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Bis zum Horizont, dann links: Rentner an die Macht

Noch ahnen die Senioren nicht was auf sie zukommt. (Foto: PR)

Die Senioren-Truppe aus dem Abendstern hat es satt, herumkommandiert zu werden. Also wird kurzer Hand boykottiert und zusätzlich ein Flugzeug gekapert.

Noch ahnen die Senioren nicht was auf sie zukommt. (Foto: PR)


 

Die Idee zu Bernd Böhlichs Tragikomödie „Bis zum Horizont, dann links“ könnte kaum einfacher und griffiger sein. Doch 2001, als das Drehbuch entstand, machte der 11. September diesen Film unmöglich. Elf Jahre später ist er gegen alle Widerstände fertig. Das klingt nach verrücktem Gute-Laune-Kino – doch der Film gerät überraschend brav. Annegret Simon (Angelica Domröse) kommt neu und nicht ganz freiwillig in das Seniorenheim „Abendstern“, als ihr Sohn mit dem diplomatischen Dienst ins Ausland zieht. In Herrn Tiedgen (Otto Sander) findet sie einen Verbündeten, denn der alte Griesgram ist es schon lange leid, dass andere entscheiden, wann er ins Bett zu gehen hat. Direkt in Frau Simons erster Woche erwartet die Insassen der Residenz ein besonderes Abenteuer: ein Rundflug über Brandenburg. Tiedgen, der durch Zufall an eine Polizeipistole gerät, nutzt die Chance und erklärt die Propellermaschine kurzerhand für entführt. Eine Abstimmung unter den Senioren ergibt: Man ist für die Entführung. Und so ändert sich die Route und führt über Wien bis ans Mittelmeer...

Ein grantiger Otto Sander in Bestform

Der Film von Fernsehregisseur und Grimme-Preisträger Bernd Böhlich hat zwei große Stärken: Die erste ist das Spiel von Otto Sander. Dieses zerfurchte Gesicht könnte man sich ewig in Großaufnahme ansehen. Zusammen mit seiner herrlich grantigen Stimme, hinter der immer eine leichte Melancholie spürbar ist, ergibt das eine Idealbesetzung. Das restliche Ensemble um Anna Maria Mühe, Robert Stadlober und Herbert Feuerstein spielt Sander glatt an die Wand. Der andere Pluspunkt ist der Sympathiewert: Diese Senioren, die sich nicht damit abfinden wollen, aufs Altenteil abgeschoben zu werden, muss man einfach gernhaben. Was dem Film fehlt, ist mehr Frechheit, mehr Radikalität. Die Emotionen, die im Film erzählt werden (hauptsächlich zwei Liebesgeschichten), wirken eher behauptet, was der plumpe Soundtrack noch verstärkt. Insgesamt fehlt die Fallhöhe. Eine Reise ans Mittelmeer? Na und? Warum wollen die Alten nicht mehr verändern in der Welt? Warum erregen sie keinen größeren Skandal? Böhlich, der auch das Drehbuch schrieb, hätte ruhig eine gewagtere Utopie entfalten können. Immerhin ist es eine Komödie: Da darf das Pendel stärker ausschlagen – und zwar in beide Richtungen. Auch die tragischen Aspekte kommen im Film etwas kurz, dürften mehr weh tun. Fazit: Trotz spannender Prämisse ist der Film wohl eher was für den Sonntagnachmittag, wenn nichts im Fernsehen läuft.

Deutschland 2012; R: Bernd Böhlich; D: Otto Sander, Angelica Domröse, Ralf Wolter; Kinostart: 12.07.201

 
 
Kategorie: Kino
 

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