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Dein Weg: Bewältigen durch Wandern

Tom findet schon bald Gefährten, die ihn auf seinem Weg begleiten. (Foto: PR)

Martin Sheen macht sich auf den Weg. Er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise und folgt den Spuren seines verstorbenen Sohnes.

Tom findet schon bald Gefährten, die ihn auf seinem Weg begleiten. (Foto: PR)


 

Der erfolgreiche amerikanische Zahnarzt und Witwer Tom Avery (Martin Sheen) wird auf dem Golfplatz von der Nachricht ereilt, dass sein Sohn verstorben ist. Sein Sohn, mit dem er sich so viel gestritten hatte. Sein Sohn, den er kaum kannte. Daniel (Emilio Estevez) hatte die Doktorarbeit aufgegeben, um den Jakobsweg in Europa zu wandern. Tom soll nun über den Atlantik reisen, um die Leiche zu überführen. Doch er überlegt es sich anders: Kurz entschlossen lässt er Daniel verbrennen und wandert mit der Asche weiter Richtung Santiago de Compostela. Bald gesellen sich weitere Pilgerer zu ihm: Die Kanadierin Sarah (Deborah Kara Unger), die eine Zigarette nach der anderen qualmt. Der Niederländer Joost (Yorick van Wageningen), der bloß abnehmen will. Der irische Autor Jack (James Nesbitt), auf der Suche nach Inspiration. Aus Fremden wird eine Gruppe und Toms harte Schale beginnt langsam aufzuweichen.

Road Movie zu Fuß

Nicht Tempo und Action stehen in „Dein Weg“ im Vordergrund, sondern die persönliche Entwicklung des Einzelnen, das Bedürfnis nach Rückbesinnung aufs Wesentliche. Dennoch gerät das Ensemble am Rande seines Weges immer wieder in kleine Abenteuer sowie in Kontakt mit den Skurrilitäten des Lebens. Der Regisseur, der in Rückblenden selbst auftaucht, und sein Hauptdarsteller sind auch im echten Leben Vater und Sohn (Emilio ist der Bruder von „Two-and-a-half-men“-Star Charlie Sheen). Estevez hat seinem Vater die Rolle auf den Leib geschrieben – und man merkt in jeder Szene, wie gut dieser Anzug sitzt. Sheen schafft es hervorragend, die Trauer über den Tod seines Sohns mit jeder banalen Kleinigkeit seines Spiels zu transportieren.

Vom Reisen und Suchen

Natürlich kann nicht jede Nebenfigur die Tiefe der Hauptrolle haben und einigen ist deutlich anzumerken, welche Funktion sie jeweils im Gefüge der Erzählung übernehmen sollen. Doch Estevez gelingt die Gratwanderung: Er gleitet nicht ab in flache Stereotype, sondern gönnt seinen Charakteren kleine Ecken und Kanten. Angenehm unprätentiös ist auch, dass Tom zwar den Anfang einer Entwicklung erfährt, aber nicht unrealistisch radikal geläutert wird. Das ganz große Pathos bleibt aus – und das tut dem Film gut, denn es macht ihn zu einer fein gewebten Fabel von Trauer und Bewältigung, von Reise und Suche.

USA/Spanien 2010; R: Emilio Estevez; D: Martin Sheen, Emilio Estevez, Deborah Kara Unger, Yorick van Wageningen, James Nesbitt; Kinostart: 21.06.2012

 
 
Kategorie: Kino
 

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