einem Fotoprojekt fing er den Alltag auf beiden Seiten des Zauns ein und überraschte Israelis wie Palästinenser mit dem ähnlichen Ergebnis. Er weiß um die Lebensumstände vor Ort und zaubert aus den Kulissen auf Malta eine glaubwürdige Besatzungszone. Seine preisgekrönte Groteske ergreift dabei für keine Seite Partei, sondern gibt beide der Lächerlichkeit preis. Auch wenn nicht jeder Gag zündet, gelingt es dem Film streckenweise gut, zu politisieren. Estibal selbst bezeichnet „Das Schwein von Gaza“ als „vom Lachen erstickten Wutschrei“. Ihr Ziel erreicht die Satire dann am besten, wenn sie beim Zuschauer das Gegenteil hervorruft: Ein Lachen, das vor Wut erstirbt. Inwiefern der Zuschauer aber etwas ändern soll, diese Frage mag und kann Estibal seinem Publikum nicht abnehmen. So bleibt nach dem Kinobesuch eigentlich nur, nach Hause zu gehen. Sein Anspruch, unbedingt etwas ändern zu wollen, ist vielleicht zu groß fürs Kino.

Frankreich/Deutschland/Belgien 2011; R: Dylvain Estibal; D: Sasson Gabay, Baya Belal, Myriam Tekaia, Ulrich Tukur; Kinostart: 02.08.2012

Weitere Infos gibt es hier.

 
 
Kategorie: Kino
 

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