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W.E.: Halbgarer Historienkitsch

Madonna versucht mit Poesiealbumversen zu trumpfen, klappt aber nicht. (Foto: PR)

Madonnas neuster Film ist in den Kinos angelaufen und kann wenig überzeugen. Der Pop-Star sollte lieber beim Singen bleiben.

Madonna versucht mit Poesiealbumversen zu trumpfen, klappt aber nicht. (Foto: PR)


 

Die Herrschaft des britischen Königs Edward VIII. dauerte nicht einmal ein Jahr: im Januar 1936 wurde er zum König, im Dezember dankte er spektakulär ab, wodurch sein stotternder Bruder „Bertie“ zu König George VI. wurde. Gerade letztes Jahr war die Geschichte von Edward hervorragend umgesetzte auf der Leinwand zu bewundern, als Teilgeschichte des späteren Oscar-Preisträgers „The King’s Speech“. Madonna zeigt uns das Geschehen nun von der anderen Seite, aus Sicht von Wallis Simpson (Andrea Riseborough), der Geliebten des Königs. In ihrer zweiten unglücklichen Ehe mit einem Reederei-Besitzer lernt die den Kronprinzen (James D’Arcy) kennen und beginnt ein Verhältnis mit ihm. Als Edward auf einmal König wird, gerät die Beziehung unter Druck – doch Edward entscheidet sich letztlich für seine Liebe und gegen sein Land.

Mit Anspielungen überladen

Madonnas These ist nun, dass nicht nur Edward viel aufgeben musste, sondern auch Wallis. Klar litt die unter der öffentlichen Debatte um ihr Privatleben und die „meistgehasste Frau der Welt“ war sie in den Boulevardmedien vielleicht tatsächlich eine Weile. Aber letztlich lebte sie mit der Liebe ihres Lebens in Paris und den USA, während Edward Krone und Heimat entsagte. Ganz ausgewogen erscheint das nicht. Madonna jedoch ist ganz verrückt nach der Geschichte, hat alles zu dem Thema gelesen und überlädt ihren Film mit Anspielungen.

Mädchen lieben Märchen

Ihre jahrelange Wallis-Besessenheit spiegelt sie in einer zweiten Handlungsebene rund um die New Yorker Auktionshaus-Angestellte Wally (Abbie Cornish), die 1998 die Liebesbriefe von Wallis und Edward liest (immer unterschrieben mit den Initialen W.E.) und gar nicht genug bekommen kann von dieser „größten Liebesgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts“, wie es Madonna gern bescheiden nennt. „Mädchen lieben Märchen“, weiß Wally – und natürlich nimmt ihr eigenes Schicksal bald märchenhaft Züge von Wallis’ und Edwards Leben an. Wally, unglücklich verheiratet mit einem gewalttätigen Mann, verliebt sich in den Wachmann Evgeni (Oscar Isaac), in dessen heruntergekommener Behausung ein teurer Konzertflügel dem heimlichen Ausnahmepianisten zu Diensten steht...

Kleidung, Schmuck und Pop-Songs

Madonnas Inszenierung ist wenig subtil. Sie spart nicht mit feuchten Augen und Poesiealbumsversen, vor allem aber ergeht sie sich in einem endlosen Ausstattungsexzess. Ständig sind Kleidung und Schmuck – von großen Mode-Labels den Originalen nachempfunden – groß im Bild, ohne dass das irgendwie zur Handlung beitrüge. Der Einsatz von Pop-Songs, die erst geschrieben wurden, als Wallis Simpson schon nicht mehr dazu tanzen konnte, hätte ein ironischer Effekt sein können, verpufft aber wirkungslos vor lauter Banalität.

UK 2011; R: Madonna; D: Abbie Cornish, Andrea Riseborough, James D’Arcy, Oscar Isaac; Kinostart: 21.06.2012

 
 
Kategorie: Kino
 

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